Gründer der Tischtennisabteilung des TSV Langstadt

Sporthalle wird nach verstorbenem Eckehard Colmar benannt

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Viele Besucher waren bei der offiziellen Feier zur Hallenumbenennung in Langstadt. Unter anderem wurde Eckehard Colmar in mehreren Reden gedankt.

Babenhausen - Mit der neuen Namensgebung der Sporthalle in Langstadt, die Bernd Bundschuh und Hans Wald angeregt hatten, soll das herausragende Engagement Eckehard Colmars als Gründer und langjähriger Leiter der erfolgreichen Tischtennis-Abteilung des TSV gewürdigt werden. Von Petra Grimm

Man wolle einem verdienten Bürger in großer Dankbarkeit damit Ehre erweisen, sagte Babenhausens Bürgermeister Joachim Knoke, dessen Laudatio aus der Feder von Bernd Bundschuh mit den Worten „Ein Leben für den Tischtennis in Langstadt“ überschrieben war. Vor Kurzem wurde die Sporthalle in der Langstädter Markwaldhalle zu Colmars Ehren in „Eckehard Colmar-Sporthalle“ umbenannt.

Ingeburg Colmar, Ehefrau des verstorbenen Eckehard Colmar, und Babenhausens Bürgermeister Joachim Knoke präsentieren die Gedenktafel.

Gleich nach seinem Umzug als junger Lehrer nach Langstadt im Jahr 1963 begann Eckehard Colmar, der 1940 geboren und seine Jugend in Lichtenberg im Odenwald verbracht hatte, gemeinsam mit seiner Frau Ingeburg und einer Gruppe um Hans Haberstock im Schützenhaus auf einer selbst gebastelten Platte seinen seit Kindertagen geliebten Sport auszuüben. 1964 wurde auf seine Initiative hin eine Tischtennisabteilung im TSV gegründet, die er dann über 40 Jahre leitete. Und zwar mit herausragendem Engagement, was die sportlichen Erfolge eindrucksvoll belegen. Bereits in der Verbandsrunde 1965/66 erreichte die Erste Herrenmannschaft des TSV mit ihm die Meisterschaft in der C-Klasse und feierte den Aufstieg in die B-Klasse. „Colmar hatte es damals schon verstanden, die Jugendarbeit zu intensivieren und den Nachwuchs zu fördern und zu integrieren“, sagte Knoke. So kam es nicht von ungefähr, dass besonders im Jugendbereich schon in frühen Jahren zahlreiche Erfolge bei den Hessenmeisterschaften und den Südwestdeutschen Tischtennis-Meisterschaften errungen wurden.

Die gute Jugendarbeit zahlte sich besonders im Damenbereich aus. Die Erste Damenmannschaft spielt seit drei Jahren in der 2. Bundesliga. Die Zweite Damenmannschaft spielt Regionalliga und auch die Dritte Damenmannschaft geht nur eine Klasse tiefer in der Oberliga Hessen an den Start. „Dies alles sind für die 1700-Seelen-Gemeinde Langstadt und den TSV große Erfolge und vor allem sein Verdienst“, lobte der Bürgermeister, der wie andere Redner die menschlichen Qualitäten des Pädagogen hervorhob, der bis zu seiner Pensionierung 1999 Rektor der Geiersbergschule in Groß-Umstadt war. Er sei nie „nur“ Abteilungsleiter gewesen, sondern auch Trainer, Fahrer und Betreuer bei entscheidenden Spielen.

Auch das gesellige Beisammensein habe für ihn einen hohen Stellenwert besessen. Weder Ausflüge, Vereinsmeisterschaften noch Feiern seien ohne ihn denkbar gewesen. Darüber hinaus habe er sich für die dörfliche Gemeinschaft, beispielsweise als Kirchenvorstand, engagiert. Zahlreiche Ehrungen hatte Colmar erhalten, darunter Verdienstnadeln in Bronze, Silber und Gold des TSV, und Ehrenbriefe der Stadt Babenhausen und des Landes Hessen.

Runter vom Sofa, ab zum Training: Sport im Alter

Die TSV-Vorsitzende Christa Erbes, die selbst als Kind mit dem Tischtennis spielen begonnen hat und gemeinsam mit Colmars Tochter Ulrike Colmar-Dingel die Tischtennis-Abteilung leitet, sprach von guten Erinnerungen an ihren charismatischen Trainer. Er habe es verstanden, die Kinder auch nach verlorenen Spielen aufzumuntern und zu motivieren. Neben den sportlichen Erfolgen habe Colmar nie das Gemeinwohl der Abteilung aus den Augen verloren.

Sehr persönliche Worte fand auch Ortsvorsteher Günther Eckert, für den Colmar Lehrer, Mannschaftskamerad und ein großes Vorbild war, wie er sagte: „Eckehard war ein Menschenfreund. Er hatte die Gabe, Menschen zusammenzubringen, Fähigkeiten zu erkennen und zu fördern und der Welt mit Humor und Freude zu begegnen.“

Im Namen der Familie dankte Colmars Sohn Dietrich für die große Ehre, die seinem Vater zuteilwerde. Es freue ihn besonders, dass sich so viele Menschen auch nach seinem Tod noch mit seinem Vater verbunden fühlten und sich gerne an ihn erinnern. Und der Name Colmar kann inzwischen bereits in dritter Generation mit der Tischtennis-Abteilung in Langstadt verbunden werden, denn zwei seiner zwölf Enkel schwingen hier bereits den Schläger.

Quelle: op-online.de

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