Nun umsorgt ein Mann die Kleinen

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Tagesvater Daniel Pohl und seine drei Betreuungskinder.

Babenhausen - Tamina, 19 Monate alt, sitzt auf dem Boden und malt, der zweijährige Wyatt wirft mit einem Bällchen herum und Christopher hat gerade seine Hausaufgaben erledigt. Von Petra Grimm

Die drei Kinder, für die Daniel Pohl täglich kocht, mit denen er bastelt, spielt und spazieren geht, sind nicht seine eigenen. Der 26-jährige Babenhäuser geht einer Beschäftigung nach, die bisher eindeutig von Frauen dominiert wird. Seit einem halben Jahr hat er die offizielle Erlaubnis der Familienförderung im Kreisjugendamt, als Tagesvater zu arbeiten.

Neben den sieben Tagesmüttern in Babenhausen ist er der einzige Mann, der Kinder in Tagespflege aufnimmt. Seit 2005 ist dies nach neuer Gesetzeslage bereits ab dem ersten betreuten Kind erlaubnispflichtig. Voraussetzung für diese Pflegeerlaubnis ist unter anderem die Teilnahme an Qualifizierungskursen, die die „Tageseltern Tageskinder Vermittlung“ in Darmstadt anbietet. In diesen Kursen für die Grundqualifikation beschäftigen sich die zukünftigen Tagesmütter und -väter mit steuerlichen und rechtlichen Fragen, Erziehungsstilen, Ernährung, Gesundheitsvorsorge, Sicherheit, der Gestaltung der Eingewöhnungszeit, Elterngesprächen und vielem mehr. „Ein zehnstündiger Erste Hilfe Kurs am Kind und ein Praxiskurs, wie man Säuglinge richtig wickelt, füttert und so weiter gehören ebenfalls dazu“, sagt Daniel Pohl, der auch nach der Anerkennung als Tagesvater jedes Jahr 20 Stunden Praxis begleitende Fortbildung machen muss.

Anerkennung durch das Jugendamt

Vor der Anerkennung durch das Jugendamt erfolgt noch ein persönlicher Besuch: „Eine Vertreterin des Jugendamtes war bei mir in der Wohnung und hat sich die Räume angesehen und mich befragt, beispielsweise nach dem Tagesablauf der Kinder. Das Jugendamt legt auch fest, wie viele Kinder bei mir sein dürfen“, erzählt der junge Mann, der in seiner Mutter Monika Varga ein Vorbild für diese Tätigkeit fand, denn die gelernte Erzieherin, die 24 Jahre in einem Kindergarten gearbeitet hat, ist seit 2008 Tagesmutter in Babenhausen. „Da habe ich natürlich viel mitbekommen über den Umgang mit Kindern“, erzählt Daniel Pohl, der während seiner Schulzeit auch ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht und seinen Zivildienst bei der städtischen Jugendförderung absolviert hat. „Das hat mir gut gefallen. Da habe ich bei den Ferienspielen mitgeholfen“. Dass er ein Mann ist, finden die Mütter seiner Betreuungskinder alle gut. Kein Wunder, bestimmen in unseren Kindergärten und Grundschulen doch sonst hauptsächlich Frauen das Bild.

Auch das Zubereiten des Mittagessens für die Kinder sei kein Problem. „Kochen konnte ich schon immer. Jetzt achte ich natürlich besonders darauf, dass es möglichst immer etwas mit Gemüse gibt. Einmal die Woche koche ich was Süßes. Heute gab es Nudeln mit Erbsen und Karotten. Das haben sie gern gegessen“, erzählt der junge Tagesvater, der seine kleinen Schützlinge lobt: „Sie sind alle drei sehr pflegeleicht. Wenn ich beispielsweise koche, sitzen sie am Tisch und warten geduldig bis alles fertig ist.“ Ruhepausen gönnt er sich, wenn die beiden Kleinen, die zwischen sechs und acht Stunden am Tag bei ihm sind, ihren Mittagsschlaf machen. Christopher kommt ja erst nach der Schule zu ihm.

Gestresst wirkt Daniel Pohl nicht. Das Zusammensein mit den Kindern mache ihm Spaß, sagt er. Zu sehen, wie die Kinder lernen und immer mehr können, sei dabei das Schönste für ihn.

Weitere Infos über die Anerkennung zur Tagesmutter oder -vater und das Kursprogramm gibt es auf der Homepage: www.tageselternvermittlung.de.

Quelle: op-online.de

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