Stadtverordnetenversammlung

Kostenfrage im Mittelpunkt

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Auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände sollen innerstädtische, seniorengerechte Wohnungen, Arztpraxen sowie Büro- und Geschäftsräume entstehen.

Babenhausen - Die künftige Gestaltung der Stadt bestimmte die Stadtverordnetenversammlung im Babenhäuser Rathaus. Von Ulrike Bernauer

Mit drei Themen beschäftigten sich die Stadtverordneten, der erste Punkt war die Bebauung des ehemaligen Mattel-Geländes, dass die Stadtverordneten nach kurzer Diskussion einhellig ablehnten, wie es auch schon im Bauausschuss geschehen war.

Punkt zwei: Strittig wurde die Diskussion um das Lachewiesen-Sportzentrum geführt, obwohl sich alle Parteien einig waren, dass man das Sportzentrum benötige. Die Diskussion entzündete sich an der Frage, wer für die Kosten aufkommt. Klar war für fast alle Stadtverordneten, dass die Stadt die erforderlichen Grundstücke kaufen und sie dem Kreis als Schulträger zur Verfügung stellen müsse. Knapp 320.000 Euro sollen die 10 614 Quadratmeter kosten.

CDU fordert Änderungsantrag

Die CDU forderte in einem Änderungsantrag, dass der Ausbau und die Umsetzung durch den Schulträger erfolgen solle. Die Allianz wollte das so nicht akzeptieren, man wolle sich durch eine solche Festlegung nicht Mitgestaltungsmöglichkeiten aus der Hand nehmen lassen. Bürgermeisterin Gabi Coutandin erklärte, dass der Kreis Kosten für das Sportzentrum übernehmen werde. Sie verwies auch auf die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Kreis in Schulangelegenheiten, die Modalitäten des Ausbaus könne man auch nach dem Ankauf der Grundstücke klären.

Frank-Ludwig Diehl (Grüne) forderte weitere Beratungen und fragte, warum man sich nicht mit dem Vorhaben Zeit lasse. Der Kreis beginne mit der Planung für das neue Sportzentrum nach den Sommerferien, bis dahin müsse ein Signal an den Schulträger erfolgt sein, so die Antwort der Allianz. Andernfalls würde der Schulträger das Sportzentrum auf dem Gelände der alten Joachim-Schumann-Schule planen, dann gebe es statt der 100-Meter- nur eine 75-Meter-Bahn.

Die Allianz störte an dem CDU-Änderungsantrag, dass nicht ausdrücklich auf die „sportlichen Aktivitäten/Freizeitaktivitäten der Bevölkerung“ verwiesen wurde, wie in der ursprünglichen Magistratsvorlage. Oliver Bludau (FWB) unterstellte, dass man diesen Satz bewusst gestrichen habe. Letztlich setzte sich die Allianz durch und die Magistratsvorlage wurde mit 35 Ja-Stimmen und einer Enthaltung verabschiedet.

Diskussionsbedarf bei Altem Feuerwehrgelände

Punkt drei: Diskussionsbedarf hatten die Stadtverordneten auch beim Thema „Altes Feuerwehrgelände“. Hier soll der Aufstellungsbeschluss für ein Seniorenzentrum aus dem Jahr 2001 aufgehoben werden. Stattdessen soll das Grundstück mit „innerstädtischem, seniorengerechtem Wohnraum, Arztpraxen sowie Büro- und Geschäftsräumen“ durch einen Investor bebaut werden. Frank-Ludwig Diehl störte sich an dem Entwurf, die geplanten Gebäude würden sich nicht in die Umgebung einfügen, sondern Fremdkörper bleiben. Friedel Sahm (Fraktionsvorsitzender der CDU) verwies auf die wegfallenden rund 40 Parkplätze. Zwar sollten an anderer Stelle 33 neue entstehen, faktisch bedeute dies ein Minus von sieben Parkmöglichkeiten. Man werde die Bebauung aber nicht torpedieren.

Der Stadtverordnete Karl Heinz Winter (SPD) erinnerte an die lange Zeit, die das Gelände nun unbebaut leer steht. 20 Jahre habe man nach einem Investor gesucht, der letzte Interessent sei wegen des Denkmalschutzes abgesprungen. Bei dieser Planung hingegen sei der Denkmalschutz, die Stadtmauer ausreichend gewürdigt, so Andrea Möbius (FDP). Der Magistratsantrag wurde mit nur einer Gegenstimme angenommen.

Quelle: op-online.de

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