Ein Sommernachtstraum

Babenhausen - Manchmal wird das Sommernachtsfest zum Sommernachtstraum: Vom Traum lässt sich immer dann sprechen, wenn eine Veranstaltung nahezu perfekt verläuft. Am Samstagabend traf dies auf das Fest der Feuerwehr zu, das traditionell Alt und Jung in großer Zahl anzog. Von Michael Just

Ein recht heißer Tag bescherte jene warmen Temperaturen nach Sonnenuntergang, die es braucht, um die halbe Nacht draußen zu sitzen. So war die Atmosphäre bei den Blauröcken fast mediterran und es herrschte eine Urlaubsatmosphäre vor, die sich viele Menschen, mit Blick auf den viel zu kurzen deutschen Sommer, ein wenig öfter wünschen.

Vor allem das Wetter sorgte dafür, dass das Sommernachtsfest eine enorme Resonanz erlebte. Auf der kleinen Zufahrtsstraße zum Feuerwehrplatz standen hunderte von Fahrrädern. Trotz der über 250 aufgestellten Festzeltgarnituren war es schwer, einen freien Platz zu finden. Dicht gedrängt saßen die Besucher oder gruppierten sich um die Stehtische.

Laut dem Vorsitzenden des Feuerwehrvereins, Frank Pernecker, hatte man mit diesem Ansturm gerechnet. „So voll ist es nicht immer. Trotzdem kennen wir diesen Zuspruch aus der Vergangenheit“, sagte er. Der schöne Sommertag habe Vor- und Nachteile: „Wenn es so warm ist, kommen die Leute später und damit erst wenn die Sonne weg ist. Dafür bleiben sie auch länger“, so Pernecker.

Stimmgewaltig: Die Band Grace spielte zum ersten Mal auf dem Feuerwehrfest.

Ihren Fuhrpark hatten die Blauröcke aus den Hallen nach draußen gefahren, um einerseits Platz für die Küche zu schaffen und andererseits die Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Für den gesamten Abend standen rund 200 Schichten auf dem Dienstplan. Einige Mitglieder und Helfer trugen sich für zwei oder sogar drei Schichten ein. Zu denen, die mit anpackten, gehörte eine Reihe passiver Mitglieder, wie etwa Christoph Kleinert. Der Mann aus dem Kirchenvorstand der evangelischen Gemeinde half bei der Essensausgabe. Mit vielen anderen demonstrierte er die Verwurzelung der Wehr in der Stadt.

Die Organisatoren des Sommernachtsfest griffen auf bekannte Erfolgsrezepte zurück, darunter ein Spieleangebot für Kinder oder die Bar im Feuerwehrhaus, die wie gewohnt zu später Stunde zum Anziehungspunkt wurde. Der Weizenbierstand, der Weinpavillon sowie das Cocktailangebot gehörten ebenfalls zum unverzichtbaren Angebot.

Als neu kam die Musik daher

Als neu kam die Musik daher: Das war erstmal ungewohnt, denn die Jahre zuvor sorgte stets das Quartett Metronom für Stimmung auf dem Feuerwehrplatz. Diesmal spielten Grace aus Alzenau. „Wir dachten, es ist gut, mal etwas Neues zu bieten“, erklärte Pernecker. Feuerwehrkameraden hatten Grace auf einer Hochzeit spielen hören und waren von der stimmgewaltigen Sängerin begeistert. Wie so oft bei Neuerungen gab es nicht nur positives Echo. „Zu laut, zu viel englische Musik“, war hier und da zu hören. Andere Besucher genossen dagegen die Abwechslung auf der Bühne mit den fünf Musikern.

Waren in der Vergangenheit die Freunde der Feuerwehr aus Babenhausen/ Schwaben auf dem Sommernachtsfest auszumachen reisten die Floriansjünger aus Bayern diesmal nicht an. „Dafür kommen sie zum Altstadtfest“, verriet Pernecker. Und das vielleicht noch mit Unterstützung der Kameraden aus Babenhausen bei Bielefeld. Laut Pernecker habe es kürzlich ein Feuerwehr-Gipfeltreffen aller drei Babenhäuser Kommunen in Deutschland auf nordrhein-westfälischen Boden gegeben.

Beim Altstadtfest dürften alle Babenhäuser Gäste, ob aus dem Süd-, Mittel- oder Westteil der Republik, den gleichen Spaß wie die Besucher am Samstag haben: „Das Essen ist gut und man kennt die Leute“, sagte Jana Doppler (20) über das Sommernachtsfest. Irene Fengel (51) lobte ebenfalls das Essen, dazu schätzte sie die Biergartenatmosphäre. „Man muss die Feuerwehr unterstützen“, fügte sie hinzu.

Bis in die frühen Morgenstunden hielten die geselligen Runden an. Für einige Helfer war die Nacht kurz. Mit dem Anspruch, dass am Sonntagnachmittag schon wieder alles komplett auf- und weggeräumt sein sollte, trudelten die ersten Helfer bereits zwischen mit den ersten Sonnenstrahlen wieder ein. Sie riefen in Erinnerung, dass es für einen Sommernachtstraum nicht nur gutes Wetter, sondern auch reichlich Engagement im Hintergrund brauche.

Quelle: op-online.de

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