Sickenhöfer Motorrad-Oldtimer-Fans schrauben selbst und fahren Rennen

Unterwegs mit Quickly und Horex

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Die NSU Sportmax ist älter als ihr Fahrer Wolfgang Roth. Mit dieser Rennmaschine war er jüngst auf dem klassischen Solitudering bei Stuttgart bei einem Oldtimerrennen zu sehen. Den zum Haushalt gehörenden Gänsen ist dies offensichtlich egal. 

Schon viele Jahre beschäftigen sich die Sickenhöfer Peter Held und Wolfgang Roth mit Motorrädern aus früheren Jahrzehnten. 

Sickenhofen – Beide basteln und schrauben an Oldtimern verschiedener Hersteller und nehmen auch gerne mit ihren Zweirädern an klassischen Rennen im In- und Ausland teil. So auch kürzlich: Auf der klassischen Solitude-Rennstrecke westlich von Stuttgart starteten beide mit ihren alten Maschinen.

Klingende Namen des Motorsports sind dort vertreten. Neben den ehemaligen Formel-1 Fahrern Hans-Joachim Stuck, Jochen Maas und Hans Herrmann war auch der zweimalige Rallyeweltmeister Walter Röhrl mit von der Partie und steuerte einen Museums-Porsche über den ehemalige Rundkurs.

Höhepunkt für die Fans der klassischen Motorräder und insbesondere für Peter Held allerdings war die Anwesenheit des 87-jährigen Jim Redman aus Südafrika. Der ehemalige Motorradrennfahrer war zwischen 1962 und 1965 sechsfacher Weltmeister in der 250 und 350 Kubikzentimeterklasse. Bereits 2004 hatte Held bei einem Rennen auf der englischen Insel „Isle of man“ ein freundschaftliches Verhältnis zu Redman aufgebaut.

Zwölf Kilometer lange Strecke 

Mit einer Replik der ehemaligen WM-Maschine Honda CR 163 brauste er nun über die knapp zwölf Kilometer lange Solitudestrecke. Das Motorrad mit einem Vierzylinder-Motor erreicht mit seinen 45 PS eine Höchstgeschwindigkeit von knapp 215 km/h. Doch nicht nur auf der Piste, sondern auch drumherum trafen sich die Enthusiasten und fachsimpelten über ihr Hobby. Jim Redman signierte das Krad von Peter Held zusätzlich mit einem dicken „Thanks“. Auch der nächste Einsatz von Peter Held ist schon geplant. Beim Hamburger New Stadtpark-Revival am 7. und 8. September, das an die historischen Rennen im Stadtpark von 1934 bis 1952 erinnert, ist er wieder mit vorne dabei.

Auch Wolfgang Roth hatte es nach Leonberg zur Solitude Rennstrecke gezogen. Er packte seine NSU Sportmax, Baujahr 1955, in den Anhänger des Campers und verbrachte mit seiner Frau ein Wochenende am Ring.

Jim Redman aus Südafrika und Peter Held.

Die Motorradrennen dort sind nur Beiwerk so Roth, denn in erster Linie rasen alte Rennwagen über die Strecke. Aber dabei sein ist alles, so sein Credo, und er erzählte über das Flair solcher Veranstaltungen. Die Stimmung, die Nähe zu bekannten Motorsportlern und die Möglichkeiten, im Fahrerlager mit Gleichgesinnten zu klönen, sind schon bleibende Erinnerungen.

Weitere Veteranen 

Im heimischen Stall stehen noch weitere Veteranen, darunter fünf fahrbereite NSU-Quickly Maschinen und zwei Straßenkräder der Firma Horex. Momentan schraubt der Maschinenbaumeister an einer originalen NSU-OSL Maschine aus dem Jahr 1939. Dieser 80-jährige Veteran hat es ihm angetan und er baut bis ins kleinste Teil das Motorrad originalgetreu wieder auf. Einen langen Atem und viel Zeit brauchte man da, sagt Roth, denn Ersatzteile sind nur selten zu bekommen, vieles muss nachgebaut werden. Aber der Zweirad-Bazillus hat ihn schon lange gepackt, denn bereits als 15-Jähriger fuhr er sein erstes Moped und dann entwickelte sich nach und nach die Liebe zu den historischen Krafträdern.

Quelle: op-online.de

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