Abschließbare Boxen an Bahnhöfen

Fit und sicher in den Fahrrad-Frühling

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Von den Fahrradboxen in Babenhausen – oben die am Hergershäuser Bahnhof – sind noch einige frei.

Babenhausen - Einige der abschließbaren Fahrradboxen, die an den drei Bahnhöfen im Stadtgebiet zu mieten sind, sind noch frei. Wer „Bike & Ride“ macht und seinen Drahtesel sicher und trocken unterbringen möchte, ist mit acht Euro im Monat dabei. Von Petra Grimm 

Insgesamt gibt es an den drei Bahnhöfen im Stadtgebiet 54 abschließbare Fahrradboxen, die man für acht Euro pro Stück im Monat mieten kann. Am Babenhäuser Bahnhof gibt es 20 auf dem Vorplatz Richtung Stadt und 20 Richtung B26, in Langstadt stehen vier und am Bahnhof in Hergershausen zehn zur Verfügung. An jedem Standort sind noch Boxen frei.
Angeschafft wurden sie in den vergangenen Jahren gemeinsam von der Stadt und dem Zweiradshop Niederhofer, der sie auch vermarktet und wartet. „Bei uns kann man die Boxen anmieten und erhält gegen Kaution die Schlüssel“, sagt Inhaber Klaus Schmitt. Üblicherweise werden sie von Leuten genutzt, die von ihrem Wohnhaus zum Bahnhof mit dem Rad und von dort mit dem Zug weiterfahren. Aber es gibt auch den umgekehrten Weg, wie Schmitt erzählt. „Leute, die beispielsweise von Aschaffenburg mit dem Zug zu ihrem Arbeitsplatz bei der Continental fahren, haben am Babenhäuser Bahnhof ihr Rad in der Box und radeln von dort zur Firma.“

Dass das Radeln weiterhin boomt, bewies einmal mehr der Fahrradflohmarkt beim Zweiradshop Niederhofer.

Dem anhaltenden Fahrradboom kommt Niederhofer seit drei Jahren auch mit dem Angebot seines Fahrradflohmarktes entgegen. Jetzt war es wieder soweit. Leute, die ihren gebrauchten Drahtesel nicht selbst verkaufen mochten, konnten ihr Rad früh morgens auf dem Geschäftsgelände abgeben, wo die Mitarbeiter sich um den Verkauf kümmerten. Zehn Prozent des Erlöses kassiert der Zweiradshop als Provision, maximal 50 Euro. Und der Flohmarkt war mit 150 Rädern wieder gut bestückt. Die Preisspanne reichte von 30 bis 2 500 Euro. „Etwa die Hälfte der angebotenen Räder wurde wieder verkauft“, so Schmitt, bei mancher Käufer noch ein passendes Schloss erstand. Denn auch da ist die Preisspanne groß und eine Beratung sinnvoll. „Es gibt billige Schlösser schon für zehn Euro, aber auch welche für 150.

Wer sein Rad immer in der Garage hat und nur mal kurz vor dem Bäcker abstellt, für den reicht auch ein billigeres. Wer es aber den ganzen Tag an einem öffentlichen Ort abschließen will, der sollte daran nicht sparen“, so der Fachmann. Früher habe man pauschal gesagt, der Preis des Schlosses solle ungefähr bei zehn Prozent des Fahrradwertes liegen. Bei den seit Jahren beliebten E-Bikes, die einen Anschaffungspreis zwischen 2 000 und 10 000 Euro haben, müssten es aber keine zehn Prozent sein. „Das wäre zu viel. Im Prinzip kann man das gleiche Schloss benutzen wie beim normalen Fahrrad.“

Das Rad mit Motorunterstützung ist weiter im Trend. Und zwar bei allen Generationen, sagt Schmitt: „Den Charme des Rentnerfahrzeugs hat es zum Glück verloren.“ Und gerade auch durch das E-Bike sei Radfahren als Volkssport noch beliebter geworden.

Getunte E-Bikes machen zunehmend Radwege unsicher

Begeistert von ihrem E-Bike ist seit sechs Jahren auch Edeltraud Beicht aus Groß-Umstadt. „Wir kaufen heute für meinen Mann auch eins. Denn es ist einfach toll, wenn man müde wird. Bei starkem Gegenwind oder bei einem steilen Anstieg kann man den Motor zuschalten. Wir machen mit unserem Freundeskreis oft Radtouren und da wir alle auf die 70 zugehen, haben sich jetzt nach und nach alle ein E-Bike gekauft“. Wobei der Begriff E-Bike genau genommen oft falsch verwendet wird, wie Schmitt erklärt: „Die meisten Leute meinen eigentlich ein Pedelec.“ Der absolut größte Anteil aller angebotenen E-Bikes sind Pedelecs.

Der Begriff hat sich im Alltagsgebrauch allerdings nicht durchgesetzt. Der Unterschied besteht darin, dass das „Pedal Electric Cycle“ nur dann Motorunterstützung bietet, wenn der Fahrer die Pedale tritt. Wenn Pedelecs nicht schneller als 25 Kilometer pro Stunde fahren, gelten sie als Fahrrad und sind nicht zulassungspflichtig. Die Fahrer schätzen, dass man selbst entscheiden kann wie viel Motorunterstützung man haben möchte. Man kann den Motor auch ganz ausschalten und allein mit Muskelkraft in die Pedale treten. E-Bikes fahren dagegen auf Knopfdruck mit Motor auch ohne Pedalunterstützung und sind zulassungspflichtig.

Quelle: op-online.de

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