Stadtkirche als Forschungsobjekt

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Imposanter Bau wird 750 Jahre alt.

Babenhausen (st) - Zum 750. Mal jährt sich die erste urkundliche Erwähnung der Kirche auf dem Marktplatz.

Zwar ist die heutige Stadtkirche in Größe und Aussehen mit der im Jahr 1262 erwähnten Kirche nicht vergleichbar, doch wurde sie auf deren Grundmauern errichtet und Steine der damaligen Kirche sind in der heutigen Kirche verbaut.

Weitere wichtige bauhistorische Daten sind 1383 der Baubeginn des Chorraumes und 1472 die Errichtung des Langhauses. In den Jahren 2001 bis 2005 wurde die Stadtkirche renoviert und beindruckt seither mit ihrem harmonischen Gesamtbild Besucher aus nah und fern. Als besonderen Schatz beherbergt sie den um 1515 geschaffenen, wertvollen Schnitzaltar aus Lindenholz.

Publikation im Sommer 2013

Das Hessische Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden, das zusammen mit der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau die Renovierung maßgeblich unterstützt hat, bereitet derzeit auf Anregung des Festausschusses und des Kirchenvorstandes eine umfangreiche Publikation vor mit dem Titel „Die Evangelische Stadtkirche Babenhausen, Geschichte – Forschung – Denkmalpflege“. Sie wird reich bebildert sein, vorraussichtlich im Frühjahr oder Sommer 2013 erscheinen und sowohl geschichtlich Interessierte als auch ein breites Publikum ansprechen. Mit solchen Publikationen werden vom Landesamt nur sehr wenige Baudenkmäler bedacht, was umso mehr die Bedeutung und Einmaligkeit der Stadtkirche unterstreicht. Zusammen mit einem von der Kirchengemeinde in Vorbereitung befindlichen Kirchenführer für Kinder wird sie die Aktivitäten zum Jubiläum krönen und abrunden.

Und das Jubiläum will gefeiert sein. Bereits am 15. Februar war die Jubiläumskirche der würdige Ort für einen Vortrag von Kirchenpräsident Dr. Volker Jung und einer Ausstellung von Schülern der Offenen Schule zum Thema „Klimawandel in Kirche und Gesellschaft“ als Teil der Veranstaltungsreihe des Evangelischen Dekanats Vorderer Odenwald. Der Festreigen ging am Pfingstmontag weiter. Damals verwandelte sich die Stadtkirche in einen Konzertsaal und bot den Rahmen für festliche Musik mit dem Blasorchesters Babenhausen.

Zurück ins Jahr 1262

Den Abschluss des Jubiläumsjahres bildet der Festsonntag am 23. September. Er beginnt um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, bei dem Pröbstin Karin Held aus Darmstadt die Festpredigt hält. Der Kirchenchor sorgt für die musikalische Umrahmung.

Eingeleitet wird der Gottesdienst mit einem Anspiel, das die Zuschauer 750 Jahre – also in das Jahr 1262 – zurück versetzt. Kein geringerer als Papst Urban schlichtete damals einen Streit zwischen Wiegand von Düdelsheim und Gayling von Altheim mit Reinhard von Hanau wegen des Patronatsrechts für die Kirche in Babenhausen.

Im Anschluss an den Gottesdienst lädt die Kirchengemeinde zu einem großen Gemeindefest auf den Marktplatz ein. Es beginnt mit einem Platzkonzert des Blasorchesters Babenhausen. Zum Mittagessen ist die Freiwil-lige Feuerwehr mit ihrer Gulaschkanone im Einsatz. Danach gibt es in der Kirche Vorträge und Führungen.

Auf dem Marktplatz treten die beiden Gesangvereine Eintracht und Volkschor Sängerbund auf. Es gibt Kaffee und Kuchen, die Drehorgeln von Heinz Lach und Norbert Herbert sind zu hören, und für die Kinder sorgt der „Happyman“ für Kurzweil. Den Abschluss bildet um 17 Uhr ein Gitarrenkonzert mit Tilmann Seitz in der Stadtkirche.

Quelle: op-online.de

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