Pünktlich zu Sommerferien fährt Kinder- und Jugendpflege Programm auf

Groß-Zimmerns Ferienspiele ohne Motto, aber flexibel

Kleine Forscherinnen in der Natur unter sich: Mit Botanisiertrommel, Lupenglas und Wissensdurst werden die Reinheimer Teiche erkundet.
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Kleine Forscherinnen in der Natur unter sich: Mit Botanisiertrommel, Lupenglas und Wissensdurst werden die Reinheimer Teiche erkundet.

Pünktlich zum Start in die Sommerferien hat das Aktionsprogramm der Kinder- und Jugendpflege begonnen: die Ferienspiele. In vier der sechs Ferienwochen bieten Pädagogen und Teamer jede Menge Freizeitspaß, neues Wissen, Bewegung und vor allem frische Luft. „Was geht, machen wir draußen“, berichtet Jugendpfleger Markus Psczolla. Nicht nur wegen des schönen Wetters, sondern vor allem wegen der Pandemie und den Hygieneauflagen, die damit einhergehen.

Groß-Zimmern – Seit Monaten ruhten die Ferienspiele wegen der Coronamaßgaben. Erstmals seit Herbst 2020 kann jetzt überhaupt wieder ein Angebot gemacht werden. In der ersten Woche ist die Gruppe mit einem Dutzend Ferienkindern recht familiär besetzt, das Programm dafür recht gehaltvoll. Weil die Vereine mitziehen, geht es zur Feuerwehr und auf den Petanque-Platz. „Unsere Ferienspiele laufen diesmal ohne Motto“, sagt Psczolla – das sei der Situation geschuldet. „Um flexibel reagieren zu können, haben wir diesmal kein spezielles Thema ausgewählt.“

Hoher Personalaufwand, viel Desinfektionsmittel, Putzen und Flexibilität sind die Gebote der Stunde. Ein Lob gibt es an die jungen Leute, die diese Regeln und Auflagen akzeptieren. „Die Kinder ziehen einwandfrei mit“, sagt Küchenfee Irmi Hogrefe.

Auch ohne roten Mottofaden wird der Jugend viel geboten. „Woher kommt die Kartoffel?“, hieß es beim Besuch von Bauer Dressel. Beim Petanque-Spielen wurde das gänzlich fleischlose „Schweinchen“ ins Visier genommen und an der Naturschutzscheune in Reinheim alles, was sich im Wasser tummelt. Alle Wege legten die Ferienkinder und Teamer mit Fahrrädern zurück. So wurde der Besuch des Reinheimer Teichs gleich zur Radtour.

Wasserläufer, Egel, Fliegenlarve und Co wurden gemeinsam mit der Naturpädagogin Yvonne Lücke wissenschaftlich untersucht. „Der Reinheimer Teich ist eines der letzten Vorkommen der europäischen Sumpfschildkröte“, berichtet Lücke. Und was klappert da im Duett? In luftiger Höhe munterten junge Störche im Horst die Eltern lautstark zur Futtersuche auf.

„Bisher hat alles Spaß gemacht“, zieht Ferienkind Johanna Bilanz nach vier Tagen Programm. „Morgen gibt es Burger!“, Charlotte hatte nicht etwa den anstehenden Besuch der Feuerwehr, sondern eher das Mittagessen im Visier.

Die ersten Ferienspiele nach vielen Monaten haben allerdings auch ernste Komponenten: steigende Infektionszahlen. Denn während Woche eins und zwei moderat gebucht sind, hoffen in der sechsten Ferienwoche rund 30 Kinder auf eine kurzweilige Zeit mit dem Juz-Team.

„Wenn die Inzidenz über 35 steigt, dürfen wir nur 25 Kinder betreuen“, erläutert Psczolla. Sie halten ein bisschen die Luft an bei der Kinder- und Jugendförderung – und bleiben auch weiterhin flexibel. (zah)

Unten tollen die Ferienspiel-Kinder, oben harren Jungstörche des Fressens, das die Altvögel herbeibringen.

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