Sind Zusteller zu flott unterwegs?

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Bei dem Schweren Verkehrsunfall am Dienstag wurden vier Menschen verletzt, zwei von ihnen schwer.

Babenhausen - „Im Grunde genommen war dieser Unfall nur eine Frage der Zeit. Im Ort werden sich Verfolgungsrennen geliefert“, so schreibt es ein wütender Schaafheimer Bürger auf der Internetseite unserer Zeitung. Er spricht von den Kleintransportern auf der Strecke zwischen Babenhausen und Schaafheim, der L 3116. Seiner Meinung nach sind einige zu schnell unterwegs. Von Kathrin Rosendorff

Und er ist nicht alleine mit seiner Empörung auf der OP-Online-Seite. Mehrere Leser schreiben, dass die rasenden Kleintransporter ein grundsätzliches und alltägliches Problem auf dieser Strecke seien.

Auslöser der Leserkommentare war der schwere Verkehrsunfall am Dienstagmorgen, der sich auf der Strecke zwischen Babenhausen und Schaafheim ereignete. Nachdem ein Kleinbus einen Roller am Ortseingang Schaafheim überholt hatte, berührten sich beide, dann schleuderte der Kleinbus in den Gegenverkehr. Vier Verletzte - zwei davon schwer - waren die Folge.

Ich bin auf der Strecke jeden Morgen und Abend unterwegs. Und ich habe schon oft knappe Überholmanöver dieser Kleintransporter erlebt“, schreibt ein weiterer Mann aus Schaafheim.

Bei dem missglückten Überholversuch verlor der Fahrer des Kleintransporters die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte in den Gegenverkehr.

Ein Dritter ist so echauffiert, dass er sogar droht, wenn einer dieser Kleintransporter ihm oder einem anderen Autofahrer zu dicht auffahre, ihm dann selbst einmal zu folgen. „Wenn mir der nächste Kleintransporter in den Po kriecht, fahr ich dem mal hinterher.“ Doch die Polizeistation Dieburg kann auf Anfrage unserer Zeitung hingegen weder eine Häufung von Unfällen mit Kleintransportern noch diese als Dauerraser bestätigen. So sagt Dienstgruppenleiter Michael Trumpfheller auf Anfrage. „Das ist sind subjektive Wahrnehmungen, objektiv gibt es kaum Unfälle mit Kleintransportern, und dass diese grundsätzlich auf dieser Strecke rasen, kann ich auch nicht bestätigen.“

Da bleiben noch die Vorwürfe gegenüber der Gemeinde, sie wäre untätig. Von Die Gemeinde unternimmt ja nichts gegen die Vollraser‘ bis zu ‚Die Gemeinde kassiert halt gut Gewerbesteuer, von denen sagt keiner was‘, beschweren sich die Leser.

Der Fahrer des Motorrollers kam nach der Berührung mit dem Kleintransporter ins Schleudern.

Dies lässt der Schaafheimer Bürgermeister Reinhold Hehmann nicht auf sich sitzen. „Natürlich bekommen wir immer wieder Beschwerden über die Paketzulieferwagen, die zu schnell unterwegs seien. Doch diese Pauschalaussagen, ‚die Kleintransporter rasen‘ helfen uns nicht“, sagt Hehmann. „Wir können nur etwas unternehmen, wenn die Leute die Autokennzeichen der Fahrzeuge notieren und uns diese auch mitteilen. Nur dann haben wir die Möglichkeit, zu handeln.“

Schließlich seien auf dieser Strecke täglich um die 100 dieser Sprinter unterwegs. Mit dem Geschäftsführer des in Schaafheim ansässigen Logistik-Unternehmens hätte er schon mehrmals gesprochen, und der hätte auch versprochen bei konkretem Fehlverhalten seiner Fahrer diese zu ermahnen. „Außerdem führen wir regelmäßig Radarmessungen auf der Strecke durch, da sind dann auch diese Fahrer dran, wenn sie denn zu schnell unterwegs sind.“

Dann betont der Verwaltungschef noch einmal: „Wir als Gemeinde können nur handeln, wenn wir keine Pauschalaussagen, sondern konkrete Autokennzeichen bekommen.“

Quelle: op-online.de

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