Straßenregeln vom Flaschengeist

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Film ab: Die Jugendverkehrsschule Dieburg und Azubis drehten einen eigenen Film zur Verkehrserziehung.

Hergershausen/Darmstadt-Dieburg - Locker hängen die Ellenbogen aus dem Seitenfenster und die Musik ist laut aufgedreht, als der junge Autofahrer mit seinen Freunden das Stoppschild ignoriert. Von Michael Just

So sollte man es nicht machen, wie im neuesten Lehrfilm der Jugendverkehrsschule Dieburg deutlich wird. Vier Tage lang wurde in den Osterferien in Dieburg, Eppertshausen, Hergershausen und Schaafheim gedreht, nun wurde das Ergebnis im Landratsamt in Kranichstein vor 100 geladenen Gästen uraufgeführt. Der Kreistagssitzungssaal verwandelt sich dabei ins Kino „DaDi-Maxx“.

Die Idee zum Film, der Grundschülern beim richtigen Verkehrsverhalten und für ihren „Radführerschein“ helfen soll, hatte Ralf Drexelius von der Jugendverkehrsschule Dieburg. „Unser bisheriger Lehrfilm ist über 30 Jahre alt, da hätte ich selbst als Kind mitspielen können“, sagt der Polizeioberkommissar.

Der Film schwebt dem Beamten schon seit längerem vor, nur fehlten ihm die Schauspieler. Als er bei einer Veranstaltung auf die Ausbildungsleiterin im Landratsamt, Claudia Fink, traf, war sein Problem gelöst. „Wir machen für die Azubis und Beamtenanwärter im ersten Ausbildungsjahr jedes Jahr ein Projekt. Da hat sich das angeboten“, erzählt Fink. Die rund 20 Azubis fungierten als Organisationshelfer und als Statisten, die die Grundschüler Diyar Altan, Sophie Behrens, Jana Drexelius, Furkan Güven und Daria Stapp als Hauptdarsteller unterstützten.

Auf witzige Weise Verkehrsregeln beibringen

Für das rund 17-minütige Video, das zusammen mit dem Polizeipräsidium Südhessen, der Verkehrswacht Dieburg und dem Videofilmer Günter Maier von BMS Video Eppertshausen entstand, hatte Regisseur Ralf Drexelius viele Ideen parat. Sein Kollege Rainer Stapp spielte unter dem Titel „Ein Dschinni für alle Fälle“ einen guten Flaschengeist, der den jungen Verkehrsanfängern fünf Wünsche im Straßenverkehr erfüllt. Dabei werden Verkehrsregeln wie „rechts vor links“ oder das Fahren im Kreisverkehr erläutert.

„Auf witzige Art wollen wir den Grundschülern das richtige Verkehrsverhalten beibringen“, erklärt Drexelius. Gefilmt wurde im realen Verkehr, nicht selten sperrten die Polizisten das „Set“ kurzzeitig für die Autos. Auch ein paar scheinbar gefährliche Szenen hat der Film, die durch spezielle Kameraeinstellungen aber heikler wirken, als sie waren. „Unsere Azubis und Anwärter haben die vielen Schritte um eine Videoproduktion kennengelernt. Besonders motivierend war, dass der Film tatsächlich für die Verkehrserziehung zum Einsatz kommt“, bilanziert Fink.

„Das Filmgeschäft verlangt schon einiges ab, zum Beispiel stundenlanges Drehen für eine Minute im Film“, blickt Drexelius zurück. Sein Kollege war vor allem froh, mit dem Ende der Dreharbeiten das Kostüm hinter sich zu lassen, denn der orientalische Stoff erntete außerhalb der Karnevalszeit fortwährend fragende Blicke. Informationen zum Erwerb des Films erhält man bei Claudia Fink (c.fink@ladadi.de). Eine „Making-of“-Galerie ist unter zuhause.ladadi.de abrufbar.

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