Wenn die Verwandtschaft kommt...

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Mit ihren Liedern im Odenwälder Dialekt trafen Burkhard Schimpf und Adam Knöpp den Geschmack des Publikums.

Harpertshausen - „Die Bangert haben die ganze Stachelbeeren gegessen, die Tante Emma hat im Kirschbaum gesessen, die Schwiegermutter hat die Bohnen alle gepflückt und nahm die Stange als Brennholz auch noch mit“ – wenn die lieben Verwandten kommen, ist das nicht immer lustig. Von Michael Just

Das wussten Burkhard Schimpf und Adam Knöpp in einem ihrer drei Lieder auf Odenwälder Mundart zu berichten, die sie beim städtischen Seniorennachmittag am Samstagnachmittag zum Besten gaben. Im DRK-Heim hatten die Gastgeber in bewährter Manier ein großes Programm vorbereitet, das mit Kaffeetrinken begann und mit dem Abendessen endete. Dazu gab es für alle Teilnehmer über 80 Jahren eine rote Rose. Soviel Aufmerksamkeit gibt es nicht alle Tage, und die Senioren genossen dies sichtlich.

Nach den Seniorennachmittagen in Harreshausen, Hergershausen und Sickenhofen waren nun auf Einladung der Stadt alle Harpertshäuser Bürger über 65 Jahren inklusive Lebenspartner eingeladen. Im kleinsten Stadtteil trifft das Kriterium auf 106 Personen zu, in ganz Babenhausen auf 3 200 Menschen. Bürgermeisterin Gabi Coutandin sagte, dass die Stadt mit vielen Angeboten die Interessen der Senioren berücksichtige, so etwa mit der Ausarbeitung eines „Sport- und Entwicklungskonzepts“. Im Gegenzug bat sie, sich verstärkt in Vereinen oder Initiativen wie dem „LebensMittelPunkt“ einzubringen: „Ihre Erfahrungen, Ihre Kenntnisse und Ihre Zeit sind sehr wichtig. Wir brauchen Sie!“, lautete der Appell, eine gesellschaftliche Aufgabe wahrzunehmen.

Grußworte von Ortsvorsteher Kurt Kratz

Grußworte kamen von Ortsvorsteher Kurt Kratz, der auch moderierte, sowie den beiden Pfarrern Ferdinand Winter für die katholische Pfarrei St. Josef und Ulrich Möbus für die evangelische Kirchengemeinde Harpertshausen. Möbus gab seinem Wunsch Ausdruck, dass hinter den weihnachtlichen Geschenken ein wahres Gefühl der Liebe steht. Die Liebe zog sich am Samstag wie ein roter Faden durch das Programm, so auch beim Auftritt des Jugendrotkreuzes. Mit einem ungeschmückten Christbaum, der nach und nach brennende Kerzen erhielt, wurde nachdenklich über das Vergehen der Jahre sinniert. Der Gang durch das Leben hatte die Botschaft, dass alles nur mit der Weihnachtsgeschichte und der Liebe einen Sinn erhält.

Einen Schwerpunkt beim Bühnenprogramm bildeten die Markwaldschüler, die ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellten. Zuerst wurde gesungen, dann Flöte gespielt und zu guter Letzt noch die Schauspielkünste mit einem Mini-Musical präsentiert. Mit dem Titel „Der Weihnachtsgast“ wurde angemahnt, trotz der stressigen Vorweihnachtszeit die Aufmerksamkeit für seine Mitmenschen nicht zu verlieren. Auch wenn der Applaus das Brot der Künstler ist, gab es für alle kleinen Gäste noch einen Schoko-Nikolaus. Die Markwaldschule nahm 2010 zum ersten Mal am Harpertshäuser Seniorennachmittag teil. Die Gründe liegen nahe: Viele Harpertshäuser Kinder gehen in Langstadt zu Schule – hatten also sozusagen ein Heimspiel. Das wurde bei der Vorstellung der Kinder mit ihren Namen deutlich. Hier galt es, einen besonders großen Schritt nach vorne zu machen, denn viele Senioren wollten einen genauen Blick auf den Nachwuchs werfen und dabei auch jene Kinder kennen lernen, die zugezogen sind oder keinen ortsbekannten Namen tragen.

Quelle: op-online.de

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