Startsignal für zwei Wochen Gaudi

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Mit einer Glocke läuten 217 Kinder die Ferienspiele ein. Zum Auftakt legten alle zusammen eine Schweigeminute für Norwegen ein.

Babenhausen - Da wird es für einen Moment ganz ruhig in der eben noch quasselnden Kinderrunde: Mit einer Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Massakers in dem norwegischen Feriencamp beginnen die städtischen Ferienspiele an der Harreshäuser Mehrzweckhalle. Von Petra Grimm

Bürgermeisterin Gabi Coutandin, die das zweiwöchige Freizeitvergnügen der Babenhäuser Kinder gestern Vormittag eröffnete, hatte die Stille angeregt, ehe Spiel und Spaß traditionsgemäß von den Kindern mit einer großen Glocke eingeläutet wurden.

Unter dem Motto „Wilder Westen“ haben 217 Kinder und ihre 28 Betreuer wieder allerhand gemeinsam vor. In zwölf Teams eingeteilt werden sie basteln, spielen, Ausflüge unternehmen und verschiedene Vereine besuchen.

„Neu in diesem Jahr ist, dass nicht alle 240 Plätze besetzt werden konnten“, sagt Ina Hildwein von der städtischen Kinder- und Jugendförderung. Während im vergangenen Jahr alle Plätze ausgebucht waren und es in den Vorjahren sogar Wartelisten gab, war die Nachfrage für diesen Sommer niedriger. „Das wurde uns aus dem ganzen Landkreis gemeldet, dass überall bei den Ferienspielen der Städte und Gemeinden weniger Plätze besetzt wurden. Scheinbar haben wir derzeit eher geburtenschwache Jahrgänge. Das kann im nächsten Jahr schon wieder ganz anders sein“, so Hildwein, die gemeinsam mit Christina Salzner, einer Sozialpädagogin im Anerkennungsjahr, die Ferienspiele seit Januar vorbereitet hat und jetzt leitet.

Auch Ältere sollen sich nicht langweilen

Als Neuerung im Programm werden in diesem Jahr statt einem gleich zwei verschiedene Ganztagesausflüge angeboten. „Die jüngeren Kinder fahren am Mittwoch in den Erlebnispark „Steinau an der Straße“ und die älteren nach Wiesbaden ins Schloss Freudenberg, das Haus der Sinne. „Damit wollen wir verhindern, dass die Älteren sich langweilen. Wir haben seit vergangenem Jahr nämlich auch die Altersgrenze um ein Jahr nach oben erweitert. Bei diesen Ferienspielen sind jetzt zum zweiten Mal auch 13-Jährige dabei. Denn einige Eltern hatten darum gebeten. Früher waren es nur sechs- bis zwölfjährige Kinder“, erklärt Ina Hildwein.

Johannes Billing, der Inhaber der Computerschule Kidbit, hat vor, mit einer Gruppe, wie im Vorjahr auch, eine Ferienspielzeitung herzustellen. Am Mittwoch nächster Woche (3. August) wird im Schwimmbad eine große „Fun- & Action-Poolparty“ für Unterhaltung sorgen. Das Forstamt Dieburg lädt zur Walderkundung und jede Menge örtliche Vereine bringen sich auch ein. So bietet der Tierschutzverein einen Rundgang im Tierheim und der Sportanglerverein „Petri Heil“ informiert auf seinem Gelände über den Lebensraum Gersprenz und biologische Gewässeruntersuchungen. Der Geflügelzuchtverein ist ebenso dabei wie der Reit- und Fahrverein, bei dem die Kinder Stallluft schnuppern und auch an der Longe reiten dürfen. Die Jugendfeuerwehr bietet einen Einblick in die Arbeit der Feuerwehr und Spiel und Spaß rund ums Wasser. Eine Wanderung organisiert der Wanderklub „Berg Auf“, und der Luftsportclub beantwortet die Frage: „Warum fliegt ein Flugzeug?“. Sportlich wird’s beim Bogen-Club, den Handballern der SG Rot-Weiss, beim TV Babenhausen, dem TV Sickenhofen und beim Tennisclub. „Ein Tag voll Musik“, bei dem Instrumente gebastelt und ausprobiert werden, bietet das Blasorchester.

Traditionelles Abschlussfest steht bevor

Bevor die Ferienspiele dann am Freitag, 5. August, wieder enden, gibt es einen Tag zuvor (4.) ab 17 Uhr noch das traditionelle Fest mit den Eltern und Helfern, bei dem die Kinder ihre Bastelarbeiten präsentieren und mit Vorführungen für Unterhaltung sorgen werden.

Rund 43 000 Euro kosten die Ferienspiele. „Etwa die Hälfte davon wird durch Einnahmen aus den Elternbeiträgen oder auch das Abschlussfest gedeckt“, sagte Ina Hildwein. Für das erste Kind zahlen die Eltern 90 Euro und für das zweite 80 Euro. Das dritte ist kostenfrei.

Quelle: op-online.de

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