Täter geben Raubüberfälle zu

Darmstadt/Babenhausen (bea) ‐ Ihr gerichtliches Nachspiel finden die Raubüberfälle jugendlicher Täter, die Ende des vergangenen Jahres und Anfang dieses Jahres in Babenhausen und Schaafheim verübt wurden, seit Montag vor der Jugendgerichtskammer in Darmstadt.

Wie am Samstag berichtet, hat sich die siebenköpfige Bande wegen Raubüberfällen auf die Netto-Märkte in Babenhausen und Schaafheim sowie ein Schreibwarengeschäft in Babenhausen zu verantworten. Das Verfahren gegen einen weiteren mutmaßlichen Täter wurde fallen gelassen, weil der Angeklagte bereits wegen einer anderen Straftat verurteilt wurde.

Emre M. (20 Jahre) aus Offenbach wird vorgeworfen, mit einem unbekannten Mittäter den Raubüberfall in Babenhausen begangen zu haben. Er soll zwei Netto-Mitarbeiterinnen mit der Waffe bedroht haben und sie aufgefordert haben, ihm die Barschaft aus dem Tresor aus zu händigen. Informationen über die internen Abläufe sollen sie von Miguel C.M., der in dem Markt arbeitete, erhalten haben.

Emre M. bestritt die Tat nicht, sondern ließ sich ausführlich nicht nur zu dieser Tat, sondern auch zum Überfall auf den Markt in Schaafheim aus. Auch Semih G. (18) bestritt seine Beteiligung an diesem räuberischen Überfall nicht. Unstimmigkeiten in den Aussagen der sieben Angeklagten gab es hingegen wegen der Tatbeteiligungen von Ralf H. (19), der den Tatwagen gefahren haben soll, und Anil K. (17), der die beiden Waffen bereit gestellt haben soll.

Beteiligungen der Beschuldigten nicht strittig

Auch hier sind die Beteiligungen der Beschuldigten nicht strittig, strittig ist jedoch bei Ralf H., ob er freiwillig an dem Überfall beteiligt gewesen ist. Er gab am ersten Verhandlungstag an, dass er erst im Auto auf dem Weg zum Tatort von dem Vorhaben der anderen erfahren habe. Er habe auch nicht freiwillig teilgenommen, sondern sei. mit den Worten: „Ich stech dich ab, wenn Du nicht mitmachst“ gezwungen worden. Semih G. bestreitet diese Drohung, er behauptet Ralf H. habe sich freiwillig bereit erklärt, das Fluchtauto zu fahren.

Auch Deniz K. (17) habe nach eigenen Aussagen erst nach dem Überfall erfahren, dass die von ihm bereit gestellten Waffen bei der Tat eingesetzt worden waren. Zugegeben hat er den Überfall auf das Schreibwarengeschäft in Babenhausen am 20. Januar. Den Überfall habe er alleine verübt, Caglar K. (21) habe jedoch mit einem Fluchtwagen auf ihn gewartet und dafür etwa 200 Euro aus der Beute von knapp 800 Euro erhalten. Der bestritt seine Mitwisserschaft des Überfalls.

Kaum Angaben konnten die Angeklagten zu ihren Beweggründen machen. Nach ihren Angaben wurden die Überfälle vorher auch nicht sorgfältig geplant, sondern eher nach dem Motto: „Das ziehen wir jetzt mal schnell durch“ verübt. Ausnahme war der Offenbacher, der die beiden von ihm mit verübten Überfälle mit Schulden und seiner Spielsucht begründete.

Am ersten Prozesstag wurden nach den Einlassungen der Angeklagten zur Person und dem Tathergang auch noch vier Zeugen vernommen. Darunter waren die beiden Kassiererinnen des Netto-Marktes in Babenhausen.

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Edith Ochs/ Pixelio.de

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