Start für engere Kooperation

+
Die Haushalte sind defizitär, die Einwohner werden weniger. Folge: Kommunen stehen künftig vor großen Herausforderungen.

Darmstadt-Dieburg/Babenhausen (st) ‐ Die Haushalte sind defizitär, die Einwohner werden weniger. Folge: Kommunen stehen künftig vor großen Herausforderungen, wenn sie ihre Aufgaben erledigen wollen.

Ein Ausweg ist die Kooperation mit anderen Städten und Gemeinden. Als „Startschuss für neue Wege in der interkommunalen Zusammenarbeit“ bezeichnete Landrat Klaus Peter Schellhaas nun eine Tagung im Kreistagssitzungssaal: Dort kamen jetzt, organisiert von der Fachabteilung „Strategische Planung“, Vertreter aus allen 23 Kreiskommunen sowie Vertreter der kommunalen Spitzenverbände zusammen.

Schellhaas: „Ziel ist, dass wir lernen, gemeinsam und kreativ über das hinaus zu denken, was wir bisher als unsere Grenzen empfinden.“ Es gelte, Synergien gemeinsam zu erkennen und zu nutzen. Besonders Kommunen mit defizitärer Haushaltswirtschaft sollen bei der Erfüllung ihrer Aufgaben stärker als bisher zusammenarbeiten, um Kosten zu reduzieren. „Die Haushaltslage unserer Kommunen ist schlecht und auch die demographische Entwicklung bietet Anlass, Kooperationen einzugehen“, so der Landrat.

Der Landkreis könne in diesem Prozess Moderator, aber auch Impulsgeber sein. Unterstützt wurde der Landrat vom Direktor beim Hessischen Landkreistag, Dr. Jan Hilligardt. Er sieht die Landkreise bei der Förderung interkommunaler Zusammenarbeit als Partner und Koordinator.

Teilgenommen hat auch Babenhausens Verwaltungschefin Gabi Coutandin. Erste Gespräche über mögliche Zusammenarbeit habe es mit Schaafheim, Groß-Umstadt und Otzberg bereits gegeben. Im Sommer sollen weitere Gespräche folgen. Aus Sicht Coutandins bietet sich eine Kooperation der drei Kommunen bei Wirtschaftsförderung und Tourismus an. „Der Ostkreis ist ein Scharnier zwischen Bayern und dem Odenwald, die Lage sollten wir nutzen“, so Coutandin. Allerdings sei zu berücksichtigen, dass Babenhausen mit seinen sechs und Umstadt mit seinen neun Stadtteilen auch eigene Identitäten habe. „Da müssen wir ausloten, wie die Auswirkungen auf die Bürger sind und dafür müssen wir uns Zeit nehmen.“ Grundsätzlich sei es gut, dass kreisweit nach Kooperationsmöglichkeiten gesucht werde. Als Beispiele dienen etwa die Anschaffungen für Bauhöfe oder die Feuerwehr. Durch gemeinsames Bestellen ließe sich bei großen Stückzahlen viel Geld sparen.

Wie des Öfteren berichtet, arbeiten Dieburg, Messel, Münster und Eppertshausen in einem gemeinsamen Standesamtsbezirk zusammen. Eine Erfolgsgeschichte ist auch der gemeinsame Ordnungsbehördenbezirk zur Verkehrsüberwachung, den Griesheim, Roßdorf, Erzhausen, Mühltal, Ober-Ramstadt und Weiterstadt seit 20 Jahren im Westen des Landkreises schon bilden. In Alsbach-Hähnlein feilt man an einer Zusammenarbeit mit Zwingenberg (Kreis Bergstraße), einen gemeinsamen Bauhof zu betreiben.

Der Landkreis Darmstadt-Dieburg möchte ab Herbst Fachgespräche zu speziellen Themen anbieten, bei denen über neue Wege der Zusammenarbeit gesprochen werden soll.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare