Stetige Neugier ist erwünscht

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Seit sieben Jahren Mitglied der DRK-Rettungshundestaffel: Nadine Sona mit „Sherry“.

Babenhausen/Dieburg ‐ „Wir kommen auf rund zehn Einsätze im Jahr“, erzählt Kerstin Hans, Leiterin der DRK-Rettungshundestaffel beim DRK-Ortsverein Babenhausen. Das Gros seien Flächeneinsätze und damit die Vermisstensuche von Alzheimer-Patienten, Kindern oder Selbstmördern. Von Michael Just

Dass man trotz dieser beachtlichen Zahl von durchschnittlich einem Einsatz pro Monat so wenig in den Medien von den Rettungshundestaffeln hört, führt sie darauf zurück, dass deren Alarmierung nur selten an die Öffentlichkeit gelangt. „Wir werden zwar von der Polizei angefordert, aber in der Zeitung steht dann selten etwas“, weiß Hans.

Wie sie weiter anführt, sei die Suche nach Alzheimer-Patienten oft unspektakulär und nicht selten viele Kilometer entfernt von zuhause. „Einige Alzheimer-Patienten setzen sich in Busse und Bahnen und unternehmen eine kleine Reise“, weiß die Reinheimerin.

Insgesamt gibt es in Hessen 16 Hundestaffeln, nur fünf gelten aber offiziell als einsatzfähig, da sie die Mindestanzahl von fünf geprüften Hunden (erst dann liegt laut den Statuten eine Staffel vor) erfüllen. Neue Rettungshunde sind deshalb vonnöten, weshalb es zwei bis dreimal im Jahr sogenannte Eignungsprüfungen gibt. Dabei können passionierte Hundebesitzer, die glauben dass ihr Vierbeiner das Zeug zum Rettungshund hat, dessen grundlegende Eigenschaften testen lassen.

Die jüngste Gelegenheit gab es dazu in Dieburg. Die DRK-Rettungshundestaffel Babenhausen betätigte sich dabei als Ausrichter. Die insgesamt 16 Hundeführer rückten aus ganz Hessen, unter anderem aus Kassel, dem Taunus, Marburg oder Dillenburg, an.

Die DRK-Rettungshundestaffel Babenhausen ist die einzige im Landkreis Darmstadt-Dieburg. Die nächsten Staffeln gibt es in Darmstadt und an der Bergstraße. Mit ihren elf geprüften Hunden stellt Babenhausen die stärkste und die älteste Staffel (gegründet 1993) in Hessen dar. Einmal die Woche treffen sich die Mitglieder zur Ausbildung.

Wir gucken in erster Linie, ob sich die Hunde motivieren lassen und Sachen machen, die sie eigentlich nicht so gerne mögen“, sagt Hans. Den idealen Rettungshund beschreibt die Reinheimerin mit „menschenfreundlich, nicht aggressiv, ohne große Angst, stetiger Neugier und reichlich Vertrauen zum Hundeführer“. Eine bevorzugte Rasse gibt es laut ihren Worten nicht. Gewünscht werde nur eine mittlere Größe. Zum Eignungstest gehören unter anderem das Laufen über eine Bohle, durch einen Tunnel oder das Ausloten der Schreckhaftigkeit des Vierbeiners bei Lärm oder Feuer. Ist der Test bestanden, beginnt die eigentliche Ausbildung, die sich über zwei Jahre hinzieht. Sie schließt mit der Hauptprüfung ab, zu der man bei Nichtbestehen insgesamt dreimal antreten darf. Erst dann dürfen Hund und Führer in die Einsätze. Im Gegensatz zur Hauptprüfung hat man zum Bestehen des Eignungstestes nur eine einzige Chance. Das Lernen findet fast ausschließlich spielerisch statt. Die Hosentaschen der Hundeführer sind dabei stets mit „Leckerlis“ gefüllt. Hans weiß warum: „Die Hunde suchen nur wegen der Belohnung, das alleine ist die Motivation.

Quelle: op-online.de

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