Klare Linie für Kreative

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Hat das Heft in der Hand: Sylvia Kloetzel organisiert zusammen mit den Künstlern das Kunst- und Kulturwochenende.

Babenhausen - Dieses Jahr wird alles anders. Zumindest was Poesie, Film, Malerei, Tanz und Musik betrifft. Das diesjährige Kunst- und Kulturwochenende im November gestalten Babenhäuser Künstler selbst. Von Katharina Hempel

Die Frau, die dabei den Überblick behält und lenkend oder beruhigend eingreift: Sylvia Kloetzel. Die studierte Geografin leitet bei der Stadt den Fachbereich Standortentwicklung und E-Government.

Obwohl Sylvia Kloetzel dieses Jahr einen Teil der Arbeit an Maler, Musiker und Schauspieler abgegeben hat, ist der Aufwand trotzdem nicht weniger geworden. „Ich kümmere mich weiterhin um die Werbemittel und während der Treffen der Künstler muss ich steuern und motivieren. Das ist wesentlich anstrengender“, erzählt sie. „Aber dadurch, dass so viel Tolles dabei herauskommt, wiegt es das wieder auf.“

Seit Februar trifft sich Sylvia Kloetzel mit den Kreativen. An einem runden Tisch überlegen sie gemeinsam, was bei den vergangenen Kunst- und Kulturtagen gut war, was schlecht. Ein Thema: der Raum. „Wir überlegen zum Beispiel, wie sich die Künstler und Künste begegnen. Zum Beispiel mit einem Cellisten zwischen Gemälden. Aber es wird auf diesem Feld auch noch ein paar Überraschungen geben.“ Naheliegend, dass Begegnungen zum Motto wurden.

Um die Zuschauer und Besucher dieses Jahr stärker mit einzubeziehen, bieten die Künstler Mitmachaktionen an. Beispielsweise Bühnenbild zum Mitmalen oder einen Trommelworkshop.

Von Operngesang bis Textilgestaltung

„Wir wollen auch die Jüngeren ansprechen, deshalb haben wir einen Kurzfilm im Programm, den der Schauspieler Jan Bareins zusammen mit Babenhäuser Jugendlichen gedreht hat“, verrät Sylvia Kloetzel einen weiteren Programmpunkt.

Geplant ist auch, dass Künstler den Unterricht an den Offenen Schulen besuchen werden, um den Schülern ihre Kunstrichtung vorzustellen – von Operngesang bis Textilgestaltung. Und: Am Montag nach dem Wochenende bleiben noch alle Objekte stehen, sodass die Schulen durch die Ausstellung schlendern können. „Wir versuchen das Ganze zu verknüpfen: Schüler und Kunst. Das ist auch ein Experiment, ganz klar, aber man muss auch experimentieren“, sagt Sylvia Kloetzel.

Experimentieren muss die Organisatorin auch häufig während der Künstlertreffs, um alle Persönlichkeiten und Ideen unter einen Hut zu kriegen. „Teilweise musste ich alle Moderationsstrategien anwenden, die ich jemals gelernt habe“, sagt sie und lacht, „aber ich habe jetzt das Gefühl, dass da etwas entsteht, was über das Kunstwochenende hinaus bestehen wird, nämlich eine richtige Künstlergemeinde.“

Quelle: op-online.de

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