Wie teuer ist „Jenny“ wirklich?

Babenhausen (st) ‐ Die Babenhäuser Grünen zweifeln die Zahlen des Bundes der Steuerzahler Hessen zu „Jenny“ an. Der Kutter soll im sanierten Freibad stehen.

In seiner „Hessen-Zeitung“ vom November stellt Clemens Knobloch vom Bund der Steuerzahler die Wirtschaftlichkeit eines Schiffes als Technikgebäude mit dem Hinweis auf mögliche zusätzliche Kosten zur Diskussion. „Dazu muss man wissen, dass Knobloch in einem Gespräch mit uns einräumen musste, dass man mögliche Mehrkosten lediglich durch die Übersendung von Fotos an einen Vertreter des Schifffahrtmuseums Bremerhaven abgeschätzt habe.

Weder haben Gutachter des Steuerzahlerbundes also das Schiff selbst gesehen und eine Bewertung vorgenommen, noch haben sie die Anforderungen an die Schwimmbadtechnik detailliert geprüft. Eine Ökobilanz wurde vom Steuerzahlerbund beim Vergleich eines neu zu erstellenden Betongebäudes und der jetzt geplanten Nutzung eines bereits seit 55 Jahren betriebenen Schiffes erst gar nicht in Erwägung gezogen.

Mehrkosten würden per Ferngutachten in den Raum gestellt

Mögliche Mehrkosten für ein Schiff als Technikgebäude werden quasi per Ferngutachten in den Raum gestellt. Clemens Knobloch vom Steuerzahlerbund werde kein seriöses Gutachten vorlegen können, dass seine Mehrkostenschätzung auf eine solide Grundlage stellen kann“, so die Grünen. Eine solche „Sachanalyse“ könne nicht als seriös bezeichnet werden.

„Auf ähnlicher Basis, nämlich ohne Kenntnis der Erfordernisse für Sanitäreinrichtungen, Räumlichkeiten für Gastronomie und Ausschreibungsunterlagen für die Schwimmbadtechnik, dürfte wohl auch die Schätzung des Steuerzahlerbundes für die Errichtung eines Technikgebäudes für nur 120 000 Euro zustande gekommen sein“, so die Grünen. Auch hier werde der Steuerzahlerbund keine hieb- und stichfeste und somit seriöse Kalkulation vorlegen können, ist die Partei überzeugt.

Mangelnde Recherchesorgfalt bescheinigen die Grünen dem Vertreter des Steuerzahlerbundes auch bei der Behauptung, die Transportkosten für das Schiff seinen „vergessen“ worden. „Das ist belegbar nicht der Fall. Mehrkosten für den Transport haben sich nur ergeben, weil gegenüber dem ersten Vorschlag inzwischen ein etwas größeres Schiff mit insgesamt mehr Gewicht gekauft werden soll.“

Quelle: op-online.de

Rubriklistenbild: © Andrea Kusajda / Pixelio

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