Ständchen auf die guten Tropfen

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Die Männerchöre der Eintracht und des Volkschor-Sängerbunds überraschten die Ballbesucher mit einem Potpourri flotter Weinlieder.

Babenhausen ‐ Während Prominente jede Woche in ihren edlen Abendgarderoben über die roten Teppiche schlendern, haben Normalsterbliche in der Regel nur wenig Gelegenheit einmal Smoking oder das lange Abendkleid anzuziehen. So war vielen Besuchern am Samstagabend die Freude sichtlich anzumerken, dass es auch in Babenhausen eine Gelegenheit gibt, einmal in Gala zu feiern. Von Michael Just

Etwa 300 Besucher nahmen die Einladung der beiden Gesangvereine Volkschor-Sängerbund und Eintracht an, zum alljährlichen „Ball der Vielharmonie“ in die Stadthalle zu kommen. „Das ist die einzige regelmäßige Veranstaltung dieser Art im Ostkreis. Sonst gibt es hier nichts Vergleichbares für Leute, die gerne tanzen“, sagt Volkschor-Vorsitzender Fritz Richter. So könne man sich auf ein Stammpublikum sowie auf diverse Gäste von außerhalb verlassen. Vor allem die großen runden Tische, an denen ein Dutzend Personen zusammen sitzen können, kämen als stilvolles Ambiente bestens an.

Wie gewohnt, eröffneten die Sänger beider Vereine den Abend, bevor die Band „Global Players“ Rhythmen zum Tanz spielte. Zuerst trat „Women and Voices“ – und damit der Frauenchor der Eintracht – mit ihrem neuen Dirigenten Rodrigo Affonso auf. Es folgte der Männerchor der Eintracht mit dem „Fliegermarsch“. „Ein Strauß Blumen“ vom Volkschor bildete den runden Abschluss. Dazwischen übernahmen die beiden Vorsitzenden Fritz Richter und Manfred Kunkel die Begrüßung der Gäste. Zu später Stunde überraschten die Männer der Chöre die Gäste noch mit einem Potpourri schmissiger Weinlieder. Dafür waren im Vorfeld gemeinsame Chorproben nötig. „Wenn ein Wille vorhanden ist, kriegt man so was hin“, sagt Fritz Richter zur gelungenen Synergie der Stimmen.

Ball hat den Geschmack des Publikums getroffen

Gute Tänzer waren beim „Ball der Vielharmonie“ gefragt. Die Band „Global Players“ steuerte die Rhythmen in der Stadthalle bei und lockte die Besucher auf die Fläche.

An der Bar zeigten sich so einige Frauen: „Wir haben nur Männer, die Nichttänzer sind“, lacht Helga Bleibtreu. „Ich bin ein starker Nichttänzer. Das ist doch auch eine Stärke“, antwortet Ehegatte Helmut. „Mein Mann ist zuhause, der fühlt sich nicht so wohl. Wenn er dabei ist, tanzt er aber gerne“, erzählt Isolde Jerch. Wie die lustige Runde ergänzt, warte „frau“ auf Männer, die zum Tanzen auffordern. „Solche gibt es aus Erfahrung aber weniger“, sagt Jerch. Die gute Stimmung an der Bar entschädige aber: „Das machen wir jedes Jahr. Unsere Dirigentin Anne Paul lädt uns ein“, ergänzt Helga Bleibtreu. Die Damen genießen die Gesellschaft: „Wenn wir einen großen Geburtstag haben, kommen wir immer zusammen.“ Und auch nach den Chorproben gehe es lustig und gesellig zu. Ruth Schmitz ist das beste Beispiel: Mit ihren 83 Jahren steht sie nicht nur bei der närrischen Singstunde in vorderster Reihe.

Mit dem „Ball der Vielharmonie“ trafen die Veranstalter wieder den Geschmack des Publikums. Laut dem Eintracht-Vorsitzenden Manfred Kunkel hat man den Ball in den vergangenen Jahren Punkt für Punkt verbessert, so auch die filigrane Tischdekoration.

Den Zuspruch für die Zukunft sieht er nicht automatisch: „Erfolgreich sind wir nur dann, wenn wir verstehen das richtige Händchen zu haben.“ Man dürfe nie stehen bleiben.

Quelle: op-online.de

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