Auf der Spur von Biber und Insekten

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Eines der Projekte von Christiane Klemm, das FFH-Gebiet „In den Rödern“.

Babenhausen - Lange Jahre war er verschwunden, seit einiger Zeit sind seine Spuren in den Hergershäuser Wiesen und anderswo wieder sichtbar: Der Biber ist zurück gekehrt und hat das Interesse der Naturschützer geweckt. So zum Beispiel bei Christiane Klemm. Von Stefan Scharkopf

Sie absolviert in diesem Jahr ein Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) bei der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Ihr Aufgabenbereich liegt hauptsächlich in der Betreuung von Natur- und Artenschutzprojekten. Sie beobachtet das Verhalten des Bibers, der vor wenigen Jahren wieder in den Kreis eingewandert ist.

Auch auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz „In den Rödern“ hinter der Kaserne in Babenhausen, auf dem Przewalski-Wildpferde weiden sollen, hilft sie mit. Derzeit liegt es am Bundesforst, ob die seltenen Tiere schon bald in Babenhausen leben werden, oder ob andere Standorte zunächst bevorzugt werden, heißt es aus dem Kreishaus.

In ganz Hessen nur noch etwa 50 Brutpaare

Das Areal ist ein Flora-Fauna-Habitat-Gebiet (FFH) sowie Schutzgebiet nach der EU-Vogelschutzrichtlinie. Im Sandmagerrasen leben viele Boden bewohnende Insekten. Es wachsen an die kargen Bodenverhältnisse angepasste Pflanzen, und die Heidelerche, von der es in ganz Hessen nur noch etwa 50 Brutpaare gibt, ist dort mit mehreren Paaren vertreten.

Ihrem Betreuer Karsten Heinrich blickt Christiane Klemm nicht nur im Büro und am Computer über die Schulter, sondern begleitet ihn auch bei Außenterminen. „Ich finde das FÖJ bei der Unteren Naturschutzbehörde bietet reichlich Abwechslung zwischen Theorie und Praxis“, sagt sie.

Das Freiwillige Ökologische Jahr ist ein Bildungs- und Orientierungsjahr, das auf der gleichen gesetzlichen Grundlage beruht wie das Freiwillige Soziale Jahr. Es ermöglicht jungen Menschen, sich ein Jahr lang für Umwelt und Naturschutz zu engagieren. Gleichzeitig profitieren sie auch persönlich, indem sie erste Berufserfahrung sammeln, ihre sozialen Kompetenzen erweitern und sich ausprobieren. Darüber hinaus wird das FÖJ – anders als der geplante Bundesfreiwilligendienst – als praktischer Teil für die Fachhochschulreife anerkannt. Bewerben kann sich jeder, der die Schulpflicht erfüllt hat und noch nicht 27 Jahre alt ist. Weitere Informationen zum FÖJ gibt es im Internet.

Umweltpädagogik ein weiteres Tätigkeitsfeld

Weitere Tätigkeitsfelder für ein FÖJ findet man in der Landwirtschaft, in der Umweltpädagogik, beim Imker oder beim Naturschutzverein. „Mit dem Freiwilligen Ökologischen Jahr geben wir jungen Menschen die Möglichkeit, die gesamte Bandbreite unserer Arbeit, von Umweltprojekten und Überwachungsaufgaben bis hin zu Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit kennen zu lernen“, berichtet Karsten Heinrich.

Der Informationsflyer über „In den Rödern“ steht im Internet unter der Rubrik Natur- und Umweltschutz, Ökologisches Jahr, zum Download bereit.

„Seit der Zivildienst passé ist, suchen noch mehr junge Leute nach dem Schulabschluss eine sinnvolle Alternative zum direkten Beginn von Studium oder Ausbildung“, so die Erfahrung von Britta Hetzel vom FÖJ-Team der Naturschutz-Akademie Hessen. Ein Freiwilligendienst, wie das Freiwillige Ökologische Jahr (FÖJ), könne eine solche Alternative sein. „Nur ist diese Möglichkeit leider noch immer zu wenig bekannt“, bedauert Britta Hetzel. Viele junge Menschen haben nach Auskunft von Hetzel keine oder nur eine vage Vorstellung von Inhalt und Ablauf eines FÖJ und sind entsprechend unsicher, ob das für sie das Richtige ist.

Bei einer Info- und Kontaktbörse konnten sich Interessenten am Wochenende bei der Naturschutz-Akademie Hessen in Wetzlar informieren.

Quelle: op-online.de

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