„Ich lebe und arbeite in Babenhausen“: 21 Teilnehmer des  Projektes beim Unternehmertag

„Sie sind selbstbewusster geworden“

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Gespannt hören die Projektteilnehmer den Unternehmern zu, die unter anderem über die Auswahlkriterien bei Bewerbungen erzählen.

21 Projekt-Teilnehmer sitzen im Seminarraum der Babenhäuser Stadtmühle, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch haben sie eines gemeinsam: Sie suchen nach Arbeit. Von Lars Herd 

Eine Frau hat lange Zeit als Reinigungskraft gearbeitet, und das möchte sie auch in Zukunft weiterhin tun. Eine weitere kommt aus der Textil-Branche und möchte ebenfalls wieder in dieses Berufsfeld hinein. Ein anderer Mann hat Maler gelernt, betont aber auch, dass er nicht zwingend wieder als Maler arbeiten muss. Er will einfach wieder arbeiten – aber mit Zukunftsperspektive. Ein Job, den er womöglich bis zur Rente leisten kann also. Das ist es, was viele der Besucher wollen.

Seit Juni läuft das achtmonatige Programm „Ich lebe und arbeite in Babenhausen“, es ist bereits die dritte Auflage. Einmal wöchentlich kommen sie im Seminarraum der Stadtmühle zusammen, um vorbereitet zu werden. Vorbereitet auf Bewerbungen, Gespräche und neue Arbeit. Vor allem am Selbstvertrauen der Beteiligten wurde viel gearbeitet, erklärt Claudia Goes, Fachgebietsleiterin der Kreisagentur für Beschäftigung (KfB). „Viele von ihnen haben am Anfang ganz eingeschüchtert und zusammengekauert dagesessen. Jetzt merkt man ihnen an, dass sie selbstbewusster geworden sind.“ In der Tat merkt man das. Der Reihe nach stellen sie sich unter anderem den Vertretern von zwei Unternehmen, der Sozial- und Jugenddezernentin des Kreises, Rosemarie Lück, und Bürgermeister Joachim Knoke vor, präsentieren dabei vor allem ihre eigenen Stärken.

Einer der beiden anwesenden Unternehmer ist Bernhard Gehrig, Geschäftsführer von bak-tec. Ein Babenhäuser, der selbst arbeitslos war und nun eine eigene Firma besitzt. Einst besaß er selbst eine Bäckerei, doch als die abbrannte, stand er vom einen auf den anderen Tag ohne Arbeit da. „Man sagt ja so schön, wenn eine Tür zu geht, geht eine andere auf“, spricht er den Besuchern Mut zu. Anschließend gründete er eine Firma, die Backmaschinen für Großunternehmen herstellt. „Ich weiß gar nicht, ob ich heute noch Bäcker sein wollte“, ergänzt Gehrig mit einem Zwinkern. Auch betont er, dass die Bewerber sich nicht auf ihren ehemaligen Beruf versteifen sollen, denn so werde es nur noch schwerer, Arbeit zu finden.

Nacht der Lichter in Babenhausen: Bilder

Doch um die Arbeitssuche nicht schwerer, sondern einfacher zu machen, wurde eben 2008 das Regionalprojekt gegründet – es ist ein Leuchtturmprojekt, das es so in Deutschland sonst nicht gibt. Kürzlich habe das Programm auch eine Förderung erhalten, erklärt Goes. In Babenhausen läuft das Projekt noch bis Ende Januar, bis dahin können sich viele Hoffnung auf einen neuen Job machen. Laut Goes liegt die Erfolgsquote bislang etwa bei 50 Prozent an vermittelten Personen. Sechs Teilnehmer, die im Juni noch dabei waren, haben mittlerweile schon einen neuen Job gefunden.

Quelle: op-online.de

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