Spargel

Späte Ernte des Königsgemüses

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Ursula Funk zeigt ihren frisch geernteten Spargel, der bereits gewaschen und in Qualitätsklassen sortiert ist. Auch grünen Spargel, der weniger geschält und kürzer gekocht werden muss, gibt es rund um Babenhausen.

Babenhausen - Nun sieht man sie wieder allerorten, die Spargelstecher, die das edle, weiße Gemüse aus dem Boden holen. Die Spargelfelder, kenntlich an den langen Reihen, abgedeckt mit schwarzen Folien, sind nicht nur belebt, sondern liefern inzwischen auch ordentlich Ertrag. Von Ulrike Bernauer

Spät genug war es in diesem Jahr, dass die ersten einheimischen Spargel gestochen werden konnten. „Normalerweise fange ich um den 5. April mit der Ernte an“, sagt Spargelbauer Jürgen Mahr, „in diesem Jahr war es erst am 23. April. “ Für den Sickenhöfer ist das besonders bitter, lebt er doch vom Spargelanbau und hat nicht wie viele Landwirte noch andere Feldfrüchte im Anbau.

Mit einem Ausfall von 15 bis 20 Prozent rechnet der Landwirt, deshalb überlegt er sich, in diesem Jahr ein wenig länger stechen zu lassen. Zum einen gibt es Sorten, die später geerntet werden, zum zweiten können die Folien, die jetzt überall auf den Spargelfeldern liegen, zwei unterschiedliche Wirkungen erzielen. Liegt die schwarze Seite oben, speichert sie die Wärme und gibt sie an den Boden ab, der Spargel wächst schneller. Liegt die weiße Seite oben, dann wird die Sonne reflektiert, der Boden erwärmt sich langsamer, das Wachstum des weißen Gemüses wird verzögert.

Wurzelstock braucht Zeit, um sich zu erholen

Auf diese Maßnahme will die Langstädterin Ursula Funk verzichten. „Wir werden, wie üblich am 24. Juni mit dem Stechen aufhören“, sagt die Spargelanbauerin. Zum einen braucht der Wurzelstock Zeit, um sich zu erholen, er muss also oberirdisches Kraut ausbilden können, damit die Ernte auch im folgenden Jahr gut wird. Zum zweiten hat die Landwirtin ihre Saisonarbeitskräfte auch für einen bestimmten Zeitraum bestellt, nach dem 24. Juni fahren ihre Leute wieder nach Hause.

Deshalb wird das Ehepaar Ursula und Thomas Funk voraussichtlich in diesem Jahr nicht den gleichen Verdienst haben wie in üblichen Jahren. Die Saisonarbeitskräfte, denen eine gewisse Arbeitsstundenanzahl garantiert wird, waren schon ab dem 5. April da, auch bei den Langstädtern ging die Ernte aber erst um den 23. April los. „Ich will es mir mit meiner guten Mannschaft aber auch nicht verderben, die nehmen sich teilweise zuhause Urlaub und wollen dann auch mit Geld nach Hause zurückkehren. Leute, die diese anstrengende Arbeit gut machen, findet man nicht so einfach.“

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Das Spargelstechen ist eine Kunst für sich, es gehört ein geübter Blick dazu, einen Spargel zu sehen, bevor der Kopf durch die Erdoberfläche bricht. Auch der Anbau gehört mit Sicherheit nicht zu den einfachsten landwirtschaftlichen Kulturen. Die Funks kaufen die Spargelwurzeln bei einem Betrieb, der sich auf die Aussaat spezialisiert hat. Im März werden die Wurzeln gepflanzt und die Pflanzen dürfen dann ein Jahr ungestört wachsen. Im zweiten Jahr wird dann an zehn Tagen geerntet, im dritten Jahr während drei Wochen und erst im vierten Jahr die ganze Saison über. Die Lebensdauer einer Pflanzung beträgt sechs bis sieben Jahre, nur in dieser Zeit liefert sie einen ordentlichen Ertrag.

Immer über 1a-Qualität verfügen

Deshalb legen die Funks auch meist jedes Jahr einen neuen Spargelacker an, damit sie immer über 1a-Qualität verfügen. Auf die Güte ihres Spargels ist Ursula Funk stolz, nicht nur beim Anbau gibt man sich viel Mühe. „Wir sortieren die Qualitätsklassen auch ganz streng“, erklärt die Spargelanbauerin. Die frisch geernteten und gewaschenen Stangen durchlaufen erst eine Maschine, die nach Dicke sortiert, bei Funks stehen aber noch Menschen neben dem Band, die noch einmal eine Nachsortierung vornehmen.

Die Kunden, die auch aus der weiteren Umgebung kommen, wissen das zu schätzen. Ursula Funk legt aber auch Wert darauf, die verschiedenen Qualitätsklassen immer für ihre Kunden vorrätig zu halten. „Aus dem Spargelbruch kann man eine leckere Suppe kochen, und er ist so preiswert, dass sich den alle leisten können.“

Quelle: op-online.de

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