Als Schüler auf die Finger kriegten

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Regisseurin Marlene Schwarz probt mit den Mädchen und Jungen des Kindergottesdiensts.

Hergershausen - Für heutige Grundschüler kaum vorstellbar: Der Lehrer überprüft, ob ihre Hände sauber sind. „Früher ist es in der Schule ziemlich streng zugegangen. Das müssen wir spielen“, erklärte die Regisseurin Marlene Schwarz den kleinen Teilnehmern des Kindergottesdienstes. Von Petra Grimm

„Da haben die Kinder auch mal was auf die Finger gekriegt. Sie mussten sich ordentlich melden und aufstehen, wenn der Lehrer was von ihnen wollte.“

Laienspieler aller Generationen, darunter auch sechs Grundschüler aus dem Kindergottesdienst, sind an der großen Freiluft-Theateraufführung „Allerlei Hergershäuser Histörchen und Anekdötchen“ beteiligt, zu der die evangelische Kirchengemeinde des Ortsteils anlässlich ihres 300-jährigen Kirchenbestehens einlädt.

Neue Kirche aus Bruchsteinmauerwerk

Am 29. September 1712 wurde die heutige Kirche, die mit ihrer barocken Ausmalung in unserer Region etwas besonderes ist, eingeweiht. Ihr Vorgängerbau aus Holz wurde 1711 wegen Baufälligkeit abgerissen und an gleicher Stelle eine neue Kirche aus Bruchsteinmauerwerk aufgebaut. Von dort spannt sich der Bogen aus historischen Szenen bis in unsere Zeit. Um eine so genannte Schulvisitation im Jahre 1795 geht es bei der Episode, die jetzt im Kindergottesdienst geprobt wurde. Ebenso wie die Kirchen wurden früher auch die Schulen von der zuständigen Kirchenverwaltung überprüft.

Eine humorvolle Szene, die ebenso wie das restliche Drehbuch aus der Feder von Marlene Schwarz stammt. Die Brensbacher Psychotherapeutin und Hobbykabarettistin führt die Zuschauer mit dem Theaterstück durch 300 Jahre Hergershäuser Kirchengeschichte und gleichzeitig durch den alten Ortskern. Die einzelnen Episoden werden von den Laienspielern aus Hergershausen und Sickenhofen an unterschiedlichen Stellen aufgeführt. Das Publikum wandert mit den Darstellern und einem Erzähler, der für historische Hintergrundinformationen sorgt, durch die Gassen.

Historische Recherchen Basis für das Stück

Das interessante Projekt wurde von den beiden Heimatforschern Inge und Harald Heckwolf initiiert, deren historische Recherchen die Basis für das Stück bilden.

Derzeit laufen die Proben auf Hochtouren. Es gilt, Kostüme und die nötigen Requisiten zu finden. Auch die kleinen Besucher des Kindergottesdienstes, der von Rebecca Herget, Jasmina Hochstadt und Anna-Lena Hohmeier geleitet wird, schlüpften in alte Hemden, Kleider und Röcke. Noch mit ihrem Text ausgerüstet, übten sie die Schulszene. Bald muss alles sitzen und dann auch noch mit den Erwachsenen gemeinsam geprobt werden. Denn am Samstag, 29. September, genau an dem Tag, als vor 300 Jahren die evangelische Kirche eingeweiht wurde, beginnt um 15 Uhr am Dalles die Reise durch die Vergangenheit. Im Anschluss an das Theaterstück soll ab 17 Uhr auf dem Kirchengelände gefeiert werden. Hergershäuser Vereine unterstützen die Kirchengemeinde bei der Ausrichtung des Festes.

Quelle: op-online.de

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