„Sichere Landstraße“

Der tote Winkel als Gefahr für Schüler

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Die Schülerlotsen (vorne mit gelber Weste) im Einsatz. Nicht immer können sie das Gerangel verhindern. Sind sie zu zweit, kann effektiver und selbstbewusster gearbeitet werden.

Babenhausen - Auf dem Schulweg lauern Gefahren. Das Polizeipräsidium Südhessen hat die neuen Fünftklässler an der Offenen Schule darüber aufgeklärt, wie sie sich auf der Straße und an der Bushaltestelle verhalten sollen. Von Michael Just

Der Wechsel von der Grundschule auf die weiterführenden Schulen ist für die meisten Schüler mit einem Ortswechsel verbunden. Viele der neuen Fünftklässler der Joachim-Schumann-Schule (JSS) kommen aus Hergershausen, Sickenhofen oder Schaafheim. War die zuvor besuchte Grundschule meist im Heimatort und damit zu Fuß oder dem Fahrrad erreichbar; muss nun mit dem Bus gefahren werden.

Dass hier Gefahren lauern, verdeutlichten zum Schulanfang die Beamten der Jugendverkehrsschule des Landkreises. Im Rahmen des hessenweiten Verkehrssicherheitsprogramms „Sichere Landstraße 2012“ fanden Präventionstage des Polizeipräsidiums Südhessen in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Odenwald, Bergstraße und Groß-Gerau statt. In Darmstadt-Dieburg wurde in Babenhausen an der JSS aufgeklärt.

Präventionstag für Schüler

Reaktion auf Gewalt und Verhalten im Schulbus: Beim Präventionstag „Sicherer Schulbus“ des Polizeipräsidiums Südosthessen in Rodgau wird den Schülern gezeigt, wie sie sich auf dem Weg zur Schule verhalten sollten.

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„Uns ist vor allem der sichere Einstieg in die Busse wichtig. Dabei geht es um die Gefahren des toten Winkels und dass die Schüler wissen, was der Busfahrer sieht und was nicht“, sagt Polizeioberkommissar Ralf Drexelius. Mit drei weiteren Kollegen sowie Lehrer Andreas Leipold, Verkehrs- und Mobilitätsbeauftragter der JSS, verdeutlichte er unter anderem mit einer großen Folie, die auf die Straße gelegt wurde, das Sichtfeld des Busfahrers.

Für die Babenhäuser Jugendlichen hatte das Busunternehmen Spahn und Roth zu Demonstrationszwecken extra einen Bus zur Verfügung gestellt. Inhaber Herbert Spahn unterstützte die Aktion, indem er selbst am Steuer saß. Einige Schüler durften sich auf den Fahrersitz setzen, um einen Eindruck zu bekommen, welche Bereiche der Busfahrer einsehen kann. Laut Drexelius gibt es mittlerweile an vielen Schulen Geländer für einen geordneten Einstieg an den Haltestellen. Damit sollen Rangeleien und Unfälle verhindert werden, wie etwa der vor zwei Jahren in Groß-Bieberau, als ein Schulbus einem Mädchen über den Fuß fuhr. Vor allem an der JSS hat der Ansturm auf die Busse nach Schulende in den letzten Jahren häufig zu chaotischen Situationen geführt.

15 Schüler als Buslotsen

Seit diesem Jahr helfen 15 Schüler, die als Buslotsen fungieren, die Situation zu entschärfen. Mit ihren gelben Leuchtwesten wurden sie am Dienstag den neuen Fünftklässlern vorgestellt. Einer ihrer weiteren Aufgaben ist es, bei Sachbeschädigungen oder Streitigkeiten im Bus deeskalierend zu wirken. Eine Nachfrage unserer Zeitung ergab, dass die Buslotsen seit ihrer Einführung nur in einem Fall eingeschritten sind. Hier kam es zu einer Handgreiflichkeit, die der Buslotse mit Hilfe des Fahrer beenden konnte. Dass die Buslotsen trotz der gering gemeldeten Vorfälle nicht überflüssig sind, beweist die Aussage des zehnjährigen Michel. Er führt an, dass es beim Aussteigen aus dem hinteren Teil des Busses regelmäßig dazugehört, dass ihn die Älteren hinausstoßen.

Quelle: op-online.de

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