Stadt hat Änderungswünsche

Babenhausen - Die Stadt wird Mittelzentrum, es soll ein Vorranggebiet für regenerative Energien geben und alle Varianten für Umgehungsstraßen stehen in dem Papier. Das sind drei - von vielen - Punkten, die sich im Regionalen Raumordnungsplan für Babenhausen wiederfinden sollen. Von Stefan Scharkopf

Das Planwerk für Südhessen dient in den kommenden 20 Jahren als Leitlinie für die landesplanerische Entwicklung der Region. Jetzt ist die zweite Offenlegung und die Kommunen können Änderungswünsche formulieren, die möglichst aufgenommen werden sollen. So auch Babenhausen. Der Magistrat hatte 15 Punkte formuliert, die in der jüngsten Stadtverordnetenversammlung teils angenommen, teils geändert und erweitert wurden.

Einig waren sich alle Rathauspolitiker darüber, dass Babenhausen als Mittelzentrum eingestuft werden soll, so wie die Nachbarn Groß-Umstadt und Dieburg es bereits sind. Als Unterzentrum hat Babenhausen beispielsweise nur beschränkte Möglichkeiten bei der Ansiedlung großer Verbrauchermärkte.

Änderungswünsche kamen von CDU und Grünen. So soll nach deren Willen im südlichen Bereich der Kaserne bis zum FFH-Gebiet ein Vorranggebiet „Regenerative Energien“ entstehen, um damit entsprechende Vorhaben wie Photovoltaikanlagen besonders fördern zu können. Eingeschränkt werden sollen zudem die ausgewiesenen Kiesabbauflächen.

Im Raumordnungsplan bleiben alle Varianten für die Umgehungsstraßen enthalten, ohne dass eine zunächst ausgeschlossen wird. Ein entsprechender Antrag der Freien Wähler auf Streichung der Ostumgehung fand keine parlamentarische Mehrheit.

Einmal mehr stand auch die Westumgehung auf der Tagesordnung

Die parteilose Ina Donnhauser wollte beschließen lassen, dass der West-Ost-Verkehr auf der B 26 über eine Westumgehung um Babenhausen herumgeführt werden soll, so dass die Bouxwiller Straße und die angrenzenden Wohngebiete entlastet werden.

Die Unfähigkeit des Stadtparlaments, einen Beschluss zur Straßenführung im Rahmen des Ausbaus der B 26 herbeizuführen, hat zur Folge, dass die Ausbauplanung des Straßenverkehrsamts an der Gemarkungsgrenze der Kernstadt endet, obwohl das Parlament 2008 mit großer Mehrheit dem mehrspurigen Ausbau der B 26 unter Einbeziehung der großen Südumgehung zugestimmt hat“, begründet Donnhauser ihren Antrag. Aus diesem Grund sei jetzt eine Festlegung des Verlaufs des Ost-West-Verkehrs zwingend erforderlich.

Bei der SPD fiel der Antrag auf fruchtbaren Boden. Die Fraktion stimmte zu. Andrea Möbius (FDP) und Ingrid Schumacher („Bürger“) enthielten sich. Alle anderen votierten dagegen - Antrag abgelehnt. Für Schumacher war „kein Horizont“ erkennbar, dass die Westumgehung in greifbarer Nähe ist; schon eher eine „kleine“ Westumgehung, die vornehmlich die Ziegelhüttenstraße entlastet. Dem schloss sich auch Dr. Rüdiger Thierolf (FWB) an. Es sei nicht exakt klar, wo die Trasse entlang führen soll. Dennoch gehe der Antrag in „die richtige Richtung“.

Frank Ludwig Diehl (Grüne) erinnerte hingegen an bereits vorliegende Gutachten zum Bau einer Westumgehung, die dieses Projekt als „ökonomisch und ökologisch unsinnig“ einstuften.

Die Westumgehung sei nicht die „allein selig machende Lösung“, sagte Friedel Sahm (CDU). Die Union wolle sich mit Hilfe der Verkehrszahlen des ASV, die vorliegen, aber offenbar noch nicht ausgewertet sind, einen Überblick über die beste Lösung verschaffen. Noch 2009 will die CDU zu Aussagen kommen, wie der Verkehr zu lenken sei.

Quelle: op-online.de

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