Sprachrohr der jungen Leute

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Es geht locker zu: Vorbereitung zum zehnjährigen Jubiläum.

Babenhausen - Mit einer Freizeitfläche und so manchem anderen, was den Nachwuchs interessiert, fing alles an. Da saßen im Herbst 2002 die damaligen Bürgermeisterkandidaten auf dem Podium im Jugendcafé und mussten sich den Fragen der jungen Leute stellen. Von Stefan Scharkopf

Die vier Babenhäuser Schulen machten damals mit, und das Jugendforum wurde als Kooperationsveranstaltung der städtischen Kinder- und Jugendförderung und der Ortsgruppe des Bundes Deutscher Pfadfinder organisiert – Startschuss für das spätere Jugendforum als Institution. Die ersten Jahre war der BDP noch mit im Boot, ebenso wie die Stufenleiterin der Offenen Schule, Barbara Meuer. Sie ist immer noch das Bindeglied zur OSB.

Viele, die damals reinschnupperten, sind heute noch dabei. So saßen von den zwölf Mitgliedern am Montag Lukas Ankenbrand und Rino Rizzo – beide mittlerweile 20 Jahre alt und Studenten – am Tisch im Juca. Fabian Brandt, Lara Kresz, Laura Müller und Marina Sahm engagieren sich auch schon länger. Sie alle planen nun ihre Feier zum zehnjährigen Bestehen am 2. November in der Stadtmühle. Zum engeren Kreis gehört noch Phil Salecker.

Sinn und Zweck des Jugendforums ist es, Kindern und Jugendlichen die Chance persönlicher Mitbestimmung und Beteiligung aufzuzeigen und ihr Interesse für kommunale Belange zu wecken, die sie direkt betreffen. Einstimmig hatte das Stadtparlament damals beschlossen, das Forum bei der Wahrnehmung der Interessen der jungen Leute gegenüber den städtischen Gremien zu unterstützen – als Alternative zu einem „Kinder- und Jugendparlament“, wie es in anderen Kommunen welche gibt.

Seit dem Bestehen hat sich einiges getan – und oft mussten die Protagonisten einen langen Atem haben. So konnten sie im Sommer 2008 beispielsweise endlich den Bolzplatz einweihen, nachdem eine fünf Jahre lange Odyssee durch die Weiten der Bürokratie erfolgreich zu Ende gebracht wurde. Sie hatte allen Beteiligten viel Durchhaltevermögen und Kampfgeist abverlangt.

Handykurs für Senioren

Dabei erwies sich der Bau eines simplen Ballfangzaunes zum landwirtschaftlich genutzten angrenzenden Areal als großes Problem, weil der Bolzplatz mitten im Überschwemmungsgebiet der Lache ist. Da dort kein „Neubau“ errichtet werden darf, einigte man sich auf einen Zaun, der bei Hochwasser hochgeklappt werden kann, um Treibgut abfließen zu lassen. Da mussten die künftigen Kicker Geduld haben, und sie lernten, was bei einer an sich sinnvollen Sache so alles zu beachten ist.

Ein großes Projekt war auch die Umfrage, was Kinder und Jugendliche im Wohngebiet im Erloch brauchen. Um darauf eine Antwort zu erhalten, waren die Mitglieder des Jugendforums mit einem Fragebogen in der Hand unterwegs. Auf der Agenda des Teams standen noch viele weitere Themen: Jugendaustausch mit Bouxwiller, Jugendarbeit in den Stadtteilen, Homepage-Auftritt, Begutachtung der Spielplätze aus Sicht der Jugend, die Organisation von Partys, das Volleyballfeld im Schwimmbad und der Skatepark im Riemen.

„Projektorientiertes Arbeiten“ attestiert Stadtjugendpfleger Michael Spiehl den jungen Leuten, die damit Erfolg haben und ihre Fühler unter anderem auch auf die Schulen ausstrecken. So geht es in einem neuen Projekt etwa um die Verkehrsberuhigung in der Kernstadt. Auf Anregung des Jugendforums sollen an der Bouxwiller Straße Figuren aufgestellt werden, um die Autofahrer zu erinnern, dass dort Schüler die Straße queren. Da das Forum keine Zeit hat, die Figuren herzustellen, hat die OSB daraus ein Schülerprojekt gemacht. Weiter arbeitet das Forum an Ideen für die bespielbare Stadt nach dem Vorbild von Griesheim. Hier soll den Grundschülern durch verschiedene Maßnahmen Abwechslung und Sicherheit auf dem Schulweg geboten werden. So steuern die Jugendlichen immer wieder Ideen bei, wie sich was in der Stadt verbessern lässt.

Wer jetzt glaubt, dass das Jugendforum nur Angebote für seine Altersklasse macht, irrt. So bot es jüngst wieder einen Handykurs an – für Senioren. Das Jugendforum trifft sich wöchentlich montags von 17 bis 20 Uhr im Jugendcafé (Tel.: 06073/712149), Infos gibt es auch im Internet.

Quelle: op-online.de

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