Verein pflegt die dörfliche Gemeinschaft

Seniorennachmittag dank „Middedrin“

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Der Seniorennachmittag zog rund 90 Besucher an. „Wir haben versucht, unser Bestes zu geben“, sagte der Vorstand von „Middedrin“, der das einst städtische Angebot weiterführt.

Harreshausen - Manchmal sollte man sich nicht mit langen Reden aufhalten. Am Samstagnachmittag hielt sich Heidrun Koch-Vollbracht daran. Beim Seniorennachmittag in der Harreshäuser Mehrzweckhalle war ihre Begrüßung in zwei Minuten erledigt. Von Michael Just 

Und das aus gutem Grund: „Die Besucher freuen sich auf Kaffee und Kuchen. Deshalb lässt man sie besser nicht lange warten, schließlich haben einige ihren gesamten Tagesablauf mit Frühstück und Mittagessen daran ausgerichtet“, weiß die Vorsitzende von „Middedrin“.
Der Trägerverein des alten Feuerwehrhauses, der das Gebäude als Bürgerhaus nutzt, richtete zum zweiten Mal den Seniorennachmittag aus. Damit führt man die Tradition der Stadt fort, die das Angebot aufgrund leerer Kassen abschaffen wollte. „Es ist unser Vereinszweck, die dörfliche Gemeinschaft und Traditionen zu pflegen. Da mussten wir nicht lange überlegen, dass wir die Veranstaltung übernehmen“, erklärt Koch-Vollbracht.

Die Organisation der Bühnenakteure verlangte in diesem Jahr Improvisationstalent und führte damit in doppeltem Sinne zu einem Überraschungsprogramm. Eine Absage gab es vom lokalen Gesangverein, der sonst immer mit von der Partie ist. Auch die Laienspielgruppe SILT konnte nicht antreten. Middedrin suchte im eigenen Kreis nach Lösungen und wurde fündig. In Verkleidung trug Daniela Wegner eine heitere Geschichte über die alte Babenhäuser Bäckerei Kolb vor. Koch-Vollbracht und ihre Tochter Caroline stellten dem Märchenklassiker Rotkäppchen eine neue Version für die Jugend gegenüber. Zur kleinen Andacht von Pfarrerin Andrea Rudersdorf gesellten sich noch ein Gedicht von Karin Kind, ein Bingo-Spiel sowie der flotte Auftritt des Groß-Umstädter Square Dance Club „Day Dreamers“. Mit einer Kartoffelsuppe samt Einlage zum Abendessen ging ein unterhaltsamer Nachmittag für die rund 90 Besucher zu Ende.

Middedrin stemmte den Nachmittag mit Vereinsmitgliedern sowie dem Zutun einer ganzen Reihe weiterer Helfer, denen es am Herzen liegt, den Seniorennachmittag als geselliges und geschätztes Angebot für die ältere Bevölkerung nicht gleichgültig aufzugeben. Wie sehr die Veranstaltung mittlerweile verwurzelt ist, zeigt die Spendendose, die zur Deckung der Kosten für Kaffee und Kuchen und des Bühnenprogramms aufgestellt wird. Im vergangenen Jahr reichte die Summe aus, um alle Ausgaben zu begleichen und den restlichen Teil der Nachwuchsförderung des Vereins zur Verfügung zu stellen. Dass in der Spendendose kein Kleckerbetrag zu finden ist, verbindet Koch-Vollbracht mit der Wertschätzung der älteren Generation für das Geleistete: „Sie finden gut was wir machen. Dazu wissen sie in diesem Fall genau, für was sie ihr Geld geben.“

Bilder: Babenhausen und Stadtteile

Quelle: op-online.de

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