An Sickenhofens Halle geht's rund

+
Ideensammlung: Rund 20 Teilnehmer der ersten Sickenhöfer Begehung unter Führung des Ortsbeirats nahmen den Ortteil Babenhausens kritisch unter die Lupe.

Sickenhofen - Zu Fuß, Meter um Meter arbeiteten sich engagierte Bürger vor, um ihren Ort schöner und lebenswerter zu gestalten. Von Ursula Friedrich

Bei der ersten Ortsbegehung in Sickenhofen unter Führung des Ortsbeirats ging es vom Richer Bach gen Kirche, über die Ernst-Ludwig-Straße zur Wacholdergasse, Helmstraße und schließlich einem neuralgischen Punkt, der Friedel-Wiesinger-Halle.

Hier wurde allseits das vernachlässigte Außengelände beklagt. Junge Sickenhöfer machen sich immer wieder unbeliebt, verstopfen sie doch den Brunnen mit Steinen und erklimmen gar das Flachdach der Halle. Anwohner beschwerten sich über das nächtliche Wummern in der Halle, wenn Privatpersonen feierten, und den zurückgelassenen Müll auf dem Parkplatz. Ob ein größeres Umgestalten des Außenbereichs Sinn machte, bezweifelten Ortsvorsteher Friedel Sahm und Bettina Mathes, zweite Vorsitzende des Ortsverschönerungsvereins, denn in gut zwei Jahren soll die Mehrzweckhalle saniert werden. Doch kleinere Pflegemaßnahmen müssten bis zu diesem Termin regelmäßig durchgeführt werden. Die Idee eines Bürgers, den kleinen Brunnen täglich statt nur zweimal wöchentlich zu betreiben, wird ebenso aufgenommen, wie alle anderen Wünsche der Einwohner. „Wir werden jeden Vorschlag prüfen“, versprach Friedel Sahm, „und jeder kriegt eine Antwort.“

Zu laut, zuviel Müll, der Brunnen oft verstopft: Die Wiesinger-Halle ist ein neuralgischer Punkt im Ort.

Drei weitere Ortsbegehungen haben sich die engagierten Bürger vorgenommen. Ihr Credo: Mit kleinen Maßnahmen verschönern und Sickenhofen, das 650 Haushalte zählt, liebenswerter gestalten. Auch der Ortsbeirat mit seinen Vertretern aus CDU (4), SPD (3) und Grünen (2) hat sich vorgenommen, ohne Parteidünkel sachlich und konstruktiv in eine Richtung zu marschieren. Angesichts der leeren Stadtkasse sollen allerdings keine finanzintensiven Maßnahmen ergriffen werden. Vielmehr setzt man auf Eigenleistung und pfiffige Ideen. So konnte Unternehmer Tom Hottner spontan beisteuern: „Ich habe noch einen großen Strahler, wir könnten doch die Kirche beleuchten!“ Pfarrerin Elke Bäcker wünscht sich wiederum einen behindertengerechten Zugang zu ihrer Kirche – eine Investition, die die Gemeinde stemmen müsste. Dies könnte wiederum die acht Parkplätze tangieren, die hinter der Kirche entstehen sollen. Ein Punkt, der ebenso wie die alte Schule noch zu Diskussionen führen dürfte. Ein Anbau neben dem alten Schulgebäude soll weggerissen werden. Das würde jedoch dazu führen, dass die Buswartehalle ebenfalls dem Abrisskommando zum Opfer fallen würde – zumindest einige Zeit wären Buspendler dann Wind und Wetter ausgeliefert. „Können wir das verantworten?“, fragte Sahm in die Runde.

Weniger schwierig beplanbar schien die Region am Richer Bach. Hier soll eine Bank zum Verweilen den Platz an der Sachsenhäuser Straße beleben. „Wir können ja eine von den zehn Bänken auf dem Friedhof wegnehmen“, riet ein Bürger. An einer rund 20 Meter langen Mauer in der Wacholdergasse könnte sich „ein Künstler austoben“, meinte Bettina Mathes. Auch Blumen sind allerorts ein Thema. Um Brummis und Radfahrern den rechten Weg zu weisen, müssten in Mühl- und Helmstraße Schilder angebracht werden.

Einen neuen Briefkasten gibt es an der Alten Schule. Das unscheinbare Objekt ist ein großer Schritt in Sachen Bürgerbeteiligung. Hier können Sickenhöfer Wünsche und Verbesserungsvorschläge einwerfen. Oder sie können via Email kommunizieren (ortsbeirat-sickenhofen@arcor.de).

Die zweite Ortsbegehung soll am 14. Januar vom Ortseingang und den Sportplätzen bis ins Baugebiet Bachstraße führen. Vielleicht motiviert der zweite Rundgang im 1700 Einwohner starken Sickenhofen dann mehr Menschen, ihren Ort mitzugestalten.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare