Sinnengarten trägt erste Früchte

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Die Führung mit dem Geopark Ranger Heiko Grosch durch den Sinnengarten endete mit Holundersirup.

Hergershausen (pg) - Gemeinschaftssinn, Tatkraft und Kreativität – auch bei der Beschaffung der nötigen finanziellen Mittel - haben es möglich gemacht: Der erste Bauabschnitt des Sinnengartens, den der Verein Herigar angelegt hat, ist beendet und wurde am Freitag offiziell eröffnet.

Auf insgesamt 1100 Quadratmetern, davon 300 formal angelegt und der Rest als Wildblumenwiese eingefasst mit einer Hecke aus heimischen Wildgehölzen, ist die grüne Oase entstanden. Der Garten, der Teil der Route der Regionalgärten des Unesco Geoparks Bergstraße-Odenwald ist, lädt dazu ein, die Seele baumeln und Flora und Fauna auf die Sinne wirken zu lassen.

Finanziert wurde das Projekt, das insgesamt 35 000 Euro kosten wird, ausschließlich aus Spenden- und Fördermitteln ohne städtischen Zuschuss. Der jetzt mit viel Eigenleistung fertig gestellte erste Bauabschnitt hat 20 000 Euro verschlungen. Im Dezember hatten die Vereinsmitglieder und freiwillige Helfer mit den Arbeiten am Wiesenteil begonnen. Im Frühjahr wurde der formale Teil mit wassergebundener Decke, Pavillon und Laubengängen angelegt.

„Für den zweiten Bauabschnitt sind 11 000 Euro geplant. Der Antrag auf Förderung soll noch im Juni gestellt werden. Sobald die Bewilligung da ist, beginnen wir mit der Umsetzung“, sagte die zweite Vorsitzende, Maren Gatzemeier. Ohne ihren Ideenreichtum und ihr Engagement und das ihres Ehemannes Mathias Brendle wäre der Garten für alle Generationen wohl nicht entstanden. Im jetzt folgenden Bauabschnitt sollen Hochbeete angelegt werden, um die Themen Fühlen und Schmecken umzusetzen, außerdem Beete entlang der Laubengänge mit Kletterrosen, Clematis, Lavendel und Buchseinfassung. Um die Kastanie soll eine Rundbank aufgestellt werden. Weitere Wünsche sind ein Schäferkarren, der auf die Blumenwiese gestellt werden könnte, und ein großer Summstein aus Basalt.

Große Vielfalt an einheimischen Pflanzen

Beim Empfang zur Eröffnung dankte Vorsitzender Ingo Rohrwasser den Wegbegleitern aus der städtischen Verwaltung, dem Amt für Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises, den örtlichen Vereinen, der Kirchengemeinde und den zahlreichen Sponsoren. Die größten Brocken zur Finanzierung hatten die Fraport AG und der BUND Darmstadt-Dieburg beigetragen.
Bürgermeisterin Gabi Coutandin nannte den im Oktober 2009 gegründeten Verein ein leuchtendes Beispiel für Bürger, die zur Tat schreiten. Ortsvorsteher Horst Grimm betonte, dass sich bei Herigar vor allem viele Neubürger engagieren und so in das Dorf integrieren. Maren Gatzemeier erläuterte die Entstehungsgeschichte des Sinnengartens, für dessen Planung sie Studenten der Hochschule Geisenheim gewinnen konnte. Im Rahmen einer Semesterarbeit lieferten sie Entwürfe ab, die dann in den finalen Plan einflossen. Es gehe bei diesem Projekt auch darum, wieder Dinge über Pflanzen zu erfahren, die keiner mehr weiß, sagte Gatzemeier und pflückte sich eine rote Beere aus der Tischdekoration, um sie in den Mund zu stecken: „Das ist die Felsenbirne und wie die Blumen auf dem Buffet essbar.“

Bevor dann das gut besuchte Sommerfest mit Live-Musik von den Bands FineSmartMusic und den Backroots Two am Abend für fröhliches Treiben an der Alten Schule sorgte, lud der Geopark-Ranger Heiko Grosch aus Rödermark die Gäste des Empfangs zu einer Führung ein. Er verwies auf die große Vielfalt der einheimischen Pflanzen, an die sich die heimischen Insekten, Vögel und andere Tiere über Jahrmillionen angepasst haben und auf die sie angewiesen sind. Etwa 20 verschiedene Gehölze, 60 Blumenarten und zehn Gräser wachsen im Sinnengarten. „Diese Pflanzen werden von März bis Ende August blühen“, sagte er und zeigte Bilder, wie es zu verschiedenen Jahreszeiten aussehen wird. Ein Blütenmeer und Früchte in verschiedenen Farben würden Menschen und Tiere erfreuen. Grosch ließ einen Ast von einem Holunderstrauch zum Schnuppern herumgehen. „An seinen Beeren haben über 60 Vögel Spaß“, sagte er und lud zum Abschluss zu einem eher unbekannten Geschmackserlebnis ein. In kleinen Bechern verteilte er den dunklen, verdünnten Saft der Holunderbeere und einen hellen Holundersirup.

Quelle: op-online.de

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