„Tag der Rosen“: Warten aufs Erröten

+
Zum „Tag der Rosen“ besuchte Dieter Müller-Clemm von den Rosenfreunden aus Darmstadt Mitinitiatorin Syliva Schroth. Die Moosrose „ Blanche Moreau“, die die beiden hier anschauen, lässt schon ein paar Blüten erkennen.

Babenhausen - Einen ganzen Tag lang gab es am Sonntag Einblicke in das Gartenreich von Sylvia und Hans Schroth sowie Heidi und Wilhelm Spiehl. Von Michael Just

Mit dem „Tag der Rosen“ wollten es die beiden Paare Interessierten ermöglichen, in die wunderbare Welt der Königin der Blumen einzutauchen. Doch das unbeständige Wetter der letzten Wochen verhinderte ein großes Fest der Rosenblüten. Die meisten Exemplare präsentierten sich noch als zarte, junge Knospen, die erst in den nächsten Tagen und Wochen ihren kompletten Reiz entfalten werden.

Dass das Frühjahr so regnerisch verlaufen würde, wussten die Babenhäuser mit dem grünen Daumen noch nicht, als sie vor geraumer Zeit den Termin für ihre offenen Gärten auf das zurückliegende Wochenende legten. „Im letzten Jahr stand Ende Mai schon alles in voller Pracht. Einige Arten waren sogar schon nahezu abgeblüht“, erinnert sich Sylvia Schroth. Dieses Jahr sieht es genau umgekehrt aus. „Durch das Wetter sind viele Pflanzen wie auch die Rosen hintendran“, erklärt Wilhelm Spiehl. Der „Tag der Rosen“ erweise sich deshalb als zwei bis drei Wochen zu früh, was vorher nicht zu erahnen war.

Glücklich konnten die Gastgeber darüber sein, dass die Einladung in den Ostring und die Ludwigstraße durch die Schauer nicht komplett ins Wasser fiel. So ließen sich in einigen „Trockenfenstern“ immer wieder ein paar Besucher in den beiden Gärten im Herzen der Stadt blicken. Das hatten die Blumenfreude schon deshalb verdient, da die Vorbereitung mit Mühe verbunden war. Dazu gehörten das Aufstellen von Pavillons, das Backen von Kuchen und natürlich das Herrichten des Garten, dass dieser für Besucher vorzeigbar ist.

Hunderte bunte Farbklecksen

Wilhelm Spiehl gewährte zum ersten Mal einen Blick auf seine Rosen. Im Vorfeld kümmerte er sich besonders passioniert um die Werbung: In Geschäften legte er Flyer aus, dazu warf er in der Kernstadt Einladungen in die Briefkästen. Vor acht Jahren hat der Ruheständler angefangen, aus seinem Garten ein Kleinod zu machen.

Derzeit kann er 24 verschiedene Kletterrosen zeigen. Sie schaffen in Hof und Garten in der Blütezeit hunderte von bunten Farbklecksen. An der nicht einfachen Zucht hat sich der 68-Jährige ebenfalls schon versucht: „Dieses Jahr habe ich vier Stück rausgekriegt. Die blühen jetzt“, berichtet er. Eine Rose der Spiehls heißt Prinzessin Alexandra von Kent und ist nach der Cousine von Königin Elisabeth II. benannt. Die englische Rose ist stark duftend, die Blüte gilt mit zahllosen Blättern als besonders dicht gefüllt. „Viele Rosen werden in Deutschland nach Städten und Gemeinden benannt, die Rosen vorbildlich in ihr Ortsbild integrieren. Darunter sind Freising oder das Rosendorf Schmitshausen“, weiß Spiehl.

Sylvia Schroth hatte schon 2003 die Idee, ihren Garten für die Öffentlichkeit zu öffnen. Damit kann sie 2013 ein kleines Jubiläum feiern. Auch wenn es Jahre mit Pausen gab, lag die 57-Jährige mit ihrer Idee noch vor der Einführung der offenen Gärten und Höfe in Hergershausen.

Gesellschaft der deutschen Rosenfreunde

Am Sonntag begrüßte Schroth besondere Gäste, darunter Dieter Müller-Clemm. Er gehört der Gesellschaft der deutschen Rosenfreunde –Freundeskreis Darmstadt – an. Auch sein Kollege Rudolf Blasnik vom Freundeskreis Frankfurt schaute vorbei und lobte den naturnahen Garten im Ostring 46. In dem gedeihen rund 100 Rosensorten.

Wilhelm Spiehl blickt auf eine Kletterrose in seinem Hof, die in ihrer Entwicklung schon weiter als andere Arten ist.

Vor allem auf den historischen Pflanzen liegt bei den Schroths das Hauptaugenmerk. Mit dabei: Die „Maidens Blush“. Deren Blüten sind zartrosa und zum Rand hin durchscheinend porzellanweiß. Die Blüte ist üppig gefüllt und duftet angenehm süß. „Leider blüht sie noch nicht. Sie kommt noch, vielleicht diese Woche“, stellt Syliva Schroth in Aussicht. Die Hoffnung bei der Babenhäuserin ist groß, dass das „mädchenhafte Erröten“, wie der Name „Maidens Blush“ bedeutet, mit edler und einnehmender Schönheit endlich in ihren Garten einzieht.

Quelle: op-online.de

Kommentare