Neustart für Bludau

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Baden bald erlaubt? Im Zuge des „Seamotion“-Projektes soll am Sickenhöfer See auch ein Schwimmbereich entstehen.

Babenhausen - Na also, geht doch: Nach einer für Babenhausen relativ kurzen und ungewohnten Zeit von gerademal zwei Stunden schloss Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg am Donnerstagabend um 21. 30 Uhr die Stadtverordnetensitzung. Von Michael Just

Bei den acht Beschlussvorlagen, die in erster Linie Bauprojekte beinhalteten, herrschte eine seltene Einigkeit zwischen den Lokalpolitikern.

Einstimmig wurde die erneute Offenlegung und ein geänderter Flächennutzungsplan für das Projekt „Seamotion“ am Sickenhöfer See beschlossen. Unter dem Aspekt einer frühzeitigen Beteiligung der Öffentlichkeit waren bisher keine Einsprüche eingegangen. Das dürfte Eigentümer Andreas Bludau freuen, denn bald sollen sich auf dem Gewässer Wasserskiläufer tummeln und auch weitere Sport- und Eventangebote soll es geben. Geplant sind außerdem ein Bade-, ein Gastro- und ein Campingbereich. Damit würde das illegale Schwimmen endlich ein Ende haben und jahrelange Beschwerden, dass keiner der Babenhäuser Baggerseen öffentlich zugänglich ist, der Vergangenheit angehören.

Bisher war die Nutzung in Sickenhofen nur für einen Angler- und einen Windsurf-Verein möglich. Für Bludau ist es der zweite Anlauf, nachdem 2001 die ersten Pläne zu Seamotion, die riesige Bauvorhaben, sogar mit Sauna, beinhalteten, aufgrund fehlender Investoren im Sande verliefen. „Jetzt wird alles ein bisschen kleiner und naturverträglicher und wir nutzen die Zeit, um verschiedene Genehmigungsgrundlagen, wie etwa die Verlegung von Trinkwasserbrunnen, abzuarbeiten“, erklärte der Babenhäuser. Dazu habe man Partner gefunden, die im Rhein-Main-Gebiet Wassersportangebote betreiben wollen. Man selbst steuere das Gewässer bei.

Konstruktive Zusammenarbeit beim Sportentwicklungskonzept

Ebenfalls einstimmig fiel der Offenlagebeschluss für den „Schwanengraben“. Die Schlossbesitzer streben auf dem Festplatz – mit der Verlegung der dortigen Parkplätze – eine Grünanlage an. Der Stadtverwaltung obliegt es nun, beim Weitergang auch die Vorschläge des Gewerbevereins nach einer „Piazza“ und unter- erdigen Parkplätzen zu prüfen.

Nichts mehr im Wege steht dem Sportentwicklungskonzept für die Stadt. Hier arbeiteten „Allianz“ und CDU konstruktiv im zuständigen Ausschuss diverse Ziele und eine Präambel aus. Dazu gehören neue Sportförderrichtlinien, ein Sport-Internet-Portal, ein jährlicher Tag des Sports, ein stadtteilüber- greifendes Sportgremium oder die Prüfung zahlreicher Projekte, wie etwa die eines Kunstrasens oder einer Kalthalle für die Kernstadt.

Keinen Konsens gab es für die Kaufabsicht bezüglich eines Gewerbegrundstücks in der Aschaffenburger Straße, das die Stadt gerne in ihrem Besitz hätte, um damit bei einem Wiederverkauf Einfluss auf die Gestaltung der Stadteinfahrt zu nehmen. Der Streifen liegt in direkter Nachbarschaft zu dem Merin-Gelände, das seit Jahren als Schandfleck gilt. Zwar wurde der Erwerb mehrheitlich von SPD als auch CDU beschlossen, FDP, Grüne und Ingrid Schumacher („Bürger“) verweigerten jedoch ihre Zustimmung. Schumacher ist der Kaufpreis von 150 000 Euro, was einem Quadratmeterpreis von 102 Euro entspricht, zu teuer. Eventuell bahne sich sogar ein Verlustgeschäft an, da die Stadt bei ähnlichen Verkäufen nur 80 Euro pro Quadratmeter erhielt. Dagegen geht Oliver Bludau (FWB) von einer klugen Investition aus. Den Kauf rechtfertigte er wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin mit den weitreichenden Interessen für die Stadtentwicklung und dass sich hier ein direkter Zugang zum Merin-Gelände auftut: „Die Stadteinfahrt an dieser Stelle geht allen auf die Nerven. Hier haben wir die Möglichkeit auf Einfluss und ordnende Maßnahmen“, so Bludau.

Quelle: op-online.de

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