Im Baugebiet Lachewiese

Auf der Suche nach Blindgängern

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Im künftigen Baugebiet Lachewiese sind die Kampfmittelräumer derzeit aktiv. Holzpflöcke markieren die Stellen, wo sogenannte „Störpunkte“ im Erdreich vergraben liegen.

Babenhausen - Ringsum stecken Pflöcke in der Erde. An der Spitze sind sie leuchtend rosa eingefärbt. Von Stefan Scharkopf

Ähnlich wie schon beim Bau der neuen Joachim-Schumann-Schule werden in der Lachewiese derzeit Probebohrungen erledigt, um herauszufinden, ob explosive Überbleibsel aus dem Zweiten Weltkrieg im Boden schlummern und bei den anstehenden Bauarbeiten gefährlich werden könnten. Der Kampfmittel-Räumdienst wird demnächst auch auf dem ehemaligen Feuerwehrgelände auftauchen, wie es aus dem Rathaus dazu heißt.

 „Überhaupt müssen bei allen Baumaßnahmen in der Kernstadt der gesamte Bereich gründlich nach möglichen Gefährdungen abgesucht und alle Gefahrenpunkte beseitigt werden. Dies ist eine Vorgabe des Regierungspräsidiums. Nach Abschluss der Maßnahmen können wir die millimetergenaue Unbedenklichkeit des Gebiets bescheinigen“, sagt Bürgermeisterin Gabi Coutandin.

Abwurfschneise der Alliierten

Dass hier eine Sondierung des Bodens vorgenommen wird, ist ein übliches Vorgehen in Regionen, die in der Nähe von Abwurfschneisen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg liegen.

Mit einem Sondierungsgerät vermisst der Vermessungstrupp detailgenau die Fläche bezüglich magnetischer Quellen im Boden. Diese metallischen „Störpunkte“ werden mit eben jenen Holzpflöcken markiert, und anschließend vom maschinellen Bergungstrupp Punkt für Punkt beseitigt – entweder mit der Schaufel ausgegraben oder – in tieferen Lagen – mit dem Bagger.

So arbeiten sich die Trupps Meter für Meter durch das Gelände, und eine Satellitenanlage sorgt dafür, dass auch kein Fitzelchen Fläche übersehen wird.

Die meisten „Störpunkte“ sind alte Nägel, Flaschenverschlüsse und andere vergessene Dinge aus dem Alltag. Häufig gibt es auch Bombensplitter in unterschiedlichsten Größen.

Ein Raster, das Sicherheit gewährt

Diese Bohrungen sind sicher und dienen dazu, das Gelände besser untersuchen zu können. Eine Bombe hat als metallischer Körper ein Magnetfeld, das mit moderner Technik gut gemessen werden kann. Mit der Bohrung können Anomalien in einem bestimmten Radius festgestellt werden. Wenn alles in Ordnung ist, wird immer innerhalb dieses Bereiches das nächste Loch gebohrt. So entsteht ein Raster, das Sicherheit gewährt, bis schließlich das gesamte Areal freigemessen ist.

Nach Abschluss der Räumungen in den Lachewiesen kommt laut Coutandin das neue kleine Gewerbegebiet gegenüber dem China-Restaurant an der B 26 dran; auf dem „Bruchborn“, dem für ein Schulungszentrum von VW vorgesehenen Gelände, sind die Untersuchungen bereits erfolgreich abgeschlossen.

Das Bauleitverfahren für die Lachewiese ist im Übrigen noch nicht abgeschlossen. Kommende Woche wird der Bebauungsplan Thema im Bauausschuss sein. Ein Konzept der Projektentwickler Aumann und Früchtenicht gibt es aber bereits. Demnach sollen rund 70 Häuser entstehen. Einschließlich der Erschließungskosten werden die Bauplätze zwischen 250 und 300 Euro kosten. Viele Plätze sind bereits reserviert. Weitere Informationen: www.lachewiesen.de

Quelle: op-online.de

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