Skurrile Charaktere auf der Bühne

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Nach einem feucht-fröhlichen Abend standen Dorfpolizist Siegmund Eiferling ( Dirk Herz) und Schreiner Sepp Hämmerle ( Wolfgang Herz) in der Hose des anderen da und mussten sie vor ihren Ehefrauen – Uschi Liebald als Pauline Hämmerle (rechts) und Anne-Britt Krause als Klara Eiferling – runterlassen; sehr zur Freude des Publikums.

Sickenhofen - „Hosen runter zum Tausch!“, kommandiert Dorfpolizist Siegmund Eiferling (Dirk Herz), ehe er gemeinsam mit Schreiner Sepp Hämmerle (Wolfgang Herz) zur Freude des Publikums auf der Bühne seine Beinkleider runterlässt. Von Petra Grimm

Beide hatten bei der Weihnachtsfeier des Musikvereins zu tief ins Glas geschaut und stehen am nächsten Tag in der Hose des anderen da. Während sie diese Spuren der feucht-fröhlichen Feier beseitigen wollen, stürmen ihre beiden resoluten Ehefrauen – Uschi Liebald als Pauline Hämmerle und Anne-Britt Krause als Klara Eiferling – ins Geschehen und gehen zum Angriff über.

Die durchzechte Nacht und ihre Folgen, von denen auch der Schreinersohn Frank (Jens Kutscher), der cholerische Dirigent des Musikvereins (Walter Kutscher) und die Zwillingsschwestern Evi und Tina Häberle (Insa Mosen in einer Doppelrolle) betroffen sind, führen zu jeder Menge Trubel auf der Bühne der Friedel-Wiesinger-Halle.

Bis die seltsamen Geschehnisse um abgebrochene Leitersprossen, einen kaputten Fensterladen und einen von der Fensterbank der Pfarrhaushälterin Eugenie Schlotterbeck (Inge Hartenstein) gestohlenen Stinkerkäse aufgeklärt sind, haben die Zuschauer viel zu lachen. Und so soll es sein, wenn das Sickenhöfer Laientheater (SiLT) auftritt. Am Freitag und Samstag war es wieder soweit. Mit „Der unglaublichen Geschichte vom gestohlenen Stinkerkäs´“, einem Lustspiel in drei Akten von Bernd Gombold, sorgten die engagierten Laienspieler wieder für humorvolle Unterhaltung. In ihrem mit viel Liebe zum Detail ausgestatteten Bühnenbild spielten die erfahrenen Laienspieler gekonnt ihre skurrilen Charaktere. Von der Pfarrhaushälterin, die sich schon schämt, wenn sie beim Zehennägelschneiden nur den nackten Fuß des Pfarrers sieht, bis zum Schreiner, der sein Gebiss mit Holzzähnen flickt.

Seit 15 Jahren besteht die Truppe, die jetzt ihr 14. Stück aufführte. Anlässlich dieses Jubiläums gab Chris Enzmann, die zum ersten Mal die Regie übernommen hatte, vor der Premiere am Freitag an die Gäste mit dem weitesten Anfahrtsweg ein Gläschen Sekt aus. Zuschauer aus Darmstadt, Wiesbaden und München stießen mit der Regisseurin an. Als neue Ensemblemitglieder begrüßte sie Anne-Britt Krause, eine Sickenhöfer Neubürgerin, die sich der Theatergruppe angeschlossen hat, und Dirk Herz, den Sohn des langjährigen SiLT-Mitglieds Wolfgang Herz. Beide machten ihre Sache auf der Bühne sehr gut. Gemeinsam mit Uschi Liebald bildete Anne-Britt Krause ein beeindruckendes Team. Als rabiate Ehefrauen, die nicht davor zurückschreckten, ihre besseren Hälften mit Besen und Regenschirm zu bearbeiten, beherrschten sie die Bühne.

SiLT besteht derzeit aus 15 Personen, davon standen jetzt acht auf der Bühne. Die anderen sind als Helfer im Hintergrund aktiv, ohne die keine Theateraufführung machbar ist. So war Christine Winter wieder als Souffleuse im Einsatz und für die Maske Magdalena Kutscher und Karin Bender. Verantwortlich für das Bühnenbild waren Herbert Mohr, Lothar Enzmann und Walter Kutscher.

Als Dankeschön für seine treuen Zuschauer veranstaltete SiLT zudem eine Tombola. Die sechsjährige Michelle Winter durfte die drei Gewinner ziehen. Passend zum Stück war das kulinarische Angebot. In den zwei Pausen wurde vom Küchenteam, an der Spitze Irene Dittrich, unter anderem Handkäs mit Musik und Äbbelwoi angeboten.

Quelle: op-online.de

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