Magistrat äußert sich zur Westumgehung

„Südumgehung hat die höchste Priorität“

Babenhausen - Der Magistrat hat in seiner jüngsten Sitzung über die Ergebnisse der Machbarkeitsstudie – „Untersuchung möglicher Trassen einer Nord-Süd-geführten Ortsumgehung“ – beraten.

Vorangegangen waren ausführliche Abstimmungsgespräche mit hessischen Behördenvertretern, mit Hessen Mobil (ehemals ASV Darmstadt) und dem Naturschutz. Deren Hinweise und Anregungen sind inzwischen in die Studie eingeflossen.

„Wenn die Grünen und die BI daraus finstere Machenschaften der Bürgermeisterin ableiten, ist dies bedauerlich. Und verwundert, da der Magistrat über die Behördengespräche informiert war und angesichts der Materialfülle selbst um verlängerte Beratungszeit gebeten hatte“, berichtet Bürgermeisterin Gabi Coutandin in einer Stellungnahme.

Vier verschiedene Modelle

Im Rahmen der Studie wurden vier verschiedene Modelle („Planfälle“) hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf Verkehrssicherheit, auf ihre Entlastungswirkung, auf Wirtschaftlichkeit und auf ihre Umweltauswirkungen hin bewertet. Bei allen Planfällen galt die Annahme, dass zuerst die B-26-Südumgehung realisiert wird.

Nach diesen vier objektiven Bewertungsfaktoren wurden die Planfälle – Große Westumgehung, Kleine Westumgehung, Kleine Ostumgehung und Große Ostumgehung – untersucht. Alle Varianten weisen positive und negative Bewertungen aus.

„Die meisten Vorteile hinsichtlich der Verkehrsentlastung würde die Große Westumgehung bringen, auch eine Wirtschaftlichkeit wäre gegeben. Insofern hält die Studie die Große Westumgehung für die noch am ehesten realisierbare Variante, obwohl dieser Planfall mit erheblichen Eingriffen in die Umwelt verbunden ist“, so Coutandin.

Die umweltverträgliche Kleine Ostumgehung wiederum bringe keine Entlastung, trotz immensem Kostenaufwand. Die beiden anderen Modellberechnungen wiesen entweder eine nicht akzeptable Umweltbeeinträchtigung aus oder brächten zu wenig Entlastung. In seiner Diskussion griff der Magistrat die schwierige Finanzlage bei Bund und Land auf. Deshalb habe es auch in den letzten beiden Jahren keinerlei Fortschritt für den dreistreifigen Ausbau der B 26 zwischen Altheim und Babenhausen gegeben.

Abstimmungsgesprächen mit Behörden

In zahlreichen Abstimmungsgesprächen mit Behörden sei immer wieder signalisiert worden, dass ein zeitgleicher Ausbau von zwei Umgehungsstraßen aus finanziellen Gründen nicht vorstellbar sei.

Deshalb habe der Magistrat ausdrücklich die allerhöchste Priorität der Südumgehung unterstrichen; ohne diese würde eine Westumgehung keine Entlastung bringen, und die Entwicklungschancen des Konversionsgeländes könnten nicht ausgeschöpft werden. Der Entwurf der Studie soll in einer der nächsten Bauausschusssitzungen durch die Fachbüros vorgestellt und beraten werden.

Die Grünen als Gegner der Westumgehung hatten bemängelt, dass die im Juli 2012 erstellte Studie schon vor Monaten der Bürgermeisterin vorgelegt worden und danach unter Ausschluss auch der politischen Öffentlichkeit bis zum April 2013 überarbeitet und „abgestimmt“ worden sei. Niemand habe Gelegenheit gehabt zu prüfen, welche Veränderungen denn von der Originalvorlage bis zur jetzigen Version vorgenommen wurden und warum. Dieses Verfahren nähre Zweifel an der Objektivität der Studie und führe zu Spekulationen, die die Bürgermeisterin und die Allianz selbst zu verantworten hätten.

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Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © dpa

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