Sozialstation profitiert

Memory-Mobil auf Reisen

+
Über eine Spende freuen sich die Mitarbeiter des Demenzservicezentrums. Auf dem Foto (von links): Manfred Neßler, Rosemarie Lück, Edda Haack und Angelika Seidler.

Babenhausen - Mit einer Spende über 7 500 Euro aus ihrer Jubiläumsstiftung unterstützt die Sparkasse Dieburg die Arbeit des Demenzservicezentrums des Diakonischen Werks Darmstadt-Dieburg. Von Ursula Friedrich

Die großzügige Gabe für die Einrichtung unter dem Dach des Mehrgenerationenhauses in Groß-Zimmern kam gerade recht – auch für die Sozialstation in Babenhausen.

Obwohl das Problem Demenz mit der älter werdenden Gesellschaft stetig wächst, fehlt eine kontinuierliche Finanzierung. Demenzerkrankungen sind eine große gesundheitliche Aufgabe der Zukunft, die mit der demografischen Entwicklung im Landkreis stetig wächst. „Familien und Kommunen stehen hier vor einer echten Herausforderung“, sagte Edda Haack, Leiterin des Diakonischen Werks Darmstadt-Dieburg.

Das Diakonische Werk hat dies längst erkannt und mit dem Mehrgenerationenhaus in Groß-Zimmern auch das Demenzservicezentrum etabliert. Fünf Jahre Arbeit dort sind fünf Jahre erfolgreiche Vorreitertätigkeit, die in die Kommunen des Landkreises ausstrahlt.

Kreisweiter Anlaufpunkt

Die soziale Einrichtung in Groß-Zimmern bietet lokal zwei Gruppen für Betroffene, die sich wöchentlich treffen. Sie versteht sich als kreisweiter Anlaufpunkt für Rat- und Informationssuchende, hat jedoch auch hinsichtlich der Vernetzung von kommunalen Gruppen und Trägern eine Schlüsselrolle.

Maßgeblich war das Zentrum an der Gründung der IG Demenz beteiligt – einem Netzwerk 15 lokaler Gruppen und ambulanter Dienste im Landkreis. Hier bietet etwa die Einrichtung „Lichtblick“ in Groß-Umstadt, die Sozialstation in Babenhausen, der ambulante Pflegedienst „Spurensuche“ in Münster oder auch „Atempausen“ in Eppertshausen und andere vor Ort Hilfe. „Trotz der zunehmenden Problematik, der Störungen im Gedächtnis bis hin zu Verlust von Mobilität, Sprache und Erinnerung, gibt es für das Demenzservicezentrum keine Regelfinanzierung“, beklagte Angelika Seidler, Koordiantorin des Mehrgenerationenhauses. „Wir können unsere Angebote nur über Modellprojekte finanzieren.“ Die laufen in der Regel nach wenigen Jahren aus. Derzeit steckt die Einrichtung in einer solchen Finanzierungspause, „wir müssen in unsere Arbeit eigene Mittel reinschießen, die wir gar nicht haben“, sagte Edda Haack.

Bekenntnis zu sozialer Verantwortung

Das Bekenntnis der Sparkasse zu sozialer Verantwortung ist in dieser Situation ein Segen. „Wir können zwar ihre Arbeit nicht finanzieren, aber wir fühlen uns eng mit den Menschen in der Region verbunden und dabei liegt uns die Förderung von sozialen Projekten sehr am Herzen“, sagte Direktor Manfred Neßler. In Groß-Zimmern, wo Martina Müller den Bereich Demenz federführend betreut, wächst das Angebotsspektrum ständig. Auch präventiv wird inzwischen im Landkreis etwas geboten. Als zweite Niederlassung in Hessen – Vorreiter ist Wiesbaden – wird das Memory-Mobil auf Reisen geschickt. Ein mobiler Anlaufpunkt für alle, die Gedächtnisleistung und möglicherweise beginnende Demenzerkrankungen untersuchen lassen möchten.

Die Schulung von Angehörigen und ehrenamtlichen Helfern in lokalen Einrichtungen ist ein weiteres kontinuierliches Angebot. „120 Helfer wurden bei uns für die Betreuung qualifiziert“, sagte Angelika Seidler. Neu im Angebot ist in Groß-Zimmern ein Kinaesthetic-Kurs für Pflegende, der neue Impulse im Umgang mit Erkrankten gibt.

Kontakt: Demenzservicezentrum des Diakonischen Werks, Otzbergring 1-3, Groß-Zimmern, s 06071 618998, E-Mail: m.mueller@dw-darmstadt.de.

Quelle: op-online.de

Kommentare