Seemannslieder auf der „Jenny“

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Letzte Arbeiten an und in „Jenny“, bevor am 7. Mai die neue Badesaison beginnt.

Babenhausen - Seemannslieder und „Jenny“ - das passt. Wenn am Samstag, 7. Mai, das sanierte Schwimmbad eröffnet wird, gibt ein Shanty-Chor allerlei Lieder über das Leben auf hoher See zum Besten. Von Stefan Scharkopf

Zwar kommt der Chor nicht aus dem hohen Norden, sondern aus Frankfurt, aber das tut der Sache ja keinen Abbruch. Wenn um 14 Uhr (Einlass 13.30 Uhr) die Gäste „ihr“ nunmehr neues Bad in Beschlag nehmen, wird eine lange Sanierungszeit zu Ende gegangen sein - und eine noch längere Zeit der politischen Debatten. Dass das Freibad mit seiner alten Technik sanierungsbedürftig war, daran hegte niemand einen Zweifel.

Video von der Baustellenbesichtigung bei „Jenny“

Umstritten war jedoch der Umfang. Die Bandbreite reichte von einer einfachen technischen Sanierung, bei der das Erscheinungsbild gleich bleibt, bis zu einer umfassenden Renovierung, um für die nächsten langen Jahre Ruhe zu haben. Streitpunkt Nummer eins war eben jene „Jenny“, die jetzt ihren letzten Hafen gefunden hat und - fest verankert in der Erde - zum einen die Schwimmbadtechnik und einen Kiosk beherbergt, zum anderen zum Kaffeetrinken und Entspannen aufs Deck einlädt. Der Kioskpächter aus Aschaffenburg hat die Option, Tische und Stühle zu stellen. Er ist im Übrigen auch zuständig für den Grillplatz.

Bilder von den Bauarbeiten

Besichtigung der Schwimmbad-Baustelle

Am 29. August wurde das ehemalige Küstenmotorschiff in drei Teilen aus Aschaffenburg nach Babenhausen transportiert, nachdem es zuvor aus dem holländischen Harlingen den Rhein hierher getuckert war. Der Transport war weitgehend problemlos, eine Ampel und ein paar Schilder mussten abgebaut beziehungsweise gedreht werden, das war´s.

Bug, Mittel- und Heckteil wurden auf dem Freibadgelände abgeladen, bereits am folgenden Tag die letzten Schweißarbeiten erledigt. Seither ruht „Jenny“ - wieder an einem Stück - neben den 50-Meter-Bahnen. Die Wasserflächen betragen im Nichtschwimmerbecken 490 Quadratmeter, bei den fünf 25-Meter-Bahnen 284, bei den 50-Meter-Bahnen 352 und im Sprungbereich 114 Quadratmeter.

Bilder von Jennys Ankunft

Schiffskutter „Jenny“ kommt in Babenhausen an

Bei rund 3,95 Millionen Euro liegen die Kosten für die Freibadsanierung, wie der Leiter des Eigenbetriebs Kommunale Dienstleistungen, Christian Heinemann, auf Anfrage sagte. Gute Nachricht für die Besucher: Die Preise werden nicht angehoben. Wie in der Saison 2009 kostet der Eintritt für einen Erwachsenen 2,50 Euro, für Kinder 1,50 Euro.

Derzeit werden noch die letzten Arbeiten erledigt, Rollrasen wird noch ausgelegt, an ein paar Geländern geschraubt. Der behindertengerechte Zugang zu den Becken ist so weit fertig. Badegäste mit einem Handicap können auch problemlos aufs Schiffsdeck. Die großen Becken sind bereits mit Wasser gefüllt. In Richtung der Straße „Am Schwimmbad“ wurde eine Lärmschutzwand errichtet. Sie besteht - nicht wie die üblichen Gabionen genannten Drahtkörbe aus Stein, sondern sie sind mit Matten und Naturfasern gefüllt und sollen ergrünen. Der Erdhügel davor kann nicht mit Rollrasen bestückt werden, er würde abrutschen - und muss daher eingepflanzt werden. Bis drauf Grün sprießt, müssen sich die Badegäste noch etwas gedulden.

Quelle: op-online.de

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