Straftaten sinken auf Rekordtief

Darmstadt-Dieburg/Babenhausen ‐ Der Landkreis ist eine der sichersten Regionen in Hessen. Laut der polizeilichen Statistik 2010 setzte sich die insgesamt positive Kriminalitätsentwicklung weiter fort. Von Stefan Scharkopf

Der stetige Abwärtstrend bei den Straftaten seit 2004 hält weiter an. Die Anzahl der Straftaten ist auf Rekordtief. Insgesamt wurden 10.158 Fälle im Jahr 2010 zur Anzeige gebracht. Das waren 616 Delikte weniger als im Vorjahr - ein Rekordtief seit über zehn Jahren. Die Aufklärungsquote konnte sogar noch weiter gesteigert werden und stieg von 54,2 (2009) auf 55,5 Prozent an. Insgesamt gab es 3 516 Fälle pro 100.000 Einwohner (2009: 3 732).

Elf Tötungsdelikte gab es im vergangenen Jahr, zehn wurden aufgeklärt, in acht Fällen blieb es beim Versuch. Bei Raub und Körperverletzung sind die Zahlen auf gleichem Niveau geblieben, aber mehr Fälle wurden geklärt (2009: 1 364, 2010: 1 368). Allerdings gab es mehr Körperverletzungen (von 879 auf 926), auch die schweren Fälle nahmen auf 273 (253) zu.

Gruppierung von jugen Männern aus Babenhausen ermittelt

Als herausragende Fälle weist die Statistik der Kriminalpolizei die Serie von zwölf Raubstraftaten im Dezember 2009 bis Januar 2010 in Babenhausen und Schaafheim aus. Dabei handelte es sich, wie berichtet, unter anderem um Überfälle auf die Volksbank, eine Esso-Tankstelle, einen Schreibwarenladen und eine Sportsbar in Babenhausen sowie einen Nettomarkt in Schaafheim.

Als Täter konnte eine Gruppierung von jungen Männern ermittelt werden, die vorwiegend in Babenhausen wohnten, enge Bekanntschaften unterhielten und in wechselseitigen Besetzungen die Raubüberfälle zur Finanzierung ihres Lebensstils sowie ihrer Drogen- und Spielsucht begingen. Die Täter sind mittlerweile verurteilt.

Leicht gefallen ist auch die Zahl der Diebstähle - von 4 050 auf 3 881 Delikte, auch die Wohnungseinbrüche sanken von 298 auf 277; etwas über ein Drittel konnte aufgeklärt werden, eine sehr gute Zahl.

Gesamtschaden von über 6,5 Millionen Euro

Während die Diebstähle aus Autos leicht von 815 auf 731 Fälle gesunken ist, wurden mehr Autos geklaut: 38 (27). Dabei spielen die Machenschaften einer Bande eine gewichtige Rolle, die auch in Dieburg hochwertige Lkw-Auflieger geklaut hatte. Sie hatte sich darauf spezialisiert, im großen Stil Pkw, Lkw bzw. Lkw-Anhänger anzumieten oder zu leasen und diese dann in Länder der ehemaligen UdSSR zu bringen und zu verkaufen. Betroffen waren insgesamt 29 Autovermietungen in ganz Deutschland, 97 Fahrzeuge wurden angemietet und ein Gesamtschaden von über 6,5 Millionen Euro angerichtet. Von den drei Hauptbeschuldigten sitzen inzwischen zwei im Knast.

Auch Rauschgiftdelikte rückläufig

Erfreulicher Trend auch bei den registrierten Sachbeschädigungen: Hier sank die Zahl innerhalb eines Jahres um ganze 438 Fälle auf insgesamt 1476. Die Aufklärungsquote konnte zwar nicht ganz gehalten werden, liegt aber immer noch auf über einem Viertel der Fälle, bei 25,9 Prozent. Die extrem hohe Quote des letzten Jahres (33,1 Prozent) war durch die Klärung einer umfangreichen Straftatenserie Graffiti in Ober-Ramstadt und Roßdorf begründet.

Bei den Rauschgiftdelikten bestätigte sich der Abwärtstrend und es gab eine weitere hohe Abnahme um 68 Delikte auf 245 Fälle. Im vergangenen Jahr gab es keine Drogentoten.

Bei der Straßenkriminalität, die bei den Bürgern das subjektive Sicherheitsgefühl besonders belastet, setzte sich die positive Entwicklung weiter fort. Seit 2004 gingen diese Delikte von 4 117 Straftaten auf nun 2 374 zurück, weitere 260 Fälle weniger als noch 2009.

Alles in allem waren es 4 794 Verdächtige (2009: 4 718). Der Anteil der nichtdeutschen Täter betrug 27 Prozent (1 292) und ist damit fast gleich geblieben. Erfreulich ist, dass weniger Kinder und Jugendliche straffällig wurden.

Quelle: op-online.de

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