Mehr als 300 Besuche

St.-Josef-Sternsinger ziehen durch die Straßen

+
Sternsinger Alexander lässt sich von Gemeindereferentin Claudia Czernek einkleiden. Zusammen mit seiner Mutter Claudia Dittmann (im Hintergrund) und weiteren Mitstreitern wird er durch Hergershausen ziehen und dabei auch die Aufkleber (links) mit der Aufschrift „20*C+M+B+18“ an den Türen anbringen.

Babenhausen - Seit gestern ziehen die Sternsinger der katholischen Gemeinde St. Josef durch Babenhausen und die Stadtteile. Dass sie dabei nicht nur Spenden sammeln, sondern vor allem den Segen in die Häuser bringen, darauf legt Gemeindereferentin Claudia Czernek besonders viel wert. Von Norman Körtge

„Wir kommen daher aus dem Morgenland, wir kommen geführt von Gottes Hand. Wir wünschen euch ein fröhliches Jahr: Kaspar, Melchior und Balthasar“, schallt es durch das Gemeindezentrum von St. Josef. Gut ein Dutzend Kinder haben auf den Stühlen Platz genommen und singen mit Gemeindereferentin Claudia Czernek die Sternsinger-Lieder, die sie bei ihren Hausbesuchen vortragen werden. Dabei blickt sie in größtenteils bekannte Gesichter. Vincent zum Beispiel läuft bereits zum sechsten Mal mit, Felix wird zum elften Mal in eines der bunten Kostüme schlüpfen. Czernek hat zum Vortreffen, Einkleiden und Materialienabholen ins Gemeindezentrum geladen. Eigentlich Routine für sie. Allerdings wartet dieses Jahr mit einer besonderen Herausforderung auf.

Es fehlt an Sternsingern. Und das aus zwei Gründen: Zum einen sind es die langen, noch bis einschließlich kommende Woche, gehenden Winterferien, die dann doch die ein oder andere Familie bewogen hat, in den Urlaub zu fahren. Zum anderen finden am Wochenende gleich mehrere Jugendfußballturniere statt, die zu Absagen bei Czernek geführt haben. So ist es eine Schar von knapp über 30 Kindern – im vergangenen Jahr waren es über 40 –, die in Gruppen aufgeteilt, die über 300 Adressen in der Kernstadt und den Stadtteilen anlaufen wollen. Eine besondere Herausforderung wartet dabei auf Claudia Dittmann, die mit ihrem Sohn Alexander und seinen Freunden als einzige Gruppe durch Hergershausen ziehen wird. Immerhin stehen 50 Adressen auf der Liste.

In Sickenhofen zeichnet Veronika Kudlek verantwortlich und kann dafür unter anderem auf die zwei genannten Routiniers Vincent (ihr Sohn) und Felix zurückgreifen. Beide haben die eigentliche Mission der Sternsinger verinnerlicht und sprechen zur Freude der Gemeindereferentin das auch aus. „Wir bringen den Segen in die Häuser“, erzählt Felix. Dass auf diesem Weg auch Spenden für arme Kinder eingesammelt werden, ist den Babenhäusern allerdings auch sehr bewusst. „Für Indien“, antwortet Amalia sofort auf die Frage von Czernek, welches Land in diesem Jahr den Schwerpunkt bildet. Und Hendrik weiß, dass arm sein nicht unbedingt bedeutet, dass man nichts zu Essen hat. „Die können nicht in die Schule gehen“, berichtet er. „Gemeinsam gegen Kinderarbeit in Indien und weltweit“ lautet daher auch das Motto der diesjährigen Sternsingerkampagne.

Archivbilder

Bilder: Bouffier lobt Sternsinger für soziales Engagement

Freundlich, aber bestimmt, weist Czernek die Sternsinger darauf hin, dass sie auch nach dem vierten oder fünften Besuch immer noch voller Tatendrang sein sollen. „Für die Leute kommt ihr ja jeweils nur einmal – und sie freuen sich darüber“, findet die Gemeindereferentin motivierende Worte. Und bei der Kleidung hat sie noch einen wichtigen Ratschlag. Bitte unter die Kostüme keine Jacken mit Kapuze anziehen – mit Kapuze sehe es nämlich immer so aus, als hätten die Sternsinger einen Buckel.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare