„Hier sind noch Wachstumschancen“

Tag des Mädchenfußballs beim SV Sickenhofen

SV Sickenhofen begibt sich am „Tag des Mädchenfußballs“ auf ein Feld, das noch immer Perspektiven bietet. Dribbling, Torschuss, technische Kabinettstückchen: Beim SV Sickenhofen zeichnete dafür am Samstag allein die holde Weiblichkeit verantwortlich. - Foto: jd

Sickenhofen - Eins, da ist sicher Ahmet Ögrütmen sicher, gilt auch für die fußball-verrückte Bundesrepublik Deutschland: „Die Entwicklung im Jungen- und Männerbereich ist ausgereizt. Dort ist künftig kein Wachstum mehr zu erwarten, eher das Gegenteil.“ Von Jens Dörr 

Was auch für seinen Verein, den SV Sickenhofen gelte. „Schon als ich vor ein paar Jahren meine Trainer-C-Lizenz gemacht habe, sagten sie: Versucht in euren Vereinen auch, den Mädchen-Fußball voranzubringen. Hier sind noch Wachstumschancen. “ Die lässt das Gros der Vereine zwar brachliegen, doch trotz aller Entwicklungen sind fußball-interessierte Mädchen weiter klar in der Minderheit – was sich wohl auch nie ändern dürfte. Der SVS indes widmet sich dem Thema bereits intensiv - und verbucht Erfolge. Die Bedeutung der kickenden Weiblichkeit für den 56 Jahre jungen Verein unterstrich am Samstag der „Tag des Mädchenfußballs“.

Zwar fiel der krönende Abschluss, ein Spiel des Damenteams, aus, weil der Gegner abgesagt hatte. Unter anderem die SVS-Kümmerer Ögrütmen und Rainer Blümler gaben zusammen mit den Trainern und 15 Fußballerinnen Vollgas. Nicht nur beim Schnuppertraining und beim „Fußball-Abzeichen“ auf, sondern auch neben dem Platz: Im eigens aufgestellten Zelt waren Pausen im Trockenen garantiert, obwohl Petrus den Regen über Sickenhofen gänzlich zurückhielt; sechs Sponsoren und die helfenden Hände der Vereinsmitglieder sorgten zudem für die optimale Verpflegung.

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Kurzum: Der SVS legte sich ziemlich ins Zeug, um die aktuellen Kickerinnen zu binden und neue zu gewinnen. Ein Schwerpunkt, den man sich für 2014 ausdrücklich gesetzt habe, wie Blümler erläuterte. Familienfreundlichkeit, Fairness, Toleranz und Integration seien weitere wichtige Säulen, auf denen die Vereinsaktivitäten der Sickenhöfer Sportverein aufbauten. Sie sollen den Erhalt und Ausbau der jetzigen SVS-Strukturen in Zeiten, da es gerade kleinere Vereine nicht immer leicht haben, von Mitglieder-, Helfer- und Gönnerschwund bedroht sind, gewährleisten.

Wobei eins mit dem anderen oft Hand in Hand gehe, wie Ögrütmen verdeutlichte: „Wir haben zum Beispiel eine Reihe von Migrantinnen, die bei uns spielen. Das finde ich sehr gut so, das ist Integration.“ Ressentiments merke man in den Spielen der Juniorinnen- und Frauenteams meist nur gegen Konkurrenten, deren Teams keine kulturelle Durchmischung hätten. „Das ist manchmal erschreckend, was wir da zu hören bekommen“, beschönigte Ögrütmen – selbst in Babenhausen etwa durch Initiierung eines Sozialprojekts im Erloch in Erscheinung getreten – nichts.

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Blümler stellte am Samstag heraus, der Mädchen- und Frauen-Fußball beim SV Sickenhofen solle „auch in Zukunft weiter forciert“ werden. In Planung sei in Zusammenarbeit mit einer renommierten Fußball-Schule etwa ein Fußball-Camp nur für Mädchen. Weiblicher Nachwuchs jeden Alters. In der Saison 2014/15 möchte man unter Leitung von Matthias und Melissa Aubel erstmals ein B-Juniorinnen-Team im Ligabetrieb stellen - und Akteurinnen für das Frauenteam werden jederzeit gesucht. Ansprechpartner ist Rainer Blümler, Tel.: 06073/62224; E-Mail: jugend.sv58@gmail.com.

Quelle: op-online.de

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