Stadtzentrum ohne Supermarkt

+
Ab 25. August geschlossen: Die Tengelmann-Filiale in der Platanenallee.

Babenhausen ‐ Gähnende Leere in vielen Regalen der Tengelmann-Filiale – manch einer, der es miterlebt hat, könnte sich in die Zeiten der Mangelwirtschaft zurückversetzt fühlen. Von Niels Britsch

Doch keine Angst, Hamsterkäufe sind nicht notwendig, es gibt noch genug Lebensmittel – nur eben nicht mehr im Babenhäuser Tengelmann in der Platanenallee 23. Denn die Supermarktkette schließt sämtliche Filialen in der Region Rhein-Main-Neckar – so auch das Geschäft in Babenhausen. Hier ist am Mittwoch, 25. August, endgültig Schluss und der Ausverkauf zeichnet sich auch langsam sichtbar ab. 25 Prozent Rabatt gibt es auf fast alle Waren, das Sortiment ist bereits reichlich reduziert – sowohl preislich als auch vom Angebot.

Eine Seniorin verlässt den Markt, sie hat gerade ihren letzten Einkauf in dieser Filiale gemacht – was sie sehr bedauert: „Gerade für uns ältere Menschen ist es sehr schade, dass der Tengelmann schließt. Das war der einzige Supermarkt direkt in der Innenstadt. Wir konnten schnell mit dem Fahrrad hierher fahren. In Zukunft wissen wir nicht, wo wir einkaufen können, das ist schon ärgerlich.“ Allerdings hat sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich wieder ein Supermarkt ansiedelt.

Verhandlungen liegen beim Vermieter

Eine Möglichkeit sei der Versuch, einen Cap-Markt nach Babenhausen in die Innenstadt zu holen, so Bürgermeisterin Gabi Coutandin auf Anfrage. Allerdings seien die Märkte dieser Kette, mit denen man gesprochen habe, auf die Region Odenwald begrenzt.

Doch die Verhandlungen und eine endgültige Entscheidung über den neuen Pächter liegen beim Vermieter. Der sucht jedoch bereits nach potenziellen Nachmietern: „Wir führen Gespräche mit Lebensmittelmärkten“, berichtet der Babenhäuser Bauunternehmer Dieter Aumann, dem die Liegenschaft gehört. Es gebe Bewerber, mit einem Kandidaten verhandele man.

„Das Problem ist hausgemacht“

Aumann erzählt jedoch auch von Problemen, wieder einen größerem Lebensmittel-Laden in die Innenstadt zu holen: „Viele mögliche Kandidaten, bei denen wir angefragt haben, verweisen auf die zahlreichen Supermärkte auf der grünen Wiese.“ Zwei Bewerber hätten den Standort durchaus interessant gefunden, jedoch deswegen weitere Verhandlungen abgelehnt. Dadurch, dass die Stadt in der Vergangenheit die Ansiedlung zahlreicher Geschäfte in Randlage zugelassen habe, sei die Innenstadt immer mehr vernachlässigt worden. Deswegen sei es nun schwierig, die Filiale eines Supermarktes ins Zentrum zu holen. „Das Problem ist hausgemacht“, so Aumann.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare