Secondhand und Neues vis-à-vis

Turnverein und Zweiradshop stemmen gemeinsam Basar

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Auf der Suche nach dem passenden Rädchen: Opa Hubert mit Enkel Moritz Scherer und TVB-Basarfachmann Marjan Virant.

Fit bleiben. Einen Ausflug in die Natur unternehmen. Kleine Besorgungen ohne Parkplatzsuche erledigen – Argumente aufs Fahrrad zu steigen gibt es viele. An zwei gegenüberliegenden Orten in Babenhausen wurden nun geeignete Räder für jeden Anlass geboten – mal als Secondhand-Bike, mal als Neuware.

Babenhausen – Gut 170 Gefährte vom Kinderrollen über Mountainbike bis zum Rennrad gab es beim Fahrradbasar des Turnvereins Babenhausen (TVB) – dem ersten unter freiem Himmel. Und dem ersten in Absprache mit dem Fahrradhändler vis-à-vis. „Der Impuls für diesen Outdoorflohmarkt kam von der Fahrradhandlung Niederhofer“, sagte Hauptorganisator Marjan Virant vom TVB. Den Fahrradbasar gibt es schon seit 1995, Vorgänger war ein Skibasar, der sich als Auslaufmodell entpuppte.

Die Fitnessgruppe des Vereins stemmte fortan einen Secondhand-Basar für Fahrräder unterm Hallendach. „20 Arbeitsstunden waren nötig, nur um den Hallenboden abzukleben“, erinnert sich Helmut Hartl, einer von rund 20 Helfern. Dieser Aufwand ist passé, wenngleich nun Mutter Natur ins Spiel kommt und am Samstag ein kräftiger Wind blies. Für den Basar hatte sich der Parkplatz vor dem neuen VW-Schulungszentrum als äußerst geeignet entpuppt – der Konzern gab für die Nutzung grünes Licht.

„Mir war etwas bang!“, so Virant mit Blick in den grauen Himmel, unterm Strich kam etwas weniger Publikum als zur Indoorveranstaltung. Dennoch: Zum Auftakt der Börse waren Rädchen, Roller, Trekkingbikes, Klappräder und mehr von Privatbürgern angeliefert worden. Ein umfangreiches Sortiment. Im Verkaufsfall behielt der Verein zehn Prozent ein. „Die hochpreisigen Räder gehen am schlechtesten“, so Bert Bernhardt, einer von drei Vereinschefs des TVB. Kinder- und Jugendräder finden dafür reißenden Absatz, „das ist die soziale Komponente dieser Veranstaltung“, so Hartl, nämlich Familien ein gutes gebrauchtes Bike für den schnell wachsenden Nachwuchs anzubieten. Gegen 11 Uhr hatten sich die Warenreihen gelichtet und Klein-Moritz (4) wurde nicht mehr fündig. „Er fährt schon wie der Teufel!“, schmunzelte Opa Hubert Scherer, der seinem Enkel ein Markenrädchen schmackhaft machen wollte. Es scheiterte an der Farbe: Rosa.

Nun kam der Anbieter jenseits der B26 zum Zuge. Im Zweiradshop Niederhofer fand sich ein passendes Gefährt – in der richtigen Farbe. „Für uns ist es eine Win-win-Situation“, so Firmeninhaber Klaus Schmitt, der den TVB für die Aktion gewinnen konnte. Angebot: Flyer, Plakate und Werbung in den Zeitungen gehen auf Kosten des Fahrradhändlers, dafür willigte der TVB ein, gleich drei Basare im Frühjahr zu veranstalten.

Schmitt, früher selbst Organisator einer Second-Hand-Börse, kann den Service personell nicht mehr stemmen. So war allen gedient. Auch den Kunden, die zwischen gebraucht und preiswert oder neu und teurer wählen konnten. Wer auf den Zug eines E-Bikes aufsprang, wurde jedoch nur bei Schmitt fündig. „E-Bikes sind der Trend schlechthin – in allen Varianten“, so der Fachmann. Bislang wird das motorunterstützte Fahrrad fast ausschließlich für die Freizeit angeschafft. Das Umdenken in Sachen Mobilität, sprich das Auto zugunsten des Rads stehen zu lassen, stecke im Gegensatz zu europäischen Nachbarländern wie Dänemark und Holland hier noch in den Kinderschuhen. Auch die Infrastruktur ist rudimentär. „Wir haben seit einem Jahr ein Radverkehrskonzept im Landkreis“, sagte Schmitt, „das ist zwar eine schöne Idee – aber planerisch und finanziell müssen es die Kommunen selbst umsetzen.“ Dass seine Kunden mit dem E-Fahrrad zur Arbeit fahren bleibt für den Fahrradhändler vorerst ein Traum.

Die nächsten Aktionstermine rund um Mobilität auf zwei Rädern stehen bereits: Am 18. Mai und 13. Juli veranstaltet der TVB die nächsten Basare – und jenseits der B26 gibt es die Räder als Neuware. (zah)

Quelle: op-online.de

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