Reinhard Rupprecht wird Erster Stadtrat

Babenhausen hat einen neuen Magistrat

Der alte ist auch der neue Erste Stadtrat: Reinhard Rupprecht (rechts). Der CDU-Politiker ist am Donnerstagabend von Bürgermeister Dominik Stadler (links) im Beisein von Stadtverordnetenvorsteher Ingo Rohrwasser (Mitte) nach der Wahl ernannt und beglückwünscht worden.
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Der alte ist auch der neue Erste Stadtrat: Reinhard Rupprecht (rechts). Der CDU-Politiker ist am Donnerstagabend von Bürgermeister Dominik Stadler (links) im Beisein von Stadtverordnetenvorsteher Ingo Rohrwasser (Mitte) nach der Wahl ernannt und beglückwünscht worden.

Es ist vollbracht. Nachdem sich die Stadtverordnetenversammlung bereits vor zwei Wochen konstituiert hat, haben die Lokalpolitiker nun auch den Magistrat gewählt. Spannendste Frage am Donnerstagabend: Bekommt jede Fraktion dort mindestens einen Sitz?

Babenhausen – Die Anspannung am Donnerstagabend in der Stadthalle war spürbar. In kleinen Grüppchen standen Lokalpolitiker und Verwaltungsmitarbeiter immer wieder zusammen, sprachen und diskutierten, obwohl der offizielle Sitzungsbeginn um 19.30 Uhr schon längst verstrichen war.

Die Wahl des Magistrats stand in der zweiten Sitzung der Legislaturperiode auf der Tagesordnung. Und um deren möglichen Ausgang nach geheimer Wahl ging es in den Gesprächen. Grundsätzliches Ziel aller: Alle fünf im Stadtparlament vertretenen Fraktionen sollten mit mindestens einem Sitz in dem Gremium vertreten sein. Zwei entschuldigt fehlende Stadtverordnete, aber auch, hinter welcher Liste die fraktionslose Linken-Abgeordnete Nicole Jarmer ihr Kreuzchen machen würde, sorgte für große Unsicherheit – und eben Anspannung.

Die Gespräche zwischen den fünf Fraktionsvorsitzenden Stephan Sawallich (CDU), Alexander Schaub (SPD), Sabine Walz (Grüne), Wolfgang Heil (FWB) und Manfred Willand (FDP) sowie Nicole Jarmer und beratend durch Hauptamtsleiter Sebastian Fuß waren letztendlich von Erfolg gekrönt. Nachdem Stadtverordnetenvorsteher Ingo Rohrwasser (CDU) mit gut 20-minütiger Verspätung die Sitzung eröffnet und wenig später den entsprechenden Tagesordnungspunkt aufgerufen hatte, brachte die geheime Wahl das erhoffte Ergebnis. Die 14-Stimmen für die CDU-, acht Stimmen für die SPD- sowie jeweils vier Stimmen für die FDP-, Grünen- und FWB-Liste und eine Enthaltung entsprachen exakt den an diesem Abend bestehenden Abgeordnetenverhältnissen. „Die Erleichterung bei den Abgeordneten war spür-- und sichtbar – trotz der Masken“, beschreibt Hauptamtsleiter Fuß die für ihn von der Bühne aus wahrnehmbare Stimmungslage in der Stadthalle nach dem Verkünden des Ergebnisses.

Damit ziehen die drei CDUler Reinhard Rupprecht, Frank Bornschlegell und Reinhold Gottstein sowie Wulf Heintzenberg (SPD), Reinhard Franke (Grüne), Torsten Kind (FDP) und Walter Herbert (FWB) in den Magistrat ein, der durch Bürgermeister Dominik Stadler (unabhängig) komplettiert wird. Aufgrund des Wahlergebnisses bleibt Ex-Bürgermeister Rupprecht weiter ehrenamtlicher Erster Stadtrat und ist damit der Stellvertreter Stadlers.

Kein Geheimnis trotz geheimer Wahl: Mit ihrer Enthaltung hat Nicole Jarmer dazu beigetragen, dass die Mehrheitsverhältnisse im Magistrat gewahrt bleiben und nicht am Ende ein Los hätte entscheiden müssen – mit dem Ergebnis, dass am Ende möglicherweise eine Fraktion ohne Magistratsmitglied dagestanden hätte und von einem wichtigen Informationsfluss abgeschnitten gewesen wäre. „Ich stehe zu dieser Entscheidung“, sagte Jarmer am Tag danach und im Bewusstsein, dass sie ein Zünglein an der Waage war. Im Vorfeld hätten Fraktionen das Gespräch mit ihr gesucht. „Es waren alles nette Gespräche“, berichtet sie. Sie hofft, dass sie mit ihrer Entscheidung auch ein Zeichen dahingehend gesetzt habe, dass mit- und nicht übereinander geredet werden sollte. „Die Herren im Magistrat sollen nun losgelöst von ihrer parteipolitischen Brille zum Wohl der Bürger agieren“, gibt sie dem frisch gewählten Gremium mit auf dem Weg.

Nachdem die Magistratsmitglieder von Stadtverordnetenvorsteher Rohrwasser vereidigt und von Bürgermeister Stadler die Ernennungsurkunden erhalten hatte, bedankte sich der Rathaus-Chef bei den ausscheidenden Magistratsmitgliedern Peter Metzler (CDU) und Volker Mürle (SPD) für ihre geleistete Arbeit.

Zudem wurden die Nachrücker in der Stadtverordneteversammlung vereidigt: Für die CDU sind es Kilian Kumpf sowie Rolf Gründling und für die SPD Norbert Geißler. Ebenfalls neu dabei ist Marc Philipp Wolz, der in die FDP-Fraktion nachrückt, nachdem Anja Geißler aus beruflichen Gründen nach der konstituierenden Sitzung ihr Mandat niedergelegt hat. (Norman Körtge)

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