Elternbeirat und Förderverein kritisieren Sanierungskonzept

Streit um die Eichwaldschule

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Schaafheim/Babenhausen - Wie die Kreispressestelle mitteilte, steht unter anderem fest, dass der wilhelminische Backsteinbau an der Lindenstraße, wo derzeit noch die etwa 200 Grundschüler untergebracht sind, aufgegeben wird. Von Lars Herd 

Der Elternbeirat erklärt nun, dass der Plan, beide Schulstandorte (Grundschule sowie Haupt- und Realschule) gemeinsam in die Langstädter Straße zu bringen, bereits seit 2012 bestehe. Nun beginne der Landkreis erneut mit der „Leistungsphase 0“. Diese „Leistungsphase 0“, in der die Schulleitung gemeinsam mit den Planern auf Basis der Schulbauleitlinien des Landkreises ein Raumkonzept für die Schule erarbeitet, sei nun abgeschlossen, so der Kreis. Laut Elternbeirat und Förderverein bedeute diese Bezeichnung aber nur die Projektvorbereitung durch eine Bedarfsplanung.

Des Weiteren gab der Landkreis bekannt, dass in den Sommer-/Herbstferien 2018 an der Langstädter Straße in Schaafheim Gebäude in Modulbauweise errichtet werden, in die die Klassen einziehen sollen, bis das Hauptgebäude grundhaft saniert worden ist. Die Einrichtung dieser sogenannten Mobischools war laut Elternbeirat jedoch bereits für die Herbstferien 2017 vom Ersten Kreisbeigeordneten und Schuldezernenten Christel Fleischmann (Grüne) zugesagt worden. Derzeit würden offiziell die Sommerferien 2018 genannt. „Von Herbstferien 2018 war uns gegenüber nie die Rede“, heißt es in der Stellungnahme. Daher solle die notwendige Rodung auf die kommenden Winterferien fallen.

Aus der Kreisverwaltung hieß es zudem, dass entsprechende Bauanträge für das Modulbaugebäude vorbereitet werden. Außerdem soll in diesen Tagen ein Rodungsantrag beziehungsweise ein Antrag auf Herausnahme aus dem Waldverbund bei der Unteren Naturschutzbehörde als Vorbereitung für das Baufeld gestellt werden. Die Bäume sollen bis zum Anfang der Setz- und Brutzeit am 28. Februar des kommenden Jahres gerodet werden. Dem Elternbeirat ist eigenen Angaben zufolge derzeit nicht bekannt, dass ein entsprechender Antrag an die zuständige Untere Bauaufsichtsbehörde vorgelegt wurde, ist in der Mitteilung zu lesen. „Wir finden es fragwürdig, weshalb dies noch nicht geschehen ist, wo man die Rodung doch bereits für die Herbstferien 2017 geplant hatte“, heißt es weiter. Auf Nachfragen beim Landkreis sei schriftlich zugesagt worden, dass der Antrag dieser Tage abgegeben werden soll.

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Außerdem wehrte sich der Landkreis gegen den Vorwurf, dass er die Sanierung immer wieder verschoben habe. Um Fördermittel auszuschöpfen, hätten jedoch eigentlich für später geplante Maßnahmen vorgezogen werden müssen. Auch die zunächst in Angriff genommene, dann wieder aufgegebene Planung für eine Integrierte Gesamtschule in Schaafheim habe zu Verzögerungen geführt. „Zehn Jahre Ausschöpfen von Fördermitteln? Der geplante Neubau wurde aufgrund angeblich zurückgehender Schülerzahlen vom Landkreis beschlossen“, heißt es dazu in der Stellungnahme des Schulelternbeirats und Fördervereins der Eichwaldschule. Dies sei nicht verwunderlich, wenn man bedenke, dass im nahen Einzugsgebiet – wenn vielleicht auch nur optisch – attraktivere Schulgebäude stehen. Sicher sei zudem, dass die Anzahl der Anmeldungen nach einer Sanierung wieder steigen werde, ist in der Mitteilung zu lesen. Das Konzept der „beinahe schon familiären Schule“ erzeuge schließlich ein „Wohlfühlarrangement, das seinesgleichen sucht“.

Grundsätzlich sei ohnehin mit steigenden Schülerzahlen zu rechnen. Das belege auch eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung, die einen Anstieg durch Zuwanderung und erhöhte Geburtenraten von vier Prozent in den nächsten fünf Jahren voraussagt. Generell gehe es an der Schule nicht um Nummern und Zahlen, sondern um Schüler, ob nur einer oder 1000. „Wir wollen jetzt eine Sanierung der Eichwaldschule Schaafheim. Denn so ist es für einen oder 1000 Schüler unzumutbar. Und zehn Jahre vertrösten und hinhalten sind jetzt genug!“

Quelle: op-online.de

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