Tagesmütter gesucht

„Für alle soll´s ein schöner Tag sein“

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Antje Hofmann ist begeisterte Tagesmutter – auch wenn ihr Arbeitstag lang ist. Tagesmutter Antje Hofmann mit Marie (1) und Sophie (2), zwei ihrer Schützlinge.

Babenhausen - Die kleine Sophie formt aus brauner Knete einen großen Fladen. „Das ist ein Kuchen“, sagt die Zweijährige. Die einjährige Marie sitzt auf dem Schoß von Antje Hofmann und schaut neugierig zu. Von Petra Grimm

Die beiden Mädchen haben, ebenso wie Myles (2) und Peter (1), bei der jungen Babenhäuserin ein zweites Zuhause gefunden. Denn die 28-Jährige ist seit drei Jahren Tagesmutter, und zwar mit Begeisterung. Davor hat sie sieben Jahre als Arzthelferin gearbeitet. Als 2010 ihre Tochter Eeni geboren wurde - Sohn Benno folgte knapp zwei Jahre später - wollte sie nicht mehr in ihren alten Beruf zurück, erzählt Antje Hofmann: „Tagesmutter zu sein hatte ich zuerst eigentlich gar nicht auf dem Schirm. Obwohl ich schon als Teenager jahrelang bei Freunden meiner Eltern als Kindermädchen aktiv war und viel Spaß dabei hatte.“

Erst beim Surfen im Internet ist sie auf die Idee gekommen. Die Entscheidung hat sie nicht bereut. „Es ist genau das Richtige für mich und ich kann mir vorstellen, das bis ins Rentenalter zu machen“, sagt sie lachend. Auch wenn sie abends geschafft ist, denn ihr Arbeitstag ist lang. Das erste Kind wird morgens um 7.30 Uhr gebracht und das letzte geht abends um 18 Uhr. Das ist neben der familiennahen Betreuung ein großer Vorteil, den Eltern bei einer Tagesmutter oder einem Tagesvater finden: Die Betreuungszeit kann individuell geregelt werden. „Bei mir sind von den vier Tagespflegekindern immer nur maximal drei gleichzeitig da. Denn sie kommen zu unterschiedlichen Uhrzeiten und auch nicht alle jeden Tag“, erzählt die Tagesmutter, die ihre Hauptaufgabe darin sieht „mit den Kindern zu spielen. Denn dabei lernen sie am meisten“. Ausflüge auf den Spielplatz oder zum Bauer Rademer, um die Kühe zu besuchen, gehören regelmäßig zum Tagesablauf. Im Garten, der zum Haus gehört, können sich die Kleinen im Sandkasten oder auf dem Trampolin vergnügen. „Ich will, dass es für alle ein schöner Tag ist“, sagt Antje Hofmann, deren zwei eigene Kinder mit der Situation gut zurecht kommen. „Die haben ja ihre Zimmer als Rückzugsräume, wenn es ihnen zu viel wird.“

Für das Mittagsschläfchen der Tageskinder haben Antje Hofmann und ihr Mann einen Nebenraum eingerichtet. Alle Zimmer in der gemütlichen Altbauwohnung in der Innenstadt wurden vom Jugendamt auf ihre Sicherheit für Kleinkinder überprüft und abgenommen. Um von der Familienförderung des Landkreises eine Pflegeerlaubnis zu erhalten, müssen aber nicht nur geeignete Räumlichkeiten und eine kinderfreundliche Umgebung vorhanden sein. Es wird außerdem eine Grundqualifizierung im Umfang von 100 Unterrichtseinheiten gefordert, die Antje Hofmann bei der „Tageseltern Tageskind Vermittlung“ in Darmstadt abgelegt hat. Zu den Inhalten dieser Schulung gehören rechtliche Aspekte, Ernährung, Pädagogik, Gesundheitsvorsorge und Entwicklungspsychologie. Die Themen Eingewöhnung und Elterngespräche werden ebenfalls behandelt. „Man hat dort wirklich sinnvolle Tipps für den Umgang mit Kindern erhalten. Ich habe vieles davon auch bei meinen eigenen Kindern gut anwenden können. Eigentlich sollten alle werdenden Eltern solche Kurse machen“, sagt Antje Hofmann. Eine jährliche Weiterbildung im Umfang von 20 Stunden und ein Erste-Hilfe-Kurs, der alle zwei Jahre aufgefrischt wird, sind ebenfalls Pflicht.

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Antje Hofmann hat noch einen Tagespflegeplatz für ein Kind frei und betreibt eine Homepage, auf der sie über sich und ihre Arbeit informiert.

  • Wer sich für den Beruf der Tagesmutter interessiert und weitere Informationen möchte oder einen Platz für sein Kind sucht, für den hat die Stadt eine Anlaufstelle eingerichtet. Kontakt über das Frauenforum Babenhausen, Betreuungsservice, Marktplatz 2, E-Mail, 06073/60285, Öffnungszeiten montags, 9 bis 12 Uhr, mittwochs, 15 bis 18 Uhr, und donnerstags, 17 bis 19 Uhr.

Quelle: op-online.de

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