Grundstückseigentümer wollen mehr Geld

Sportzentrum vor dem Aus?

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Die Schülerinnen Chiara und Giulia von der Joachim-Schumann-Schule zeigen auf das Feld, wo das neue Sportzentrum in direkter Nachbarschaft entstehen soll. Wie sie sagen, wird das Projekt auch an der Schule diskutiert.

Babenhausen - Aus dem geplanten Sportzentrum nordöstlich der Eduard-Flanagan-Schule wird offensichtlich nichts. Der Grund: Die Grundstücksbesitzer wollen mehr Geld.

„Enttäuschend“ sei die Haltung von Grundstückseigentümern hinter der Joachim-Schumann-Schule (JSS), sagt Bürgermeisterin Gabi Coutandin: „Schüler, Eltern, Kollegium, Landkreis und Stadt hatten gehofft, dass hinter der JSS ein neues Sportgelände für alle Schulen der Kernstadt entstehen kann.“

Damit sollte die regelrechte Pilgerwanderung von rund 2 000 Schülern über die B 26 auf das Germania-Gelände endlich der Vergangenheit angehören; die eineinhalb Stunden Sportunterricht könnten für Leichtathletik genutzt werden anstatt zum großen Teil für die Zurücklegung der Wegstrecke.

„Die Gespräche sind gescheitert“

„Die Gespräche sind gescheitert“, sagte Coutandin gestern am Telefon. Der Landkreis als Schulträger werde davon unterrichtet. Tatsächlich ließen sich die Gespräche mit den Grundstückseigentümern zunächst positiv an, wie die Bürgermeisterin sagte. Die Stadt bot für das Gelände 30 Euro pro Quadratmeter an. Auf dieser Grundlage sei ein Beschlussvorschlag in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht worden. Die Zusagen hätten gestanden, so Coutandin. Doch nun kamen die meisten Eigentümer mit neuen, höheren Forderungen. „Die Stadt hat nichts zu verschenken. Wir haben einen guten Preis geboten, wenn man bedenkt, dass Freizeitflächen einen erheblich geringeren Wert haben. So droht das Scheitern eines sinnvollen Vorhabens“, sagt Coutandin. Bei einer Umwidmung wären auch Nachverhandlungen möglich gewesen, sagt Coutandin. aber alles habe eben seine Grenze.

Nach längerer Diskussion hatten die Stadtverordneten in ihrer Juni-Sitzung bei einer Enthaltung dem Projekt ihren Segen gegeben und den Ankauf beschlossen. Knapp 320. 000 Euro sollten die 10.614 Quadratmeter kosten. Die Stadt hat bereits 4400 Quadratmeter Land erworben, die der Landkreis zwar für eine Sportstätte nutzen kann, für das Sportzentrum werden aber eben 10.000 Quadratmeter gebraucht.

Jetzt wird nach einem Alternativ-Gelände gesucht, dass natürlich in der Nähe der Schulen liegen muss, sonst würde das Sportzentrum keinen Sinn machen. Die Stadt hat offenbar ein Areal im Auge, will aber keine näheren Angaben machen. Zunächst müssten Gespräche geführt werden, ob das Regierungspräsidium zur Umwandlung des Areals seinen Segen geben würde.

Für den Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Christel Fleischmann ist die Entwicklung „bedauerlich“: „Wir werden daher nach dem Bau der Mensa und der Holzhackschnitzelheizanlage auf den verbleibenden Freiflächen der Joachim-Schumann-Schule kleinere Sportflächen schaffen. Die für den Schulsport notwendigen Leichtathletikanlagen müssen weiterhin durch die Nutzung der Germania-Sportanlage am Schwimmbad abgedeckt werden.“

 st

Quelle: op-online.de

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