Theater aus Historie und Anekdoten

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Die Proben für das Theaterstück zum Kirchenjubiläum, unter der Leitung der Odenwälder Hobbykabarettistin Marlene Schwarz (links), haben begonnen.

Hergershausen - „Allerlei Hergershäuser Histörchen und Anekdötchen“ heißt die Reise durch 300 Jahre Orts- und Kirchengeschichte, zu der die Hergershäuser Kirchengemeinde in ihrem Jubiläumsjahr einlädt. Von Petra Grimm

Am 29. September, genau an dem Tag, als vor 300 Jahren die evangelische Dorfkirche eingeweiht wurde, wird eine interessante Theateraufführung die Besucher im wörtlichen und übertragenen Sinne mit auf diese Reise nehmen. Denn die neun Spielszenen, mit denen auf unterhaltsame und humorvolle Weise Geschichte lebendig gemacht wird, werden vom Dalles ausgehend an verschiedenen Stellen im alten Ortskern aufgeführt.

Geleitet von einem Erzähler, den HR3-Moderator Tobias Kämmerer geben wird, werden die Zuschauer in der historischen Kulisse der malerischen Fachwerkhäuser unterwegs sein. Die Idee für das ungewöhnliche Projekt hatten die beiden Heimatforscher Inge und Harald Heckwolf, die 2005 das Buch „Hergershausen – Vom Haufendorf zum Stadtteil“ herausgegeben habe. Harald Heckwolf hatte außerdem 2003 einen reich bebilderten Kirchenführer publiziert.

Basierend auf ihren historischen Recherchen hat die Brensbacher Hobbykabarettistin Marlene Schwarz, die hauptberuflich als Psychotherapeutin für Kinder und Jugendliche arbeitet, ein Drehbuch geschrieben. „Heute Abend wollen wir die Besetzung in trockene Tücher bringen und die Szenen durchsprechen“, sagte Schwarz bei der jüngsten Probe.

14 Darsteller, neben den Hergershäusern auch einige erfahrene Mitglieder des Sickenhöfer Laientheaters, werden in verschiedenen Sprechrollen im Einsatz sein. Die Motive der Beteiligten reichen von der Freude am Schauspielen bis zum Wunsch, sich für die Kirchengemeinde zu engagieren. „Ich bin eigentlich keine Theaterspielerin. Ich bin dabei, weil ich mich in das Kirchenjubiläum einbringen möchte und die Sache hier unterstützen will“, sagte Katrin Franz. „Der hiesige Dialekt fällt mir allerdings ein bisschen schwer, auch wenn ich schon seit 20 Jahren hier bin. Ich stamme ja ursprünglich von der Schwäbischen Alb“, sagte sie lachend. Sie ist nicht die einzige in der Runde, die mit der „korrekten“ Aussprache kämpft. Heinz Tempel spricht eigentlich Hochdeutsch und kein „Hergershäuserisch“.

Monatliche Proben

Aber er müht sich redlich und zeigt schmunzelnd auf die Unterzeilen in seinem Textbuch: „Ich habe mir den Text in die Dialektaussprache übersetzen lassen.“ „Ja, Mundart ist erwünscht. Wer es kann, sollte so viel wie möglich davon hören lassen“, erklärte die Regisseurin. „Haben die Pfarrer damals eigentlich auch Dialekt gesprochen?“ wird gefragt. „Das wird davon abhängig gewesen sein, wo sie herkamen“, so Marlene Schwarz.

Gemeinsam wird am Text und den Regieanweisungen gefeilt. Die Gruppe hat auch jede Menge humorvolle Ideen, wie die Zuschauer durch den Einsatz von Statisten überrascht und in eine andere Zeit versetzt werden können.

„Ab jetzt proben wir monatlich und im August beginnt dann die heiße Phase, da werden wir uns dann noch öfter treffen“, sagte Harald Heckwolf. Das Gelingen der historischen Reise, die im Kirchgarten endet und dort in ein großes Fest übergehen soll, wird auch von einer guten technischen Ausstattung abhängig sein. Die Darsteller werden mit Headsets ausgerüstet und an verschiedenen Stellen verteilte Lautsprecher sollen dafür sorgen, dass die Akustik stimmt. „Requisiten brauchen wir nicht viele, und fürs Kostüm hat jeder irgendwas zuhause oder kennt jemanden, der etwas Geeignetes hat“, sagte Marlene Schwarz.

Wer Interesse an der Hergershäuser Geschichte hat: Das Buch „Hergershausen – vom Haufendorf zum Stadtteil“ gibt es in der Postagentur in Hergershausen zu kaufen.

Die evangelische Kirchengemeinde lädt im Rahmen ihres Jubiläumsjahres noch zu verschiedenen Veranstaltungen. Die beiden nächsten sind am 9. April ein Tauferinnerungsgottesdienst um 10 Uhr für vier- bis achtjährige Kinder mit anschließendem Frühstück und Ostereiersuche und am 22. April ein Festgottesdienst um 10 Uhr mit Pröpstin Held und anschließendem Kirchencafé.

Quelle: op-online.de

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