Von Babenhausen an die Bergstraße?

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Derzeit in leitender Funktion im Babenhäuser Rathaus, demnächst Bürgermeisterin in Bensheim? Sylvia Kloetzel will´s wissen. -  Foto: p

Babenhausen - Sylvia Kloetzel tritt für die Bensheimer SPD zur Bürgermeisterwahl an. Von Stefan Scharkopf 

Verwaltungserfahrung hat sie gesammelt, jetzt will sie ein Rathaus leiten: Sylvia Kloetzel tritt für die SPD bei der Bürgermeisterwahl in Bensheim an. Die 51-Jährige ist derzeit in leitender Position in der Babenhäuser Stadtverwaltung tätig. Die Bensheimer Genossen stellten ihre Kandidatin gestern bei einem Pressegespräch vor, die offizielle Nominierung ist im Februar. Der genaue Termin für die Bürgermeisterwahl steht noch nicht fest.

Die mit rund 40 000 Einwohnern größte Stadt im Landkreis Bergstraße wird von einer schwarzgrünen Koalition geführt. Bürgermeister ist Thorsten Herrmann. Der CDU-Politiker hatte bekannt gegeben, dass er für eine dritte Amtszeit nicht mehr kandidieren möchte. Er stellt sich bei der Landratswahl im Wetteraukreis zur Wahl. Kloetzel wird gegen Rolf Richter antreten, den die CDU ins Rennen schickt. Der 47-jährige Jurist stammt aus Bensheim und ist stellvertretender Regierungspräsident in Darmstadt.

Der Kontakt mit den Bensheimer Genossen kam bei einem SPD-Seminar zustande, wie Kloetzel sagt. Fraktionsvorsitzender Philipp Thoma hatte die Diplom-Geografin gefragt, ob sie sich vorstellen könnte, für das Amt zu kandidieren. Sie konnte. Wie Kloetzel sich am Telefon äußerte, habe die Bensheimer SPD noch weitere Bewerber gesichtet, letztlich sei die Wahl aber auf sie gefallen.

Die Aufgabe reizt

„Es ist eine schöne Herausforderung, und die Aufgabe reizt mich“, sagt sie. Wie eine Verwaltung funktioniert, hat die alleinerziehende Mutter zweier erwachsener Kinder im Rathaus von Babenhausen gelernt. 2001 kam sie zur Stadtverwaltung, zunächst als Internetbeauftragte, später zur Stabsstelle Wirtschaftsförderung.

Seit 2010 ist sie Fachbereichsleiterin Standortentwicklung und E-Government, unter anderem mit folgenden – auch haushaltsverantwortlichen – Bereichen: Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing, Kunst, Kultur, Städtepartnerschaften, Internet und Bürgerbeteiligung, Kasernenkonversion, Stadtmarketing und Kulturveranstaltungen. Sie hat sich mit dem Tourismus beschäftigt und den i-Punkt mit aufgebaut. Kommunalpolitische Erfahrung hat Kloetzel ebenfalls gesammelt. Seit gut einem Jahr ist sie Mitglied in der Gemeindevertretung ihres Heimatortes Otzberg. Bensheim und die Bergstraße sind ihr nicht nur als früheres Ausflugsziel bekannt. Durch ihre Arbeit in der Wirtschaftsförderung habe es bereits Berührungspunkte gegeben.

CDU hat Nase vorne

Die Situation beider Kommunen sei teils vergleichbar, meint die Sozialdemokratin. Auch Bensheim habe ein Defizit und müsse sich an einem Haushaltskonsolidierungskonzept orientieren. Dass sie als Neuling in ihren Wahlkampf startet, sieht sie nicht als Nachteil. „Klar bin ich noch unbekannt in der Stadt und bin auch beispielsweise nicht Mitglied eines Vereins. Aber ich habe keine Altlasten und kann mich nach und nach bekannt machen und Kontakte knüpfen.“

Dass in Bensheim die CDU die Nase vorne hat, ist für Kloetzel eher Ansporn. Und da beruft sie sich auf ihre derzeitige Chefin. Bürgermeisterin Gabi Coutandin habe vorher auch nicht auf der politischen Bühne gespielt, es aber geschafft, sich mit einem „engagierten Wahlkampf“ gegen ihren Mitbewerber durchzusetzen. „Warum“, fragt sich Kloetzel also, „sollte es nicht auch bei mir funktionieren? Ich trete an, um zu gewinnen.“

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Quelle: op-online.de

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