Sophia Pongrac begeistert mit Gitarre und Gesang

Auf dem Weg zum großen Traum

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Musik ist die große Leidenschaft von Sophia Pongrac. Mehr als 30 Lieder hat sie geschrieben. Nachwuchsmusikerin Sophia Pongrac hat sich das Gitarrespielen selbst beigebracht.

Sickenhofen - Musik ist die große Leidenschaft von Sophia Pongrac. Mehr als 30 Lieder hat sie geschrieben. Von Michael Just 

Da gehört schon Mut dazu: Zum Spritzenhausfest der Sickenhöfer Feuerwehr fragte Sophia Pongrac im Vorfeld die Verantwortlichen, ob sie dort zur Unterhaltung auftreten und singen kann. Den ersten, verwunderten Blicken folgte ein „warum nicht?“ Beim Dämmerschoppen am Samstagabend dann die große Überraschung: Die 16-Jährige legte einen zweistündigen Auftritt hin, der alle Anwesenden staunen und schwärmen ließ. In Sickenhofen arbeitet sie derzeit an einem Traum: „Ich möchte Musikerin werden“, sagt Sophia Pongrac, die zum neuen Schuljahr auf einem Gymnasium in Darmstadt ihr Abitur angeht. Davor war sie an der Eichwaldschule in Schaafheim. Dort sang und spielte sie in der Schulband „Freaky Friday“ und setzte sich mit ihrer Stimme sowie auf der Gitarre und am Klavier in Szene.

Kaum zu glauben: Die Teenagerin hat sich das Gitarrespielen mit dem Instrument der Schwester selbst beigebracht. „Meine Schwester hat immer eine Gitarre gewollt, aber dann nie benutzt“, berichtet Sophia. Im Internet besorgte sie sich das Wissen, wie das Spiel mit den Saiten funktioniert. Seit einem Jahr besitzt sie nun ihr eigenes Instrument. Erfolgreiche Musiker weisen oft eine Biografie auf, die aus der Reihe fällt. Der Werdegang von Sophia Pongrac trägt ähnliche Züge: Geboren wurde sie in Texas/USA. Ihr Vater war einst amerikanischer Soldat in Aschaffenburg und lernte dort Sophias Mutter kennen. Gemeinsam wurde in die USA übergesiedelt. Mit der Auffassung, dass das Bildungssystem in Deutschland für die Kinder besser ist, kam die Familie wieder zurück. Sophia, die einen deutschen und einen amerikanischen Pass hat, war damals zweieinhalb Jahre alt. Vor rund fünf Jahren fanden die Pongracs in Sickenhofen ein neues Zuhause.

Gefühle kann sie besser mit Gesang ausdrücken

Über die Jahre hat sich ihre Familie daran gewöhnt, dass Sophia den ganzen Tag singt. „Das ist manchmal peinlich“, lacht die Schülerin, vor allem wenn sie Kopfhörer aufhat und ihr Leute entgegenkommen. Dann macht sie kurz Pause und singt anschließend weiter. Zu ihrem breitgefächerten Repertoire gehören Stücke von Oasis, John Denver oder Tim Bendzko. Vor allem Taylor Swift hat es ihr angetan. Der amerikanische Shooting-Star begann bereits im Alter von zehn Jahren, an Gesangswettbewerben teilzunehmen und bei Festivals und Messen als Sängerin aufzutreten. Dafür schrieb die heute 25-Jährige bereits eigene Songs. Mit elf Jahren bemühte sie sich um einen Plattenvertrag, was ihr drei später gelang. Heute füllt sie mit ihrem Country-Pop die größten Hallen der USA. Soweit ist Sophia Pongrac noch nicht, aber viele Dinge hat sie mit ihrem Idol gemein. So schreibt die Schülerin ebenfalls eigene Texte. In englischer Sprache handeln sie von Freundschaft, Liebe und Familie. „Was man fühlt, ist oft schwer den betreffenden Personen zu sagen. Deshalb rede ich nicht, sondern schreibe es lieber auf und singe dann darüber“, erzählt sie. Auf diese Weise hat sie zum Beispiel die Trennung von ihrem Freund verarbeitet. Die nur kurze Beziehung zeigte sich als einseitige Liebe der jungen Sickenhöferin. „Ich habe gewusst, dass die Trennung kommt“, berichtet sie. Diese Ahnung kommt auch in einem ihrer Songs zum Ausdruck. „Die Zeit fliegt vorüber, so schnell, dass man nichts mehr sieht. Ich kann es mir nicht erklären, aber ich fühle gerade gar nichts mehr“, heißt es darin.

Jener nachdenklichen Lebenserfahung stehen fröhliche Lieder gegenüber, die davon künden, wie wunderbar die Liebe ist, wenn man an einem anderen Menschen einfach alles mag. Insgesamt hat Pongrac schon über 30 Stücke geschrieben. Im Internet kann man sie ebenfalls bewundern: Bei Youtube stellte sie schon 31 Videos ein und fand 36 „Subscriber“ beziehungsweise Fans, die ihre Werke toll finden. Wer die Autodidaktin zum ersten Mal hört, ist vor allem überrascht, welche kraftvolle Stimme die körperlich eher zierlich gebaute Schülerin zu bieten hat. Eine Lehrerin ihrer ehemaligen Schule sorgte dafür, dass sie schon bei einem Fest in Neustadt an der Weinstraße auftrat. Ein Bankkaufmann, der sie sah, ermöglichte einen Gig bei einer Richterehrung der IHK Darmstadt. Dazwischen reihen sich „Performances“ bei Geburtstagen, der Eröffnung des Sportparks in Schaafheim, beim Adventsmarkt in Hergershausen oder beim Bahnhofsfest in Langstadt. Ihre bisherigen Auftritte hat die 16-Jährige auf einer Liste zusammengefasst, die sie derzeit stetig ergänzen muss. Mit der Zahl der Auftritte wächst auch parallel die Entlohnung, die, langsam aber stetig, über „Essen und Getränke frei“ hinausgeht.

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Von den einschlägigen TV-Castings hält Sophia wenig. „Ich mag nicht, dass drei Köpfe zu Showzwecken über Sieg oder Niedergang entscheiden“, sagt sie. Da verlässt sie sich lieber auf die Begeisterung der Zuhörer, die sie bei jedem Auftritt hinterlässt. Derzeit wächst die Fangemeinde für die junge Solo-Artistin rasant. Demnächst will die Schülerin eine Hörprobe an einen Musikverlag schicken. Dann könnte der nächste Schritt ihres Traumes in Erfüllung gehen, eines Tages von der Musik zu leben.

Quelle: op-online.de

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