Arbeitsgruppe hat Vorschläge zu Sparmaßnahmen erarbeitet

Sparzwang: Weniger Service in Kitas

Babenhausen - Die Kinderbetreuung bleibt vom städtischen Sparzwang nicht verschont. Daher müssen Eltern künftig mit geringeren Leistungen in den Kitas rechnen. In Kraft treten soll die neue Benutzungs- und Gebührensatzung ab August.

Reduzierte Öffnungszeiten, weniger Personal, neue Gebührensatzung – wie die Zukunft beim Betrieb der städtischen Kitas aussehen wird, nimmt allmählich Formen an. Die Mitglieder der Arbeitsgruppe Kitas erarbeiten gemeinsam Benutzungs- und Gebührensatzungen, um nach den politischen Vorgaben am großen Kostenbrocken Kinderbetreuung Einsparungen anzuregen. Zahlte Babenhausen 2014 noch 3,4 Millionen Euro für die Kinderbetreuung, drohten diese Ausgaben 2017 auf 4,1 Millionen Euro Betreuungskosten anzuwachsen – 64 Prozent des Bruttoaufwands.

„Die Diskussionen sind durchaus kontrovers“, berichtete Regina Lange, Fachbereichsleiterin Soziales und Familie, aus dem Gremium, in dem Verwaltung, Kommunalpolitik und Eltern um Lösungen ringen. Die Ergebnisse der AG sollen in den Fraktionen diskutiert und in der Sitzung des Stadtparlaments am Donnerstag, 27. April, entschieden werden. Lange: „Angestrebt ist das Ziel, dass die Änderungen zum neuen Kitajahr ab 1. August greifen.“

Einigung erzielte die Kita-AG in der Neuregelung der Benutzersatzung, die vor allem die Öffnungszeiten betrifft. Für die acht kommunalen Kitas, die der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) betreibt, und die evangelische Betreuungseinrichtung ergeben sich folgende Änderungen: Nur zwei Einrichtungen, die Kita Kunterbunt und die evangelische Kindertagesstätte, öffnen bereits ab 7 Uhr. Die übrigen Kitas werden ab 7.30 Uhr betrieben. Die maximale Betreuungszeit von 9,5 Stunden soll es nur noch in der Kita Kunterbunt in der Kernstadt geben. Die evangelische Kita böte nach der Neuerung neun Stunden Betreuung an (7 bis 16 Uhr, freitags bis 15.30 Uhr). In den Stadtteilen Harreshausen (Kita Wuselkiste) und Langstadt (Kita Regenbogen) soll täglich von 7.30 bis 15.30 Uhr geöffnet sein. In den übrigen vier städtischen Kitas soll die Betreuungszeit von 7.30 bis 16.30 Uhr angeboten werden, freitags jedoch nur bis 16 Uhr. In der Kita Harpertshausen im kleinsten Babenhäuser Stadtteil soll die Betreuung auf sechs Stunden reduziert werden (8 bis 14 Uhr).

Kinder sicheren Umgang mit Feuer üben lassen

„Wir sind auf einem guten Weg“, resümierte der CDU-Stadtverordnete Günther Eckert, „auch bei der angestrebten Deckung der Ausgaben über Elterngebühren“, (bisher elf Prozent, anvisiert sind 16 Prozent). Auf einkommensschwache Familien kämen nach der neuen Gebührensatzung vermutlich keine Mehrkosten zu, allerdings reduziert sich der Service. Die Kernbetreuungszeit für den Nachwuchs wird von sechs auf fünf Stunden heruntergefahren. Mit dem Kita-Betreiber der acht kommunalen Einrichtungen soll es Gespräche geben. Lange: „Es soll Vorgaben der Stadt bezüglich des Personals geben, wir wollen dem Arbeiter-Samariter-Bund vorgeben, was wir an Personalkosten maximal zahlen.“

Eine Verbesserung des Tagesmütterangebots wird parallel zur Neuregelung in der Betreuungslandschaft weiterverfolgt. Für das neue Fördermodell der Stadt interessierten sich derzeit zwei Tagesmütter aus Langstadt, berichtete Regina Lange. Demnach wird Tageseltern, die eine Immobilie zur U3-Betreuung anmieten, durch die Stadt ein Mietkostenzuschuss sowie ein allgemeiner Zuschuss pro Betreuungsplatz gewährt. (ula)

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare