Beachvolleyball in Sickenhofen

Sekt Pistols und dörfliches Flair

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Spaßfaktor immens: Beim Beach-Volleyball-Turnier gingen zwölf Mannschaften an den Start.

Sickenhofen - Wenn junge Körper mit ausgestreckten Armen durch die Luft fliegen, um die Bodenberührung des Balles zu verhindern, wenn jede Menge Spaß in der Luft liegt und aus den Boxen fetzige Rhythmen dröhnen: Dann ist wieder Beach-Volleyball am Sickenhöfer See angesagt. Von Michael Just

Seit 2011 ist der Samstagnachmittag dem sportlichen Wettkampf im weichen Sand als fester Bestandteil des Seebebens Beach-Party-Festivals gewidmet. Auch in diesem Jahr meldete sich eine stattliche Anzahl von zwölf Mannschaften an, die quasi das Vorprogramm zu den drei Bands am Abend darstellten. „Das Turnier macht es möglich, ein bisschen Strandatmosphäre zu fühlen und zu leben“, sagt Andreas Bludau vom Orga-Team der Rot-Weiss Handballer.

Am Start waren Teams mit so lustigen Namen wie „Sekt Pistols“, „FC Licher“ oder „Beach Hunter“, die um Verzehrgutscheine und den Wanderpokal spielten. Sechs Mannschaften gab es, aufgeteilt in zwei Gruppen. In einer Vor- und Rückrunde ging hieß es jeweils: jeder gegen jeden. Bei einem Satz mit nur sieben Gewinnpunkten waren kurze und knackige Begegnungen garantiert. Die „Sekt Pistols“ präsentierten sich als reines Frauenteam, das in schwarzer Bade- und Sportmode, garniert mit schicken grünen Kindersonnenbrillen, auflief.

Die meisten jungen Frauen spielen im Verein

„Die Brillen haben wir uns extra im Internet bestellt“, erzählt Nadine Eling (22). Obwohl die meisten jungen Damen alle im Verein spielen, fuhr das Team zwischen den vielen Spaßmannschaften mehr Niederlagen als Siege ein. Verena Preßler (28) weiß warum: „Es gibt Männermannschaften, da stehen zwei Meter große Jungs am Netz.“ Dazu sei das Feld viel kleiner und die Sache letztlich etwas anderes als Volleyball in der Halle. „Man merkt sofort, wer bei den Teilnehmern eine Ballsportart betreibt“, ergänzt Sandra Seitz (22).

Am Ende nahmen es die Sekt Pistols gelassen, die Vorrunde nicht zu überstehen. Die Gaudi zähle, dazu sei in der Teilnahme-Gebühr ja auch das Wochenend-Ticket fürs Beben mit drin.

Bemerkenswert: Von der Band „3ling“, die am Abend um 18 Uhr als erste auf der Bühne stand, nahmen die Mitglieder Andy und Cheech ebenfalls am Turnier teil. „Ob wir heute abend deshalb aus Müdigkeit falsch spielen, glauben wir nicht“, sagen der Drummer und der Bassist lachend und geben ein dickes Kompliment an die Organisatoren weiter: „So einen Rahmen hatten wir noch nicht. Der ist wirklich außergewöhnlich.“

Mehr als 3.000-Besucher an drei Veranstaltungstagen

Mit dem Beginn der Musik-Acts konnten die Handballer schon bald ein Ziel vermelden, auf das sie in den vergangenen Jahren stetig hingearbeitet haben und das ohne das oftmalige Wetterpech vielleicht schon viel früher erreicht worden wäre: So wurde die 3.000-Besucher-Marke über die drei Veranstaltungstage geknackt. Unangefochten in der Gunst zeigte sich dabei die House-Party mit dem im Raum bekannten DJ Tobi Berger, die am Freitag weit über 1 000 Besucher anlockte. Diese Zahl konnte am Samstag nicht mehr eingestellt oder übertroffen werden. Bis drei Uhr rührte Berger am Plattenteller und gab seinen Fans reichlich Beats auf die Ohren.

Jene gute Stimmung stellte am Samstag auch die Band „Radioattack“ mit ihrer charismatischen Frontfrau Estelle Müller ein, die sich mit ihren Cover-Songs von Rihanna, Jennifer Lopez oder Katy Perry ganz nah am Puls der Zeit bewegten.

Mit der vierten Neuauflage des Seebebens haben die Handballer diesmal einen großen Schritt gemacht, ihre dreitägige Party in der Region zu etablieren. „Unser Markenzeichen ist eine dörfliche und damit gemütliche Strand-Atmosphäre“, erklärt Bludau das anvisierte Flair am Baggersee. Mit dem Brechen der Besuchermarke von 3 000 Gästen sehen die Organisatoren den ursprünglichen Beweggrund für das Festival nicht gefährdet. „Das Ziel ist es weiterhin, ein Fest vor allem für alle Babenhäuser und die lokalen Vereine zu machen“, hebt Jochen Rheinheimer heraus. Daran sollen auch die Pläne der Seeeigentümer nichts ändern, hier demnächst unter dem Titel „Seamotion“ ein neues Sport- und Erholungsangebot - unter anderem mit Wasserskifahren - zu etablieren. Im Gegenteil: Mit dem Nutzen der Synergie-Effekte ließe sich der Spaß- und Freizeitcharakter des Sickenhöfer Sees weiter steigern.

Quelle: op-online.de

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