Auf der Alm is koa Sünd

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Die Bachgauländer Musikanten gaben den Einstand bei der Harreshäuser Fastnachtssitzung.

Harreshausen - Alles bayrisch oder wie? „Auf der Alm da is koa Sünd“, unter dieses Motto stellte der Carnevalclub Herrenhuter aus Harreshausen seine Sitzung zum Kampagneauftakt. Die Harreshäuser leisteten sich damit nun schon zum 24. Von Ulrike Bernauer

Mal die erste Sitzung der Saison und brauchten zu diesem Zeitpunkt auch keine Konkurrenz zu befürchten. „Es ist schön, schon so früh zu feiern, da hat man als echter Fastnachter Zeit, auch die ganzen anderen Sitzungen zu besuchen“, freute sich Karnevalistin Heidi Oswald-Braun.

Ganz bayrisch kamen große Teile des Publikums daher, fast jede Dame, die auf sich hält, hat heutzutage wohl ein Dirndl im Schrank, und die Nummern der Harreshäuser Karnevalisten waren auch süddeutsch geprägt. So stellte Ulrich Hartmann seine Rede unter den Titel „Almbauer“, und er plauderte aus des Bauers Nähkästchen, geriet damit zur Freude des Publikums auch öfter mal unter die Gürtellinie.

Einen riesigen Applaus heimsten die Akteure einer Apres-Ski-Party ein, also praktisch alle Aktiven des rührigen Vereins. In Kitzbühel hatten sie ihre Bar aufgebaut, und mit viel Witz und Humor stellten die Statisten den Hintergrund für solche Berühmtheiten wie Andrea Berg, DJ Ötzi, Wolfgang Petri, Peter Wackel und Micki Krause. Der Saal tobte und ging mit bester Laune in die Pause.

Gardemädchen mit großem Auftritt

Vorher hatten noch die Gardemädchen ihren großen Auftritt. Hautnah waren die Tänzerinnen zu erleben, als sie durch die Reihen des Publikums in den Saal einschwebten. Viel Mut bewiesen zwei ganz junge Damen, Jessica und Rebecca stellten sich in Ermangelung von Mittänzerinnen ganz allein auf die Bühne und repräsentierten die kleine Garde auch zu zweit perfekt. „Um Zuwachs wird gebeten“, so Sitzungspräsident Lutz Murmann. Der erfuhr an diesem Abend genauso wie Heidi Oswald-Braun eine besondere Ehrung. Alfons Disser, seines Zeichens Gründungsmitglied, verlieh den beiden Vereinsmitgliedern den Orden der Föderation europäischer Narren in Bronze.

Aus ihrem reichen Erfahrungsschatz haben an diesem Abend noch mehrere Herren geplaudert. Thomas Gelfort aus Dieburg hatte sich als Beleuchter in die Bütt begeben und erfreute die Narren mit einer „Betrachtung des Publikums einer Karnevalssitzung“. In Unpünktliche, Pflichtbewusste, Nörgler und Genießer kategorisierte der „Beleuchter“ seine Zuhörer und zählte zum Vergnügen des närrischen Volkes alle Eigenschaften der närrischen Archetypen auf.

Die großen Gardemädchen aus Harreshausen überzeugten mit ihrem Tanz.

Die Probleme von Mann und Frau nahm Christoph Visone aufs Korn, und Andreas Kraus aus Mühlheim erzählte Lachtränen treibend von einem Besuch beim Arzt. Nicht nur die Ohren bekamen viel zu hören, musikalisch etwa machten die Bachgauländer Musikanten aus Groß-Ost-heim den Auftakt, es gab auch viel fürs Auge. Neben den Harreshäuser Garden trat die Showtanzgruppe Semd auf, sie kam den Narren indisch. Als Streifentiere gewandet wie Zebras erfreuten die Tänzerinnen des Damenballetts aus Eppertshausen das Publikum. Und die Ehrengarde aus Sickenhofen glänzte mit einem Showtanz. Besonders gern sahen die Harreshäuser das Männerballett vom CVB Hypertonics auf der Bühne, in Cowboys und Salondamen hatten sich die Herren aufgeteilt.

Viele der Gruppen kommen schon seit Jahren zur ersten Sitzung der Saison nach Harreshausen. Dazu gehören auch die „Semmer Stoarn“, die alle begeisterten. Mit einem Knaller endete die Sitzung, die Stadtgarde Offenbach machte zum großen Finale mit ihrer Guggemusik noch einmal ordentlich Krach auf der Bühne.

Quelle: op-online.de

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